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Joussen tritt als Vorstandsvorsitzender zurück

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Paukenschlag in Hannover: TUI-Chef Fritz Joussen verlässt zum 30. September den Touristikkonzern. Nachfolger wird der derzeitige Finanzvorstand Sebastian Ebel.

Wie TUI mitteilt, habe Joussen (59) von einer Ausstiegsklausel in seinem Vertrag Gebrauch gemacht. Das Präsidium des Aufsichtsrats habe in einer Sitzung am Donnerstag beschlossen, dem Aufsichtsrat vorzuschlagen, dass Finanzvorstand Sebastian Ebel (59) am 01. Oktober neuer Vorstandsvorsitzender wird.

Nachfolger von Ebel wiederum soll dann Mathias Kiep werden, derzeit Group Director Controlling, Corporate Finance & Investor Relations. Sowohl Ebel als auch Kiep werden in ihren neuen Rollen für drei Jahre bis 30. September 2025 bestellt.

In jüngster Zeit hatte es in Hannover bereits Gerüchte gegeben, dass Joussen mit einem Ausstieg liebäugelt. Er hatte Insidern zufolge bereits vor der Pandemie Interesse an einer neuen Rolle, weil er seine Aufgabe mit der Neuausrichtung der TUI durch die Integration von TUI AG und TUI Travel, die stärkere Fokussierung auf das Kerngeschäft und die Kernmarke, das Wiedergewinnen des Vertrauens der Aktionäre sowie die Digitalisierung der Wertschöpfungskette als weitgehend erfüllt ansah.

In der Pandemie musste Joussen mit drei staatlich unterstützen Rettungspaketen den Konzern stabilisieren. Nun, da das Reisegeschäft wieder stark anzieht und TUI in diesem Jahr im operativen Geschäft wieder schwarze Zahlen schreiben dürfte, sieht er einen geeigneten Zeitpunkt für einen vorzeitigen Ausstieg, heißt es in Konzernkreisen.

Joussen war früher Deutschland-Chef von Vodafone und hält auch Patente bei der SIM-Karten-Technologie, dank derer er schon früh finanziell unabhängig war. Er kam vor zehn Jahren zur TUI und wurde Nachfolger des Langzeit-Chefs Michael Frenzel. Joussens Vertrag lief eigentlich noch bis September 2025. Der Duisburger will, wie es in Hannover heißt, noch bis zum Ende des Geschäftsjahres Ende September voll seine Aufgaben weiterführen und hat dem Vernehmen nach auch noch keine neue Aufgabe angenommen.

Ebel kennt den Konzern bis ins Detail

Sebastian Ebel war schon von 1998 bis 2006 bei der TUI und kehrte 2013 zurück, nachdem Joussen zu dem Touristikkonzern gewechselt war. Er hatte mit Joussen bei Vodafone zusammengearbeitet. Bei der TUI hatte er im Vorstand verschiedene Rollen inne. Bevor er Finanzvorstand wurde, war er für die Hotel- und Kreuzfahrt-Beteiligungen zuständig.

Der Braunschweiger, der auch lange Präsident vom Fußballlclub Eintracht Braunschweig war, gilt als Arbeitstier und sehr operativ arbeitender Finanzvorstand. So nimmt er zum Beispiel auch regelmäßig an Treffen mit Hoteliers teil und ist bis ins Detail mit der touristischen Materie vertraut.

Dieser Artikel erschien zuerst auf fvw.de

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