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Wie der Veranstalter die Umsatzstaffeln ändert

Holger Peters
Alltours-Vertriebschef Georg Welbers zahlt weiter zehn Prozent ab der ersten Buchung.
Alltours-Vertriebschef Georg Welbers zahlt weiter zehn Prozent ab der ersten Buchung.

Die Provision des Düsseldorfer Veranstalters für das kommende Touristikjahr steht. Vertriebsgeschäftsführer Georg Welbers passt das Modell an einigen Stellen an.

In der aktuellen Sommersaison verzeichnet Alltours eigenen Angaben zufolge zweistellige Zuwächse bei Umsatz und Gästezahlen. "Im kommenden Geschäftsjahr rechnen wir mit einem nochmaligen Wachstum", sagt Georg Welbers, Geschäftsführer für Vertrieb und Marketing.

Das zweistellige Wachstum kostet den Veranstalter einiges an Provisionen für die Mittler. Doch Welbers räumt unumwunden ein: "Ohne die Reisebüros hätten wir nicht so gut abgeschnitten."

Mit der neuen Vergütung sollen die Reisebüros bei gleichem Umsatzniveau höhere Provisionen erzielen können als im Vorkrisenjahr 2018/19. Der Vertriebschef belässt im Wesentlichen das bekannte Modell.

Es bleibt bei zehn Prozent Grundprovision ab der ersten Buchung, damit bleibt Alltours der Regelung treu, keinen Vorjahresvergleich bei den Umsätzen anzustellen. Auch der im Krisenjahr 2020/21 eingeführte Bonus von bis zu 0,5 Prozentpunkten bei dem Verkauf von Allsun-Hotel wird im kommenden Touristikjahr fortgeführt.

Beides sei bei den Reisebüros sehr gut angekommen, sagt Welbers. Deshalb seien diese Eckpunkte auch 2022/23 "eine maßgebliche Säule im Provisionsmodell".

Der Bonus für die 30 Allsun-Häuser – die eigenen Hotels finden sich auf den Balearen, den Kanaren sowie Kreta – startet mit 0,25 % für Umsätze ab 50.000 Euro und geht über 0,4 % hoch bis 0,5 % ab 150.000 Euro Umsatz.

Eine Umsatzstaffel fällt weg

Leichte Änderungen nimmt der Vertriebschef bei den Umsatzstaffeln vor. Die Staffel mit 75.000 Euro ist weggefallen. "Der durchschnittliche Umsatz ist derzeit sechsstellig", erklärt der Vertriebsgeschäftsführer.

Ab 100.000 Euro erhalten die Mittler 10,5 % zuzüglich 0,4 % auf Allsun-Buchungen. Ab 150.000 Euro gibt es wie bislang elf Prozent Provision plus 0,5 % Bonus.

In der Spitze bis 13 %

Und Welbers zieht eine Umsatzstufe bei 200.000 Euro ein, die er mit 11,5 % vergütet, zuzüglich Allsun-Bonus. Ab einem Umsatz von 300.000 Euro zahlt der Veranstalter zwölf Prozent plus Bonus. Ab 550.000 Euro gibt es wie gehabt 12,5 %. Mit dem Allsun-Bonus erreichen Mittler dann bis zu 13 % Provision.

In die Vergütung fließen alle Reiseumsätze der Marken Alltours Klassik, Alltours Dynamisch sowie Byebye mit ein. Dazu gehören neben den klassischen und dynamischen Flugpauschalreisen auch Individualreisen, Umbuchungsgebühren sowie die Versicherungsumsätze.

Das vorige Modell mit einer Extra-Vergütung für die Versicherungen hat Welbers eingestellt. Es habe nicht zu einer entsprechenden Steigerung bei diesen Umsätzen geführt. Nur-Flug-Buchungen fließen in die Ermittlung der Staffelprovision ein.

Die Düsseldorfer unterstützen die Vertriebspartner zudem mit Marketing-Maßnahmen. Dazu zählen etwa Schaufensterdekos und bundesweite Radiowerbung, in der Reisebüros als Vertriebsweg erwähnt werden.

Just im Juli haben die Agenturen die Winterkataloge mit einem erweiterten Programm erhalten. Auf der Rückseite der Broschüren werben die Duisburger explizit mit dem Slogan "Der Weg zum Strand geht übers Reisebüro". Zudem hat Alltours seine Regelung, die bis 14 Tage vor Abreise eine kostenfreie Stornierung erlaubt, auf die Wintersaison 2022/23 ausgedehnt.

Erklärtes Ziel der Düsseldorfer ist es, dass die Reisebüros aktiv auf den Veranstalter steuern. Die Schwierigkeiten in der Erreichbarkeit im ersten Corona-Jahr sind behoben. Alltours hat reagiert, in Stellenanzeigen investiert und so wahrscheinlich viele Mitarbeiter aus der Kurzarbeit für sich gewonnen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf fvw.de

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