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Wien/Schwechat

Austrian finanziell wieder auf Kurs

Austrian Airlines/Dietmar Schreiber

Ein starkes drittes Quartal und due Rückzahlung des staatlich besicherten Kredits bringen Austrian in deutlich ruhigere Fahrgewässer.

Nach zweieinhalb krisengebeutelten Jahren hat sich Austrian Airlines mit einem Rekordsommer wieder in die Gewinnzone geflogen. Quartal drei brachte das beste Quartalsergebnis seit über 20 Jahren. Eine gute Liquiditätsentwicklung sowie die Gewährung einer Kreditlinie durch die Lufthansa Group ermöglichen eine vorzeitige Rückzahlung des im Juli 2020 gewährten staatlich besicherten Kredites mit Jahresende 2022. Neben der Einflottung vier fabriksneuer Flugzeuge unterstreicht das beschlossene vorzeitige Ende des Gehaltsverzichtes für alle Mitarbeitendengruppen den Aufwind bei Austrian Airlines. 

Das Ergebnis im Detail

Das dritte Jahresquartal war mit 687 Millionen Euro 2022 mehr als doppelt so umsatzstark als noch im Vorjahr (Q3 2021: 304 Mio. Euro). Die Gesamterlöse von Austrian Airlines beliefen sich in den Sommermonaten auf 718 Millionen Euro (Q3 2021: 316 Mio. Euro). Die Gesamtaufwendungen sind unter anderem aufgrund der stark erhöhten Kerosinkosten auf 609 Millionen Euro gestiegen (Q3 2021: 313 Mio. Euro). Das Adjusted EBIT, welches Bewertungsgewinne/-verluste aus Flugzeugverkäufen bzw. -bewertungen exkludiert, ist mit 110 Millionen Euro das beste Quartalsergebnis seit Jahrzehnten (Q3 2021: 3 Mio. Euro).

Über vier Millionen Fluggäste - und somit 73 % mehr als im Vergleichszeitraum 2021 (Q3 2021: 2,3 Millionen) - vertrauten im dritten Jahresquartal auf Austrian Airlines. Trotz zahlreicher Herausforderungen im europäischen Hochsommer-Reiseverkehr hoben die Austrian Flüge mit einer Regelmäßigkeit von 99,2 % ab. Die über 30.000 unter rot-weiß-roter Heckflosse angebotenen Flüge waren zu durchschnittlich 87,6 % ausgelastet.

Sommerleistung ebnet Weg für Refinanzierung

Mit diesem Rekordergebnis startet Austrian Airlines in das letzte Jahresquartal 2022, welches das Unternehmen mit der vorzeitigen Rückzahlung des staatlich besicherten Kredites beenden wird. Aufgrund der guten Liquiditätsentwicklung und einer Kreditlinie der Lufthansa Group kann die österreichische Heimatairline die verbleibenden 210 Millionen Euro des Gesamtkredites in der Höhe von 300 Millionen Euro mit Jahresende frühzeitig und vollständig tilgen. Die ursprünglich für Ende 2025 geplante Rückzahlung des im Juli 2020 gewährten staatlich besicherten Kredites ermöglicht dem Unternehmen mehr Flexibilität und Gestaltungsspielraum für die Zukunft.

Austrian Airlines CEO Annette Mann: "Dieses Ergebnis hat sich das Austrian Team trotz starken Gegenwindes selbst erkämpft. Wir sind stolz, dank dieser Teamleistung den staatlich besicherten Kredit vorzeitig in voller Höhe rückzahlen zu können, auch wenn die tiefen finanziellen Narben der Pandemie erst in ein paar Jahren ganz verheilt sein werden!"

Solidarischer Gehaltsverzicht wird vorzeitig beendet

Der im Krisenpaket 2020 vereinbarte Gehaltsverzicht für alle Austrian Airlines Mitarbeiter:innen wird bis Juni 2023 schrittweise aufgelöst. Der vorzeitigen Auflösung folgt im kommenden Jahr ein nachhaltiger Inflationsausgleich, der mit den Betriebsräten und Gewerkschaften des fliegenden und des kaufmännisch-technischen Personals vereinbart wurde. In Summe führt dies im nächsten Jahr zu einem durchschnittlichen Plus des ursprünglichen Gehaltes von 10,4 %.

Zum Ende des dritten Jahresquartals beschäftigte Austrian Airlines 5.557 Mitarbeiter:innen. Aktuell rekrutiert das Unternehmen in allen Bereichen neues Personal, um Pensionierungen und Fluktuation auszugleichen und das Flottenwachstum operationell darzustellen. "Wir sind sehr froh, dass wir mit unseren Sozialpartner:innen ein nachhaltiges Paket für unsere Mitarbeitenden schnüren konnten, das Austrian als Arbeitgeber noch attraktiver machen soll. Als österreichischer Leitbetrieb war uns die Anhebung der Lehrlingseinkommen um durchschnittlich 40 Prozent ab 2023 ein großes Anliegen", so Francesco Sciortino, COO und Verhandlungsteamleiter zu den Kollektivverträgen.

Neue Flugzeuge und gute Buchungslage schaffen positiven Ausblick

Nach der krisenbedingten kontinuierlichen Verschlankung erweitert seit Mitte Oktober der erste von vier Airbus A320neo die rot-weiß-rote Bestandsflotte. Die Integration des neuen Flugzeugmodells ist eine Investition in den Standort Wien und zahlt langfristig auf die Unternehmensziele von Austrian Airlines ein. "Das Austrian Team hat die Krise genützt, um sich wettbewerbsfähig aufzustellen, jetzt ernten wir die Früchte für die harte Arbeit und wachsen sogar wieder. Eine weiterhin gute Buchungslage, die sich im Warmwasser-, Europa- und Nordatlantikverkehr zeigt, deutet auch für die kommenden Wintermonate auf eine stabile Flughöhe hin", zeigt sich CCO Michael Trestl optimistisch.

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