Interview: Andreas Jahnke – "Beim Metave... Plus Artikel
 
Interview

Andreas Jahnke – "Beim Metaverse nicht den Anschluss verpassen"

Accenture
Andreas Jahnke ist Managing Director bei Accenture und Experte für Luftverkehr und Reisewirtschaft. Zu seinen Fokusthemen gehören die digitale Transformation sowie innovative Geschäftsmodelle.
Andreas Jahnke ist Managing Director bei Accenture und Experte für Luftverkehr und Reisewirtschaft. Zu seinen Fokusthemen gehören die digitale Transformation sowie innovative Geschäftsmodelle.

Das Metaverse – die nächste Stufe des Internet – birgt großes Potenzial für Reiseanbieter. Accenture-Berater Andreas Jahnke sagt, welche Chancen die Verschmelzung von virtueller mit realer Welt bietet.

fvw|TravelTalk: Warum sollten Unternehmen sich jetzt mit dem Metaverse beschäftigen?

Andreas Jahnke: Das Metaverse – die Idee einer digitalen Welt, in der das Virtuelle mit dem Realen verschmelzen kann – hat großes Potenzial. Es wird die Form, wie Unternehmen und Marken künftig mit Verbrauchern interagieren, grundlegend verändern. Schon jetzt gibt es ein großes Spektrum erster Metaverse-ähnlicher Umgebungen – von Spielplattformen wie Roblox bis hin zu Augmented-Reality-Erlebnissen.

Diese Versionen des Metaverse nutzen noch unterschiedliche Plattformen, Partner und Technologien. Sie werden irgendwann zu einer einheitlichen virtuellen Erfahrung verschmelzen, so wie auch das Internet letztlich globale Standards geschaffen hat. Deshalb ist es für Unternehmen wichtig, hier den Anschluss nicht zu verpassen.

Welche Chancen bietet das Metaverse für die Reisebranche?

Der Bedarf wächst: 54 % der Verbraucher, die Accenture in 16 Ländern befragt hat, geben an, dass sie daran interessiert sind, virtuelle Unterhaltung zu kaufen, etwa Tickets für ein Konzert, eine Show oder ein Sportereignis, das in einer virtuellen Welt stattfindet.

50 % sind interessiert, ein virtuelles oder Augmented-Reality-Erlebnis zu kaufen, zum Beispiel eine Sightseeing-Tour. Solche Erlebnisse sind gute Möglichkeiten, Inspirationen für Reisende zu schaffen. Schaut man sich beispielsweise den Grand Canyon in Virtual Reality (VR) an, kann das ein sehr guter erster Eindruck zu einem möglichen Reiseziel sein.

Wo steht die Touristik im Vergleich zu anderen Sektoren?

Viele Unternehmen und Branchen sammeln bereits erste positive Erfahrungen. So hat McDonald’s eine Marke für virtuelle Restaurants angemeldet, die Kunden echte Burger und Pommes nach Hause liefert. Bei Emirates lässt sich die erste Klasse mit einer App und dem VR-Headset Oculus erkunden.

Ein weiteres Beispiel sind VR-Rundgänge durch die Flugzeugflotte. Touristische Unternehmen können ebenfalls virtuelle und Augmented-Reality-Erlebnisse anbieten, die physische Reisen nicht ersetzen, sondern sie ergänzen.

Wie können auch kleine Unternehmen, etwa Reisebüros oder Spezialveranstalter, mithalten?

Sie können beispielsweise ihren Kunden ermöglichen, anstelle eines Selfies Inhalte in VR aufzunehmen. Die Erinnerung ist dann viel stärker. Verbunden mit einer Sharing-Funktion lassen sich diese Urlaubsinhalte in sozialen Netzwerken teilen und auf diese Weise neue Kunden ansprechen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf fvw.de

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