DERTOUR & REWE AUSTRIA TOURISTIK: Fusion... Plus Artikel
 
DERTOUR & REWE AUSTRIA TOURISTIK

Fusion und gute Geschäfte

APA

Der Reiseveranstalter bilanziert mit einer Sommersaison mit Zahlen über 2019 und einer guten Buchungslage für den Winter. Die großen Gewinner sind die Malediven und Türkei. Mitte 2023 fusionieren REWE Austria Touristik & DERTOUR Austria.

Das Zusammenrücken von REWE Austria Touristik und DERTOUR Austria wird auf die nächste Stufe gehoben, aus beiden Firmen wird auch rechtlich eine. Das gab Geschäftsführer Martin Fast bei der Programmpräsentation heute Mittwoch bekannt. Bis Mitte 2023 soll es soweit sein. Den (neuen) Namen des Unternehmens kann er noch nicht verraten, die Standorte Wien und Salzburg werden jedenfalls beibehalten. Schon bisher waren auf operativer Ebene REWE Austria Touristik und DERTOUR Austria in vielen Bereichen verschmolzen. Zuletzt gab es eine IT-Umstellung bzw. der Buchungssysteme. "Da waren wir die letzten Wochen für Fragen und Anliegen von Partnern aus der Branche nicht so einfach zu erreichen wie normal. Ich bitte um Verzeihung und verspreche Verbesserung", so Fast über vereinzelte Probleme bei der Umstellung.

Für den Endkunden ändert sich mit der Fusionierung nichts. Bereits seit Anfang November sind die Produkte von BILLA Reisen ausschließlich im Direktvertrieb buchbar, aus den Reisebüros hat man sich mit der Marke zurückgezogen.

Der große Gewinner Malediven

Neben diesen Neuigkeiten zog Martin Fast auch ein erstes Fazit zum Reisejahr 2022/23. Zusammengefasst: die Pauschalreise boomt und Fernreisen punkten. Die großen Gewinner des Sommers waren deutlich besser gebucht als im Vergleich zum Sommer 2019. Die Malediven lagen umsatzmäßig sogar um 89 Prozent über dem Vorpandemiejahr. Deutlich nach oben zeigte der Trend für die Türkei (+ 47 %), Mauritius (+ 47 %), Griechenland (+ 28 %) und Ägypten (+ 28 %). Der Malediven-Trend im Sommer hält also an. Für Fast liegen die Gründe unter anderem als Folge der Pandemie auch im psychologischen Bereich, eine Insel verspreche für Reisende gefühlt höhere Sicherheit. Rückgängig waren die Buchungen im Sommer 2022 im Vergleich zu 2019 hingegen bei Kroatien (- 32 %) und den USA (- 32 %).
REWE Austria Touristik & DERTOUR Austria Geschäftsführer Martin Fast kann über einen ausgezeichneten Sommer berichten.
REWE Austria Touristik/Robert Polster
REWE Austria Touristik & DERTOUR Austria Geschäftsführer Martin Fast kann über einen ausgezeichneten Sommer berichten.

"Generell wurde im Schnitt pro Reise mehr ausgegeben als vor der Pandemie. Man wollte sich wohl vermehrt etwas gönnen bzw. hat auch auf Qualität gesetzt", sagt Fast. 51 Prozent gaben für Urlaub 2022 mehr aus als im Jahr 2019, 73 Prozent davon machten Urlaub in der höheren Sterne-Kategorie. Die Aufenthaltsdauer sei im Schnitt um 15 Prozent gestiegen (von durchschnittlich 9,9 Tage auf 11,2 Tage), die Ausgaben für die Reise um 14 Prozent. Im Luxussegment gab es gar keine Zurückhaltung, die Preise spielten keine Rolle.

Ab in die Ferne

Die Malediven waren nicht nur die Gewinner im Sommer, sondern sind auch in der aktuellen Wintersaison überaus gefragt. Ähnlich verhält es sich mit Ägypten. "Nachdem Thailand nun die Reisebeschränkungen sehr gelockert hat, wird auch dieses Reiseziel zur gewohnten Stärke zurückfinden", ist Martin Fast überzeugt. "Zu den weiterhin beliebten Destinationen gehören Spanien (Kanaren), Mauritius und die Dominikanische Republik. Bei den USA, Emiraten und Tansania spüren wir noch etwas mehr Zurückhaltung."

Generell gilt, Pauschalreisen und vor allem all-inclusive Reisen sind auch bei Jüngeren gefragt. "Pauschal ist nicht egal", so Fast. Was weiterhin anhält, ist ein sehr kurzfristiges Buchungsverhalten.

Sommerurlaub 2023 – erste Prognosen

Gebucht wird bereits für den Sommer 2023. "Der Trend Nummer eins sind Anreisen mit dem Auto und das Mittelmeer", sagte der Rewe-Austria-Touristik-Chef. Weiters sehr gefragt seien das "preisattraktive Tunesien" und die Türkei. "Die Malediven sind nach wie vor und unglaublich für mich auch im Sommer 2023 der 'Darling' unserer Kundinnen und Kunden", freut sich Fast.

Im Programm von BILLA Reisen gibt es mit der "grünen Insel" Thassos zudem einen Geheimtipp für alle, die Ruhe und das ursprüngliche Griechenland suchen. "Wir fliegen sie einmal die Woche mit unserem Partner AUA an und haben auch für die Klassiker Kreta und Rhodos ein sehr gutes Flugprogramm. Außerdem bieten wir 2023 einige neue Rundreisen nach Nordgriechenland, Italien, Mazedonien und die Britischen Inseln", erklärt Martin Fast. Neu im Programm sind Disney-Kreuzfahrten ab Barcelona, zudem wird es ab Juni 2023 den neuen Aldiana Club Side Beach des Premium-Anbieters.

Die Inflation wird allerdings ihre Spuren in der Urlaubskasse hinterlassen. Die Teuerungen wird bei den Produkten von REWE Austria Touristik und DERTOUR Austria - je nach Destination - zwischen 2 und 20 Prozent betragen. Günstig wird es in Tunesien bleiben (2 bis 5 %), bei den USA schlägt das Pendel in die andere Richtung. "Wir haben verlässliche Partner und unsere Kontingente auch sehr bewusst und umsichtig eingekauft", so Fast. Er rät Kunden, in den nächsten zwei Monaten zu buchen. Denn die höchsten Rabatte gibt es in der Regel bei Buchung bis zum 28. Februar. Großes Sparpotenzial gibt es auch bei den beliebtesten Badezielen auf Nah-, Mittel- und Fernstrecke noch bis Ende 2022: Angebote liegen hier zwischen 25 und 50 Prozent des regulären Hotelpreises. Ein Hit ist jedenfalls sowohl bei Kunden als auch für den Reiseveranstalter das Flexpaket, das rund die Hälfte der Kunden dazubuchen.

Mehr als ein Trend ist jedenfalls auch die Nachhaltigkeit. "Als Teil der DER Touristik Group ist es unser Anspruch, mithilfe des Tourismus zu positiven Veränderungen beizutragen", betont Fast. Bereits zum dritten Mal gibt es einen Magalog im Programm, der auf mehr als 100 Seiten 39 besondere Projekte und nachhaltig zertifizierte Hotels weltweit präsentiert.

5 große Trends in der Reisebranche laut Martin Fast

 

  • Nachholbedarf: Nach mehr als 2 Jahren Pandemie hat sich eine gewisse Corona-Müdigkeit eingestellt. Das Bedürfnis, auszuspannen und dem Alltag zu entfliehen, war selten größer. 
  • Preissensibilität: Die hohe Inflation führt zu verstärkter Preissensibilität, die Unsicherheit ist auch post-Corona nicht gesunken. 
  • Sicherheit: Corona wurde von weiteren Unsicherheiten nahtlos abgelöst, die Buchungen bleiben daher kurzfristig, Flexpakete sind gefragt, die Badewanne Mittelmeer boomt. 
  • Bequemlichkeit: All-inclusive-Angebote sind gefragt – auch bei Jüngeren wieder. 
  • Luxus läuft: Der Verzicht der letzten beiden Jahre führt zur erhöhten Nachfrage nach höherer Qualität.
 

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