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Konferenz

Wien: The Place to be

WienTourismus/Rainer Fehringer
Gernot Wagner hob die Bedeutung von Städten hervor, die aufgrund ihrer Effizienz ein besonders geeignetes Modell für den Tourismus sind.
Gernot Wagner hob die Bedeutung von Städten hervor, die aufgrund ihrer Effizienz ein besonders geeignetes Modell für den Tourismus sind.

Bei der Wiener Tourismuskonferenz diskutierten internationale Expert:innen Herausforderungen und Chancen für Wiens Visitor Economy und gaben Impulse für die nachhaltige Weiterentwicklung der Destination.

Städtedestination gingen in den vergangenen Jahren durch eine Zäsur, Wien ist da nicht ausgenommen. Trotzdem gelingt der Stadt mit ihrem touristischen Angebot ein großes Comeback, wie es scheint. "Weil wir nie aufgehört haben zu arbeiten", meint Tourismusdirektor Norbert Kettner und fußt dieses Statement auf den Rückmeldungen aus der Branchen und von Gästen. Wie sich die Stadt weiterentwickeln wird oder kann, war Kernthema der Wiener Tourismuskonferenz. Über 300 Gäste wurden vor Ort in der Ariana Event Halle in der Seestadt Aspern gezählt, knapp 200 Zuseher:innen schalteten sich via Livestream zu. Neben innovativen Key Notes internationaler Expert:innen rund um das Thema "Place Making" informierte Tourismusdirektor Norbert Kettner über aktuelle Kennzahlen der Wiener Tourismuswirtschaft, Aktivitäten des WienTourismus und das bevorstehende Jahresmotto 2023, das der Wiener Weltausstellung 1873 gewidmet ist.

Unter dem Motto "Vision & Aufbruch – 150 Jahre Wiener Weltausstellung" feiert die Stadt dann ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft im Zeichen großer urbaner Visionen. Denn gerade in herausfordernden Zeiten sind Innovationskraft, Weltoffenheit und Kultur wesentliche Bestandteile einer Stadt und Wien im Speziellen. Wien habe seine Gastgeberrolle in diesen 150 Jahren perfektioniert, betonte Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke in seiner Eröffnungsrede.

Wiener Tourismuskonferenz 2022 - relive


Starkes Comeback

Tourismusdirektor Norbert Kettner berichtete in seiner Präsentation ( Wiens_Tourismus_Daten_und_Fakten), dass Wiens Tourismus nach über zwei herausfordernden Jahren der Pandemie wieder in seine gewohnte Rolle fand und ein beeindruckendes Wachstum hinlegte: Seit April überschritten die Wiener Beherbergungsbetriebe pro Monat wieder die Millionenmarke bei den Nächtigungen, im Juli erreichte der Netto-Nächtigungsumsatz erstmalig wieder sein Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019 und die USA haben sich als Wiens stärkster Fernmarkt wieder auf Platz 3 der Nächtigungsstatistik hinter Österreich und Deutschland zurückgemeldet. Amerikaner sind mittlerweile auch wieder die wichtigsten Kunden der Top-Hotellerie.

Das Zimmer- und Bettenangebot in der Destination übertrifft nach Rückgängen im Jahr 2021 bereits sein Niveau 2019, zudem ist die Preisentwicklung sehr positiv. Bei den Onlinebewertungen geht es leider etwas hinab, ein Phänomen, das aber in allen europäischen Städten zu beobachten ist. Der Grund ist die Mitarbeiterproblematik: zu viel Arbeit für zu wenige Dienstleister. Wichtige Benchmarks für die Meeting-Industry – allen voran das Ranking der International Congress and Convention Association – weisen Wien an weltweiter Top-Position der Tagungsmetropolen aus.
Auf der Bühne (v. l.): Helmut Gruber (Vizepräsident der Arbeiterkammer Wien), Moderatorin Sonja Kato, Peter Hanke (Amtsführender Stadtrat für Finanzen, Wirtschaft, Arbeit, Internationales und Wiener Stadtwerke sowie Präsident des WienTourismus), Norbert Kettner (Geschäftsführer WienTourismus) und Markus Grießler (Spartenobmann Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Wien)
WienTourismus/Rainer Fehringer
Auf der Bühne (v. l.): Helmut Gruber (Vizepräsident der Arbeiterkammer Wien), Moderatorin Sonja Kato, Peter Hanke (Amtsführender Stadtrat für Finanzen, Wirtschaft, Arbeit, Internationales und Wiener Stadtwerke sowie Präsident des WienTourismus), Norbert Kettner (Geschäftsführer WienTourismus) und Markus Grießler (Spartenobmann Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Wien)

Erlebnisräume mit hoher Lebensqualität

Als internationale Gastredner konnten Gernot Wagner und Martha Thorne gewonnen werden. Der österreichische Klimaökonom Gernot Wagner, der an der Columbia Business School zu den Themen Klimarisiken und Klimapolitik forscht, schreibt und lehrt, erklärte in seiner Key Note, dass Städte nicht nur die niedrigsten CO₂-Emissionen vorweisen, sondern aufgrund ihrer Effizienz auch ein besonders geeignetes Modell für den Tourismus sind. Ganz im Gegensatz zur Zersiedelung und dem Einfamilienhaustrend am Land samt falschen Anreizen, Stichwort Bahnhof Tullnerfeld.

Martha Thorne, Professorin an der IE School of Architecture and Design in Madrid und ehemalige Direktorin des Pritzker-Preises, forderte in ihrer Rede dazu auf, Tourismus neu zu denken, Marketingmodelle zu kreieren, die über das bloße "Konsumieren" eines Ortes hinausgehen und eine ganzheitliche Sichtweise ins Zentrum stellen: Besucher:innen, Bewohner:innen und die gastgebende Stadt sollen einen Mehrwert haben. 

Gelungene Eventkooperation

Rund um die Wiener Tourismuskonferenz, die als Green Meeting zertifiziert war, lud der WienTourismus erstmals gemeinsam mit dem 196+ forum Vienna der PKF hospitality group und Museum Booster (mehr dazu HIER) die Gäste aller drei Veranstaltungen zu insgesamt 13 geführten Stadtspaziergängen ein: Walk & Talk gab interessante Einblicke in Hotels, Shops, Museen und Highlights in der Wiener Seestadt Aspern und schlug eine Brücke zwischen der Hospitality-, der Tourismus- und der Kulturbranche.

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