SIXT: Rekorde aufgrund von Nachfrage-Boo... Plus Artikel
 
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Rekorde aufgrund von Nachfrage-Boom

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Der Mobilitätskonzern SIXT legt seine Halbjahreszahlen vor, die sich unerwartet gut entwickelten. Die Vorstände Alexander und Konstantin Sixt vermelden neue Rekorde bei Umsatz und Ergebnis.

SIXT erholt sich damit nach der Corona-Krise schneller als so manch anderer Dienstleister in der Reise- und Mobilitätsbranche. Speziell im zweiten Quartal hat der größte Autovermieter hierzulande von einer anhaltend hohen Nachfrage nach Mietautos profitiert. Zuwächse hatte SIXT dabei nicht nur in Europa, sondern auch in den USA zu vermelden, wo der Mietwagen-Anbieter seit mehreren Jahren einen ambitionierten Wachstumskurs verfolgt. Offenbar mit Erfolg, wie die Zahlen belegen.

So konnte das Management für die Monate Januar bis Juni 2022 jetzt einen Konzernumsatz von 1,3 Mrd. Euro ausweisen – und damit 59,4 % mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Auch gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019 legte SIXT damit  um 16,9 % zu und fuhr somit einen neuen Halbjahresrekord beim Umsatz ein.

Flottenausbau gelungen

Auch beim Konzern-Vorsteuerergebnis (EBT) konnten die Brüder Alexander und Konstantin Sixt im ersten Halbjahr mit 223 Mio. Euo einen neuen Rekord erzielen. Das Ergebnis des ersten Halbjahres 2021 übertrafen sie damit um 250 %, das von 2019 um 97 %. 

Als Gründe für die Entwicklung nennen die beiden Vorstände unter anderem ein striktes Kostenmanagement, aber vor allem auch deutliche Umsatzsteigerungen in Europa und den USA. Dabei legte das Geschäft in Europa um 82 % im ersten Halbjahr gegenüber dem entsprechenden Vorjahreshalbjahr zu, das in den USA immerhin um 66 %. Als neuen Markt hat SIXT Kanada entdeckt und ist zudem auch mittels Partnern in Australien aktiv geworden.

Obwohl auf dem Mietwagenmarkt allgemein von einer Fahrzeugknappheit und Produktionsengpässen auf Seiten der Hersteller zu hören ist, konnte SIXT seine Flotte im ersten Halbjahr um 24 % vergrößern und zum Stichtag 30. Juni 2022 wieder 129.400 Fahrzeuge einsetzen. Zum Vergleich: Zum Stichtag 30. Juni 2019 wies SIXT noch 142.000 Fahrzeuge in der Flotte aus. Dem Vor-Pandemie-Wert kommt der Anbieter, der während der Corona-Krise die Flottengröße drastisch zurückgefahren hatte, nun wieder langsam näher.

Festhalten an der Prognose 2022

Speziell aus Nordamerika erhofft sich der Anbieter für die Zukunft neue Impulse und Wachstum. Für die verbleibenden Sommermonate 2022 gehen Alexander und Konstantin Sixt von einem weiterhin positiven Geschäftsverlauf aus. Sie sehen aber auch aufgrund des Ukraine-Krieges erhebliche Unsicherheiten und mögliche "gesamtwirtschaftliche Schwierigkeiten in Europa und den USA". Auch das Zusammenspiel mit den Autoherstellern bleibe problematisch, beteuern die Brüder. Dennoch halten sie für das gesamte Jahr 2022 an den bisherigen Prognosen fest: Sie wollen den Konzernumsatz gegenüber 2021 erheblich steigern und ein Konzern-Vorsteuerergebnis (EBT) zwischen 380 und 480 Mio. Euro abliefern.

SIXT stellt 1.000 weitere Mitarbeiter:innen ein

Und auch den Mitarbeiter:innen kommt das gute Ergebnis zugute. Im ersten Halbjahr hat Co-CEO Alexander Sixt bereits 1.000 Mitarbeiter:innen eingestellt. Weitere 1.000 sollen noch bis Jahresende folgen. Unter anderem lockt der Autovermieter mit einem Gehaltssprung. 

So kommt SIXT mit den bisherigen Neueinstellungen eigenen Angaben zufolge wieder auf 7.305 Mitarbeiter weltweit. Vor der Corona-Krise lag die Zahl bei 8.000, wie das Unternehmen bei der Präsentation der Halbjahreszahlen verkündete.

25 % mehr Gehalt für jeden

Das Unternehmen habe sich bereits früh auf die Suche nach neuen Mitarbeiter:innen begeben. Zudem habe man die Löhne "dramatisch erhöht", wie er erklärte: Jede Mitarbeiter:in habe eine Erhöhung von 25 % gegenüber seinem Gehalt von 2019 erhalten, so Alexander Sixt.

Neue Arbeitsplätze sollen zudem an einem neuen Entwicklungsstandort in Lissabon entstehen. Dort will SIXT bis zum Jahresende 35 Software-Entwickler einstellen. "Perspektivisch sollen dort bis zu 100 Mitarbeiter für Sixt arbeiten", sagte der Co-CEO.

Drei Monate länger in der Flotte

Aktuell hält SIXT Autos etwas länger in der Flotte als normal üblich, um die Nachfrage zu bedienen und den Lieferproblemen der Hersteller entgegenzutreten. Statt der sonst üblichen sechs Monate können bei Sixt die Fahrzeuge nun schon mal neun Monate alt sein, wenn ein Kunde sie anmietet. Plan ist es, weiterzuwachsen und die Flotte 2023 wieder auf das Vorkrisen-Niveau von mehr als 140.000 Fahrzeugen auszubauen. Und auch mehr Elektroautos sollen künftig in die Flotte aufgenommen werden. Ziel seien bis zu 18 %. Wo die Quote aktuell liegt, wollte SIXT-CFO Kai C. Andrejewski nicht verraten. 

Dieser Artikel erschien zuerst auf fvw.de

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