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Wunsch nach Codeshare-Vereinbarung

Emirates-Chef geht auf Lufthansa zu

Emirates
Sir Tim Clark führt Emirates seit 2003 als Präsident und Chief Operating Officer.
Sir Tim Clark führt Emirates seit 2003 als Präsident und Chief Operating Officer.

Emirates-Präsident Tim Clark schlägt der Lufthansa-Gruppe eine Partnerschaft vor. Er sieht Lücken im Lufthansa-Streckennetz, die seine Airline schließen könne.

Als einen denkbaren Weg der Zusammenarbeit schlägt Clark eine Codesharing-Vereinbarung vor. Das sagte der langjährige Emirates-Lenker laut "Süddeutscher Zeitung" am Rande des SZ-Wirtschaftsgipfels in Berlin. Ein Codesharing könnte Flüge nach Australien oder sogar zwischen Dubai und Berlin beinhalten, schlug Clark vor.

Wenn es Vorteile bringt

Lufthansa erklärte in einer Reaktion gegenüber der Zeitung, dass sie bereits viele Partnerschaften mit anderen Airlines unterhalte, sich aber "über jedes weitere Interesse" freue. Jede neue Vereinbarung müsse aber Vorteile für beide Seiten bieten, schränkte Lufthansa ein.

Lufthansa und Emirates sind bekanntlich keine Freunde. Lufthansa-CEO Carsten Spohr kritisiert die Fluggesellschaften vom Persischen Golf, allen voran Emirates, immer wieder dafür, mit staatlicher Rückendeckung zu agieren und somit nicht nach den Regeln des freien Marktes agieren zu müssen.

Emirates weist das von sich – und kann sich nun sogar eine Zusammenarbeit vorstellen. Der Zeitpunkt ist seitens Emirates geschickt gewählt. Denn Spohrs Kritik hat seit der Corona-Pandemie an Gewicht verloren: Ohne staatliche Rückendeckung wäre seine Lufthansa in die Pleite geflogen.

Auf vier Ziele reduziert

Die Airline aus Dubai darf entsprechend einem Luftverkehrsaufkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten nur vier Flughäfen in Deutschland bedienen, die aber mit unbegrenzt vielen Flügen. Aktuell fliegt Emirates Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt und München an. Auf ihrer Wunschliste stehen seit vielen Jahren zudem Berlin und Stuttgart.

Pakt mit Lufthansa-Partner United besteht

Emirates ist bekannt für ihr großes Streckennetz, das Passagiere mit Großraumjets über Dubai mit Zielen in aller Welt verbindet. Weil der Ausbau des Netzes, wie beschrieben, an Grenzen stößt, wünscht sich Tim Clark nun offenbar Unterstützung anderer Airlines, die eigentlich ihre Konkurrenten sind.

Mit einem Lufthansa-Joint-Venture-Partner, United Airlines, ist Emirates bereits handelseinig geworden. United und Emirates haben jüngst ein bilaterales Abkommen verkündet und vermarkten künftig gemeinsam ihre Flüge zwischen Dubai und den USA. Emirates-Gäste kommen so nahtlos zu mehr als 200 US-Destinationen.



Dieser Text erschien zuerst auf www.fvw.de.

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