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Weinviertler streben immaterielles Kulturerbe an

Bild: Agrar Plus
Joachim Maly, Vereinsobmann der Kellergassenführerinnen und -führer, unterschreibt den Antrag an die UNESCO.
Joachim Maly, Vereinsobmann der Kellergassenführerinnen und -führer, unterschreibt den Antrag an die UNESCO.

Der Verein der Kellergassenführer des Weinviertels stellt nun den Antrag, in die begehrte UNESCO-Liste aufgenommen zu werden.

Die „Weinviertler Kellerkultur” soll als immaterielles Kulturerbe auf die UNESCO-Liste kommen. Den Antrag dazu unterschrieb kürzlich der Obmann der Kellergassenführerinnen und -führer im Weinviertel, Joachim Maly. Seit gut einem Jahr wurden Unterstützungserklärungen, Fotodokumente und Literaturquellen zusammengetragen, die das Ansuchen untermauern sollen.

Die „Weinviertler Kellerkultur“ umfasst mehrere Bestandteile, die sich über Generationen und Jahrhunderte bis heute entwickelt haben. Seit vielen Generationen sind „Köllastunden“ und „Köllapartien“ im Weinviertel üblich. Dazu wird die passende „Köllajause“ kredenzt und gelegentlich findet man natürlich auch noch die „Köllamauna“, die sich um Wein und Keller kümmern. Ein wesentlicher Baustein ist auch die Weitergabe des Kellerschlüssels an die nächste Generation oder an die neuen Besitzer „mit warmen Händen“, also noch zu Lebzeiten. Bereits 1614 wurden im Matzener Keller-Recht wesentliche Bestandteile dieser Tradition schriftlich festgehalten. All diese Traditionen machen das Wesen der „Weinviertler Kellerkultur“ aus und sollen eben jetzt zum immateriellen Kulturerbe ernannt werden.

Beim Immateriellen Kulturerbe der UNESCO werden Traditionen und gesellschaftliche Praktiken auf die Liste gesetzt. Nicht zu verwechseln ist dies jedoch mit dem materiellen Weltkulturerbe – da geht es um Bauwerke und Gebäude. Ein solcher Prozess bedarf einer mehrjährigen Vorbereitungsphase und wird gerade von Experten evaluiert. Die Entscheidung wird im Herbst dieses Jahres erwartet.

(red)

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