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Betrugsverdacht bei Flughafenbau

Beim Bau des deutschen Hauptstadtflughafens BER stehen leitende Mitarbeiter sowie deutsche Großkonzerne laut einem Zeitungsbericht unter Betrugsverdacht.

Nach Informationen der "Bild am Sonntag" ermittelt die Anti-Korruptions-Beauftragte der Flughafengesellschaft wegen entsprechender Hinweise. Seit dem Baubeginn 2006 stiegen die Kosten für den Flughafen von zwei auf 5,4 Milliarden Euro. Demnach sollen sich BER-Führungskräfte gegenüber den Unternehmen Siemens, Bosch und der Deutsche Telekom-Tochter T-Systems auffällig großzügig gezeigt und die Bezahlung überhöhter Rechnungen angewiesen haben. Manager der Flughafengesellschaft hätten bis zur Absage des Eröffnungstermins Mitte 2012 fast jede Forderung der drei Firmen anstandslos bewilligt, berichtete das Blatt unter Berufung auf interne Dokumente. So habe etwa Siemens nachträglich 22 Mio. Euro erhalten, nachdem das Unternehmen wegen zusätzlicher Leistungen 22,9 Mio. Euro gefordert habe. Bei T-Systems zahlte die Flughafengesellschaft demnach 99 Prozent der Nachforderungen. Derart hohe Nachzahlungsquoten sind laut Juristen der Flughafengesellschaft "einmalig und verdächtig", heißt es laut der Zeitung in dem Bericht. Während die Konzerne dies nicht kommentieren wollten, kündigte ein Flughafen-Sprecher auf Anfrage der Zeitung an, "sämtliche seit Projektbeginn geleisteten Zahlungen einer nochmaligen, gesamthaften Prüfung zu unterziehen". Der BER war für eine Stellungnahme zu dem Bericht der "Bild am Sonntag" zunächst nicht zu erreichen. In den vergangenen Jahren führten geplatzte Termine, Planungsfehler und Baupfusch am neuen Flughafen zu einem Debakel. Der Hauptstadtflughafen soll nun im zweiten Halbjahr 2017 in Betrieb genommen werden.
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