Keine Akzeptanz: Damen-Urinale werden a... Plus Artikel
 
Keine Akzeptanz

Damen-Urinale werden abgebaut

Kongresshaus Salzburg: Keine Damen-Urinale mehr. Bilder: sanitärwelt.de
Kongresshaus Salzburg: Keine Damen-Urinale mehr. Bilder: sanitärwelt.de

Es war d e r Aufreger als das neue Kongresshaus in Salzburg eröffnete. In vier Damentoiletten wurden so genannte Damen-Urinale montiert, anhand derer in einer unmöglichen Hock-Position und berührungslos die Notdurft hätte verrichtet werden sollen.

Salzburgs Tourismus-Chef Bert Brugger zog nun einen Schlussstrich. Er gab den Auftrag, die vier Damen-Urinale im Salzburger Kongresshaus abzumontieren. Die Event-Location, die zum Verantwortungsbereich des Managers gehört, soll wieder herkömmliche Sitztoiletten bekommen.

Es war ein gehöriger Aufreger im Jahr 2002 als das Kongresshaus eröffnet wurde. Wutentbrannt äußerten sich Damen in nobler Garderobe über diese unmöglichen Toiletteneinrichtungen. Die Architekten und Sanitärausstatter dachten sich wohl besonders originell zu sein, als sie die Damen-Urinale montieren ließen. Für deren fachgerechte Benutzung war eine gewisse Sportlichkeit Bedingung. Musste doch eine Art „Abfahrtshocke“ eingenommen werden, um die Notdurft verrichten zu können. Der berührungslose Toilettengang mutete für viele befremdend an.

Auch wenn die Hersteller solcher Toilettsysteme in ihrer Produktbewerbung den hygienischen Vorteil, den geringen Wasserverbrauch und den geringen Platzbedarf herauskehren, versanken die vier Damen-Urinale in Salzburg bald in einen Dornröschenschlaf: Sie waren über die Jahre hindurch oft zugesperrt.

Denn die Urinale brachten auch Missverständnisse mit sich und wirkten abschreckend: Nicht wenige Frauen vermuteten, es handle sich um Herrentoiletten und verließen fluchtartig die Kabine. Auch über die Funktionsweise waren sich einige nicht im Klaren, obwohl eine Skizze die Anwendung veranschaulichte. Gag am Rande: Die Umrüstung ist mit 21.000 Euro veranschlagt.
stats