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Tirols Touristiker orten "Nachholeffekt"

APA/ROLAND SCHLAGER
Florian Phleps, Direktor der "Tirol Werbung", ist von einer erfolgreichen Wintersaison überzeugt.
Florian Phleps, Direktor der "Tirol Werbung", ist von einer erfolgreichen Wintersaison überzeugt.

Der Geschäftsführer der Tirol Werbung Florian Phleps spricht vor dem Saisonstart von einer "richtig guten" Stimmungslage.

Die Tirol Werbung hat vor den anstehenden Weltcuprennen in Sölden am Wochenende - das traditionell die Wintersaison einleitet - zum Pressegespräch geladen. Die Stimmung sei gut und es gebe einen "Nachholeffekt", betonte Florian Phleps. Einen Imageschaden für Tirol durch die Causa Ischgl sei weder in Studien ablesbar gewesen, noch hätten sich die Negativschlagzeilen auf die vergangenen Sommersaisonen 2020 und 2021 ausgewirkt.

Trotzdem werde das Tourismusaufkommen wohl in der kommenden Saison unter Vorkrisenniveau bleiben, prognostizierte Hubert Siller, Leiter des Department für Tourismus- und Freizeitwirtschaft am Management Center Innsbruck. "Wenn wir jetzt von einem 'normalen Winter' sprechen, heißt das ein Winter mit Covid und 3G", fuhr Siller fort, "darauf müssen wir uns einstellen". Das Bedürfnis nach Wintersport sei in den Märkten jedenfalls "sehr groß". Auch er sprach von einem "Nachholeffekt", der sich in Abfragen vor allem bei internationalen Gästen abgezeichnet habe.

"Tirol hat im Bundesländervergleich mit 80 Prozent den höchsten Stammgästeanteil", betonte Phleps mit Verweis auf das "hohe entgegengebrachte Vertrauen" und das Verantwortungsbewusstsein der Branche. Sicherheit und Gesundheit hätten als Werte an Bedeutung dazugewonnen. Diese neuen "Sehnsuchtsmotive" könne Tirol gut bedienen.

„Besserer“ Tiroler Tourismus

Die Branche habe die "Zeit des Innehaltens" genutzt, um zu reflektieren, berichtete Phleps. "Die Weiterentwicklung der Tiroler Tourismus-Strategie kann nicht in einem ständigen 'Mehr' liegen, sondern in einem 'Besser'", so der Geschäftsführer der Tirol Werbung. Es müsse außerdem einen "Qualitätsschub bei Veranstaltungen" geben. Nachhaltigkeit und der "verantwortliche Umgang mit Ressourcen" würden zunehmend zum "Wettbewerbsfaktor" verwies Phleps auf "den neuen Tiroler Weg".

Ischgl wieder in den Schlagzeilen

Ruhigere Töne stimmte im Vorfeld des Saisonauftakts auch das wegen des Corona-Krisenmanagement in die Negativschlagzeilen geratene Ischgl an. Für das Eröffnungskonzert am 27. November gilt die 2G-Regel, im vergangenen Jahr wurden 700.000 Euro in Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen investiert. Günther Zangerl, Vorstand der Silvretta Seilbahn AG Ischgl, stimmte Phleps zu und dementierte einen langfristigen Imageschaden für die Destination. "Vieles hat sich in den letzten eineinhalb Jahren relativiert", war Zangerl der Meinung.

Am 25. November öffnet Ischgl die Pforten für Wintersportbegeisterte. Karten habe man noch keine verkauft - "zum Glück", wie Zangerl meinte, ließ die Verordnung für die Corona-Winterregeln zum Zeitpunkt der Pressekonferenz am Mittwochvormittag noch auf sich warten. "Es sind noch einige Fragen offen - etwa im Hinblick auf den Datenschutz", merkte Zangerl im Bezug auf die 3G-Kontrollen, die ja bekanntlich an den Ticketkauf geknüpft werden sollen, an.

Vor mehr als vier Wochen hatte die Regierung die Vorgaben für die Wintersaison grob umrissen. Österreichs Seilbahnensprecher Franz Hörl hatte am Dienstag bei der Jahrestagung der Branche in Zell am See angekündigt, dass ob der Verzögerung die Winterregeln nun nicht wie bisher angekündigt ab 1. November, sondern erst ab 15. November gelten sollten. Für die technische Umsetzung der 3G-Kontrolle arbeite man mit den Firmen Skidata und Axess zusammen, erklärte Hörl.

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