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Malaysia Airlines

Tiefe Krise

Für Malaysia Airlines war der Abschuss von MH17 die zweite Tragödie innerhalb weniger Monate.

Am 8. März 2014 war Flug MH370 mit 239 Menschen auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking spurlos verschwunden. Nach dem Wrack wird bis heute gesucht. Die schon angeschlagene malaysische Airline stürzte in eine tiefe Krise. Der staatliche Vermögensfonds Khazanah kaufte alle Aktien der Airline auf. Dann stellte er den als Sanierer bekannten deutschen Spezialisten Christoph Müller an die Spitze der Fluggesellschaft. Er startete einen drastischen Sparkurs. Gut ein Drittel der 20.000 Beschäftigten wurde entlassen. Wenig profitable Routen, auch nach Frankfurt, wurden eingestellt. Die Airline will ihre großen Flugzeuge verkaufen und sich auf den regionalen Markt konzentrieren. Müller will die Airline unter neuem Namen bis 2017 auf Wachstumskurs führen. Mehr als zwei Drittel der 298 Insassen von MH17 seien bereits entschädigt worden, sagt ein Mitarbeiter. In einigen Fällen ziehe sich das Verfahren hin, weil die Familienverhältnisse der Opfer kompliziert seien. Über die Summen macht die Airline keine Angaben. Australische Familien wollen die Airline und die Regierungen Medien zufolge auf Millionenentschädigungen verklagen, etwa mit dem Argument, der Flug über das Kriegsgebiet sei zu gefährlich gewesen.
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