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Iran erwartet Tourismus-Boom

Fokus auf Kultur- und Geschäftsreisen. Bild: iran-erleben.de
Fokus auf Kultur- und Geschäftsreisen. Bild: iran-erleben.de

Nach dem Abschluss der Atomverhandlungen zwischen dem Iran und den USA wittern die touristischen Goldgräber Morgenluft. Zahlreiche Hotelprojekte stehen in den Startlöchern.

Der Atomdeal und die Lockerung der Sanktionen lösen Erwartungen an einen touristischen Goldrausch aus: Iran bietet als Reiseziel eine Fülle an kulturellen Erlebnissen und soll dies immer mehr internationalen Touristen zeigen. Der Hotelmarkt bedarf erheblicher Erweiterungen und Neuerungen. In der Hauptstadt Teheran gibt es derzeit gerade mal 96 Hotels; zum Vergleich: In Dubai stehen 657 Häuser.

Im vergangenen Jahr erreichten gerade mal 4,8 Millionen Touristen den Iran. Laut Erhebungen von TRI Consulting betrug die Auslastung der Tophotels in Teheran zuletzt 79 Prozent bei einer Durchschnittsrate von 108 US-Dollar und einem Revpar (Umsatz pro verfügbarem Zimmer) von 85 US-Dollar. Nun erwarten Hotelexperten einen Anstieg an Geschäftsreisenden, u.a. durch zahlreiche Staatsbesuche der westlichen Welt. Der deutsche Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel machte den Anfang, Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi flog ebenso ein, wie Österreichs Bundespräsident Heinz Fischer, der die traditionell guten Beziehungen mit dem Iran mit einem Staatsbesuch im September anführt. Frankreichs Präsident Francois Hollande macht es umgekehrt und lud Irans Präsidenten Rohani nach Paris ein. Delegationen und eine unüberschaubare Schar an Firmenvertretern werden im Zuge dieser offiziellen Visiten folgen.

Gerade in den oberen Hotelkategorien sind moderne Konzepte gefragt. Schon heute wird rund die Hälfte der Übernachtungen in den Teheraner Hotels von Geschäftsreisenden generiert. Der Großteil der Inbound-Übernachtungen im Iran war bislang religiös motiviert. Doch nun strömen immer mehr westliche, kulturell interessierte Touristen in das Land, u.a. die 17 Unesco-Welterbestätten zu besichtigen. Das internationale Beratungsunternehmen Horwath HTL prophezeite den Aufschwung des Tourismus im Iran als das „nächste große Ding“. Eine wahre Luxusreisen zu den Juwelen Persiens verspricht ein neuer Reisezug, der ab Herbst zwischen Budapest und Teheran pendeln soll. Die „Golden Eagle Luxury Trains“ zeigen den Panoramen von Okzident und Orient in 15 Tagen – für rund 13.000 Euro pro Person.

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