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Sommerauftakt für die Berge Österreichs

Nadine Vejnoska
Erwarten einen erfolgreichen Bergsommer (v. l.): Kornel Grundner (Sprecher der "Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen), Lisa Weddig (Geschäftsführerin Österreich Werbung) und Franz Hörl (Obmann des Fachverbands der Seilbahnen WKÖ).
Erwarten einen erfolgreichen Bergsommer (v. l.): Kornel Grundner (Sprecher der "Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen), Lisa Weddig (Geschäftsführerin Österreich Werbung) und Franz Hörl (Obmann des Fachverbands der Seilbahnen WKÖ).

Für den Bergtourismus gibt es gute Aussichten für die kommenden Monate. Die wirtschaftliche Bedeutung des Sommertourismus nimmt in ganz Österreich langfristig zu.

Im Rahmen einer Pressekonferenz präsentierten die Österreich Werbung gemeinsam mit dem Fachverband der Seilbahnen sowie der Qualitätsinitiative „Beste Österreichische Sommer-Bergbahnen“ den Sommerauftakt für den Bergtourismus. Ein Blick zurück auf 2021 zeigte ein erfolgreiches Jahr, dieser Trend dürfte sich auch heuer fortsetzen.

Gute Aussichten

Bei den Österreichischen Seilbahnen zeigt man sich mit dem vergangenen Jahr jedenfalls sehr zufrieden und konnte auch großteils die Mitarbeiter halten, was im Falle der gesamt 30.000 fehlenden Arbeitskräfte von Franz Hörl, Obmann des Fachverbands der Seilbahnen (WKÖ) groß gedankt wird. Grund dafür sei wohl auch die erfolgreiche Sommersaison gewesen. Beim Umsatz verbuchte man im „Corona-Sommer 2021“ 234 Mio. Euro und 25.800 Betriebstage, die Ersteintritte beliefen sich auf 20,4 Mio. „Der Sommer hat sich nicht zuletzt in den Pandemie-Sommern als echter Erfolgsbringer erwiesen“, resümiert Hörl. Bei den Ersteintritten verbuchte man überhaupt eine Steigerung von 20 %, wodurch der Optimismus für 2022 laut den Seilbahnen durchaus berechtigt erscheint. Die Sommersaison baut dahingehend ihre allgemein wirtschaftliche Bedeutung weiter aus.

Im Rahmen der zunehmenden Teuerungen und Unsicherheiten aufgrund des Russland-Ukraine-Konflikts scheint man auch hier keine weiteren Bedenken für eine künftige schlechte Saison mehr zu haben. „Die Urlauber stellen sich darauf ein, im Grunde genommen wird ja alles teurer.“ Österreich habe im Vergleich zu anderen Ländern aber eine noch relativ niedrige Inflationsrate und auch das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. „In den Hotels werden infolge der höheren Energie- und Lebensmittelpreise die Kosten in weiterer Folge auch weitergegeben werden müssen.“ Bei den Seilbahnen erwartet man sich aber erst im Winter eine Erhöhung der Ticketpreise.

Im Falle der „auslaufenden“ Pandemie will man die Konzepte dynamisch halten und sich den gegebenen Umständen entsprechend im Winter anpassen. „Wir haben bereits in den letzten zwei Jahren gezeigt, dass wir es schaffen können. Wir sind gerüstet“, so Hörl.

Trends gehen Richtung Österreich

Bei den Buchungen steht Österreich im Sommer 2022 insgesamt auf einem breiteren Fundament als im letzten Jahr. Man ist deshalb überzeugt, die großartigen Zahlen des letzten Jahres zu übertreffen. „Sowohl bei den Nächtigungen (von 62 Mio. auf 79 Mio.) als auch bei den Umsätzen (von 9,5 Mrd. Euro auf 14,5 Mrd.) gab es von 2009 bis zum Vor-Corona-Jahr 2019 deutliche Steigerungen. Die Rekord-Zahlen aus dem August (über 20. Mio. Nächtigungen) und dem September 2021 (über 11,7 Mio. Nächtigungen) gemeinsam mit dem Potenzial der letzten Jahre stimmen uns positiv für die Sommersaison“, sagt Lisa Weddig, Geschäftsführerin der Österreich Werbung. „Darauf wollen wir heuer aufbauen.“

2022 gibt es nun aus den mittelosteuropäischen Märkten positive Signale, aus Südeuropa, den Niederlanden und den arabischen Ländern ebenso. Und auch aus den USA und dem DACH-Raum ist die Nachfrage stabil. Österreich bleibt das Alpenziel Nr. 1 – die Trends zeigen klar Richtung Erholungs-, Natur- und Wanderurlaub, vorzugsweise in heimischen Regionen. „Unsere Umfragen zeigen, dass die Österreich-Stärken bei den beliebtesten Urlaubsarten seit Ende März nochmals zugenommen haben“, freut sich Weddig.

Die Buchungen bleiben jedoch nach wie vor sehr kurzfristig, erreichen aber gesamt wieder normales Niveau. Und auch aus Fernost gibt es positive Nachrichten. So lockert China die COVID-Beschränkungen sowie die Quarantänevorschriften, was den Optimismus der Österreich Werbung zusätzlich anheizt. „Die uneingeschränkte Öffnung des südostasiatischen Marktes lässt uns hoffnungsvoll in die nächsten Monate blicken, vor allem für den Städtetourismus. Auch die Rücknahme von Lockdown-Maßnahmen ist ein positives Signal“, fasst Weddig die Nachfragesituation für Österreich zusammen.

Gemeinsam mit 60 Partnern aus der österreichischen Tourismusbranche ist man seit April mit der Kampagne #realAustria in acht Märkten aktiv, um weitere Buchungen zu lukrieren. Ein starker Fokus liegt auf den digitalen Kanälen.

Mehr Erlebnis statt klassisches Wandern

In einer aktuellen Blitzumfrage der „Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen“ (BÖSB) zeigt sich zudem die zunehmende Nachfrage nach einem entsprechenden Erlebnisangebot auf den Bergen. Klassisches Wandern ist mittlerweile nicht mehr genug, Wandern 2.0 begleitet durch eine App oder Augmented Reality (AR) ergänzen das Angebot. Aber auch Familienangebote stehen hoch im Kurs wie themenbezogene Erlebniswelten, Funparks und Wasserspielplätze. „Ein Dauerbrenner ist nach wie vor das Thema Bike“, wie Kornel Grundner, Sprecher der Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen weiß.

Seit Mai ist bereits ein Großteil der 76 Seilbahnen, die mit dem Gütesiegel der BÖSB ausgezeichnet sind, mit 91 Themenbergen wieder im Betrieb. Bei den Besucher- und Umsatzzahlen 2021 zeigt man sich über ein Plus von zehn bis 20 % sehr zufrieden. Einzelne Betriebe berichten von einem Allzeithoch. In den letzten zwei Jahren konnte man auch viele „Bergneulinge“ anlocken. Für 2022 wird die Kundschaft wieder internationaler, Gäste aus Deutschland und den Niederlanden gesellen sich verstärkt zu den heimischen Besuchern. Dank der jüngsten Erfolge weitet man seinen Fokus nun auch vermehrt auf die Nebensaisonen aus und möchte den Frühling sowie den Herbst künftig mehr nutzen, um das Potenzial Österreichs als Ganzjahresdestination voll auszuschöpfen. Dies macht insofern auch Sinn, um Mitarbeiter langfristig in einer Ganzjahresstelle zu halten. „Die Ganzjahresstellen sind außerdem attraktiver für regionale Arbeitskräfte, währenddessen saisonale Mitarbeiter immer schwieriger zu finden und zu motivieren sind“, schließt Grundner.

Zu guter Letzt spielt das Thema Nachhaltigkeit eine wesentliche Rolle im Sommer. Da man hierfür in den letzten Jahren allerdings wenig geleistet hat, heißt es erstmals den Status-Quo der Branche zu ermitteln. Dafür werden die 160 Basiskriterien des Gütesiegels um Kriterien, u.a. in den Bereichen Natur- und Umweltschutz sowie Energie- und Ressourceneffizienz erweitert. Im Herbst soll ein CO2-Rechner für die Betriebe hinzukommen. Aus den Ergebnissen sollen künftige Handlungsempfehlungen und Infomaterialien entwickelt werden.

www.sommer-bergbahnen.at
www.wko.at
www.austriatourism.com

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