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Umfrage

Kündigung wegen Geschäftsreise-Ärger

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Sowohl Reisende selbst als auch Travel Manager sind mit den Geschäftsreiseplanungen in ihren Unternehmen mitunter unzufrieden.

Mehr als 60 % der Geschäftsreisenden weltweit sind mit der Business-Travel-Politik ihres Unternehmens unzufrieden. Fast ein Viertel von ihnen will deshalb sogar den Arbeitsplatz wechseln.

Das ergab eine Studie des Software-Anbieters SAP Concur. So vielfältig die Ursachen für freiwillige Kündigungen auch seien, sie stünden auch in Verbindung mit den derzeitigen Geschäftsreiseaktivitäten, so die Umfrage.

So gaben drei von fünf Geschäftsreisende weltweit (60 %) an, dass ihre aktuelle Reisehäufigkeit nicht ihren Erwartungen entspricht. "Die Studie zeigt, dass unter Geschäftsreisenden und Travel Managern weltweit ein gewisses Maß an Unzufriedenheit und Besorgnis vorherrscht", sagt Götz Reinhardt, Managing Director MEE des Unternehmens.

"Wenn Unternehmen darauf nicht reagieren, wird sich fast ein Viertel der Geschäftsreisenden nach einer neuen Position umsehen." Das seien "schlechte Nachrichten für Unternehmen, die bereits mit Fluktuation, Arbeitskräftemangel und Qualifikationsdefiziten zu kämpfen haben".

Was Unternehmen beachten können und müssen, um bei Talentsuche und Mitarbeiterbindung zu punkten, verdeutlichen weitere Ergebnisse der aktuellen SAP-Concur-Studie unter 3.850 Geschäftsreisenden aus 25 globalen Märkten und 700 Travel Managern aus sieben globalen Märkten.

1. Geschäftsreisende wollen wieder reisen. Fast jeder vierte Geschäftsreisende (23 %), der nicht in seiner gewünschten Häufigkeit reist, gibt an, dass er sich nach einer neuen Stelle umsehen wird, wenn sich seine Reiseplanung nicht verbessert. Für Unmut könnte die veränderte Geschäftsreisestrategie einiger Unternehmen sorgen, nach der nur ein Teil der Geschäftsreisenden wieder ihre Koffer packen darf.

Zudem geben etwa vier von fünf Geschäftsreisenden (82 %) an, dass ihr Unternehmen zwar zu dem Niveau vor der Pandemie zurückkehrt, allerdings mit dem Ansatz "mehr Reisen auf weniger Schultern".

2. Reisen nur mit zusätzlicher Vergütung. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollen ihre Reisetätigkeit wieder hochfahren. Gleichzeitig sind sie aber nicht bereit, eine neue Stelle anzunehmen, die mehr Reisen erfordert, ohne zusätzliche Vergütung oder andere Benefits zu erhalten: 92 % der Befragten geben an, dass sie für eine Stelle, die mehr Reisen beinhaltet, auch ein höheres Gehalt, weitere Mitarbeiterbenefits oder mehr Reiseflexibilität erwarten.

3. Flexibilität ist das A und O auf Geschäftsreise. Neun von zehn Geschäftsreisenden (90 %) halten flexible Reise- und Buchungsoptionen für unerlässlich, um ihre Gesundheit und Sicherheit auf Geschäftsreisen zu schützen. Sie sind in diesem Punkt wenig kompromissbereit.

4. Geschäftsreisende ziehen Konsequenzen für ihre Gesundheit. Die Hälfte der Geschäftsreisenden (51 %) ist durchaus bereit, eine von ihrem Unternehmen avisierte Geschäftsreise abzulehnen, wenn sie aufgrund der Pandemie gesundheitliche Bedenken gegenüber der Reise haben. Auch würde ein Viertel der Geschäftsreisenden (26 %) zuhause bleiben, wenn sie sich durch das Reisen ausgebrannt fühlen und eine Pause brauchen.

5. Sicherheit steht für Business Traveler an erster Stelle. Der häufigste Grund, warum Mitarbeitende eine Geschäftsreise nicht antreten würden, sind Sicherheitsbedenken bei Reisen in bestimmte Teile der Welt (53 Prozent).

6. Keine Kompromisse beim Faktor Nachhaltigkeit. Ein Viertel der Geschäftsreisenden (24 %) würde eine ihnen zugewiesene Reise absagen, wenn die Reiseoptionen nicht nachhaltig sind.

Dabei gehen 100 % der Travel Manager gehen davon aus, dass ihre Rolle in den nächsten zwölf Monaten anspruchsvoller sein wird als im letzten Jahr. Fast die Hälfte (49 %) gibt an, dass dabei auch Druck von der obersten Führungsebene kommt, den Stellenwert ihrer Rolle nachzuweisen.

"Unternehmen sollten nicht nur hohe Anforderungen an ihre Travel Manager stellen, sondern auch deren strategische Rolle stärken, um mit den Travel Managern nicht genau die Mitarbeitenden zu verlieren, die die Neuausrichtung der Geschäftsreiseprogramme in der Hand haben", schlussfolgert Götz Reinhard.

Dieser Artikel erschien zuerst auf fvw.de

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