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Sicherer Tourismus auf der Alm

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Das Weidevieh ist schön anzuschauen, aber darf nie unterschätzt werden.
Das Weidevieh ist schön anzuschauen, aber darf nie unterschätzt werden.

Anlässlich der gestarteten Almsaison haben Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig und Tourismusstaatsekretärin Kraus-Winkler gemeinsam einen Folder zum Thema „Sicherer Almtourismus“ präsentiert.

Durch den Wanderboom und zuletzt die Coronavirus-Pandemie ist die Beliebtheit von Almwanderungen deutlich gestiegen. Der Almtourismus hat somit eine wesentliche wirtschaftliche Bedeutung, trägt zur ökonomischen Stärkung der Region bei, schafft Arbeitsplätze und verringert dadurch Abwanderung. „Der Almsommer in Österreich ist traditionell Teil unserer nationalen Identität und in vielerlei Hinsicht erfolgsentscheidend für den sanften Tourismus in den alpinen Regionen“, betont Kraus-Winkler. 

Zwischen Ende Mai und Anfang Juni findet in Österreich der traditionelle Almauftrieb statt, die Alm-Saison ist also voll angelaufen. Viele Gäste sind zum ersten Mal auf den Almen unterwegs. Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig und Tourismus-Staatssekretärin Susanne Kraus-Winkler appellieren daher an ein gutes Miteinander auf Österreichs Almen und erinnern an die „10 Regeln für einen sicheren Umgang mit Weidevieh“. Aber auch Vermüllung auf der Alm wie Plastik-Verpackungen oder Hundehäufchen wird zu einer immer größeren Herausforderung.

Die Landestourismusorganisationen haben den Folder mit Erklärung der zehn Verhaltensregeln für die weitere Verteilung in den Regionen erhalten. Auch die Wirtschaftskammer informiert die Tourismusbetriebe. Die Information ergeht auch an Almbäuerinnen und Almbauern mit dem Ersuchen, auf die Verhaltensregeln aufmerksam zu machen.

Die Almen sind kein Disneyland

Nach dem Tod einer Almbesucherin aufgrund eines Zwischenfalls mit einer Kuh und dem entsprechenden Urteil 2019 hat das Landwirtschaftsministerium reagiert und gemeinsam mit Almwirtschaft und Tourismus wurde der „Aktionsplan für sichere Almen“ erstellt. Seitdem gibt es 10 Regeln für das richtige Verhalten im Umgang mit Weidevieh und die Eigenverantwortung von Alm-Besuchern wurde erstmals gesetzlich verankert. Die Seite www.sichere-almen.at wurde ins Leben gerufen, wo detaillierte Informationen und Erklärvideos zur Verfügung stehen.

In Österreich gibt es ca. 23.800 Betriebe mit Almauftrieb auf mehr als 8.000 Almen, davon über 4.540 mit Behirtung. 2021 wurden rund 300.000 Rinder, 100.000 Schafe und 10.000 Ziegen aufgetrieben. Im Vorjahr waren rund 7.200 Almhirtinnen und Almhirten im Einsatz. Die Almwirtschaft ist auch ein enormer Tourismus-Faktor in Österreich und auch ein Einkommens-Faktor für Bäuerinnen und Bauern. Urlaub am Bauernhof etwa bietet über 450 qualitätsgeprüfte Almhütten an: Von der Selbstversorgerhütte in absoluter Alleinlage auf über 2.000m Seehöhe, bis hin zum bewirtschafteten Almgasthaus, wo man mit Hausmannskost und lokalen „Schmankerln“ verwöhnt wird. Zudem gibt es in jeder Almhütten-Kategorie ausgewiesene, stilvoll eingerichtete und besonders komfortable Premiumhütten mit vielen Annehmlichkeiten, die man auf einer Almhütte nicht unbedingt erwarten würde.

(Red)

Almenfolder_10_Verhaltensregeln.pdf
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