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Mittelfristig weitere Flüge gestrichen

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Zu erneuten kurzfristigen Flugstreichungen bei Lufthansa kommen jetzt auch noch mittelfristige für den Winterflugplan hinzu. Die Mehrarbeit im Reisebüro bleibt folglich auf einem hohen Level.

Die Flugstreichungen bei der Lufthansa gehen weiter: Erst Mitte Juni annullierte die Airline wegen Personalmangels und zur Entlastung des Systems mehr als 3.000 Liniendienste. Nun sind kurzfristig weitere Streichungen in nicht genannter Zahl für Frankfurt und München hinzugekommen. Es handelt sich dabei um Flüge zwischen dem 08. und dem 14. Juli.

Das Gros betrifft laut einem Sprecher innerdeutsche Verbindungen, die Passagiere werden auf die Bahn umgebucht. Das allerdings führt zu dem am Donnerstag beschriebenen Mehraufwand im Vertrieb, wenn die Reisenden ex Frankfurt oder München einen Weiterflug geplant haben.

Es ist nicht auszuschließen, dass weitere kurzfristige Anpassungen folgen. Insider berichten bereits, dass es im August zu weiteren Anpassungen kommen wird. In Frankfurt und München bangt man ohnehin schon den dortigen Startterminen der jeweiligen Schulsommerferien entgegen. Die starten in Hessen am 25. Juli und in Bayern am 01. August. Dann wird Insidern zufolge noch einmal ein Ansturm von Reisenden erwartet, den es zu managen gilt. Dass es dann nicht zu weiteren Flugstreichungen kommt, wollten auch hochrangige Manager jüngst nicht mehr ausschließen.

Geld zurück statt Flug

Update: Ein großes Problem aktuell bei Lufthansa ist ein enorm hoher Krankenstand. Gut informierten Kreisen zufolge soll der in Frankfurt allein bei den Check-in-Mitarbeitern bei 40 % und in München bei 25 % liegen. Da sind Warteschlangen programmiert, die nur durch die Herausnahme von Flügen aus dem System verkürzt werden können.

Kunden haben bei Flugstreichung das Recht auf Umbuchung oder Rückerstattung der Ticketkosten. Bei Lufthansa geht man offenbar davon aus, dass gut ein Drittel der Kunden, die Tickets für gestrichene Flüge haben, keine Umbuchung verlangen werden, sondern ihr Geld zurück haben wollen. Das dürfte ein ordentliches Loch in die Kasse reißen. Denn bei kurzfristigen Flugstreichungen stehen den Kunden zusätzlich zum Ticketpreis Entschädigungen zwischen 250 und 600 Euro, abhängig von der Fluglänge, zu.

Streichungen für Oktober März

Damit nicht genug: Wie die Lufthansa in dieser Woche per Vertriebsmitteilung verkündete, werden jetzt auch bereits Flugplan-Änderungen für den Zeitraum von Ende Oktober 2022 bis Ende März 2023, also für den kommenden Winterflugplan, vorgenommen. Auch das dürfte zu Mehrarbeit im Reisebüro führen. Denn einem Sprecher zufolge werden die Lufthansa-Flüge pro Flugplan-Periode in der Regel mit einem Vorlauf von einem Jahr ins System gestellt und sind dann auch buchbar. "Das ist ganz normal. Die Anpassungen werden dann im Nachgang vorgenommen", erläutert er.

Wie viele Liniendienste Lufthansa im kommenden Winterflugplan 2022/23 auf der Basis der Erfahrungswerte aus der Vor-Corona-Zeit dann tatsächlich absolvieren wird, das konnte Lufthansa nicht nennen. Im laufenden Sommer sind es gut 70 % dessen, was im Sommer 2019 im System zu finden war.

Laut Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) müssen Fluggesellschaften frühzeitig beim nationalen Slot-Koordinator Start- und Landerechte für die Folgesaison anmelden. Auf Basis erteilter Slots erstellen sie dann ihren Flugplan. Man meldet im Sommer die Slots für den folgenden Winter an. Das sei mit harten Fristen verbunden und basiere auf Erfahrungswerten.

Im Sommer den Winter planen

Erfahrungswerte, auf denen in der Vergangenheit Planung beruhte, sind durch Corona aber ausgehebelt worden. Wann sich wieder ein Normalzustand einstellt, ist offen. Laut BDL hängt auch künftig vieles an der Corona-Lage und den damit verbundenen Folgen für das Reisen. "Wenn es keine Schwankungen mehr durch Corona gibt, dann gehen wir davon aus, dass sich die Lage im Herbst stabilisieren wird und Planungen verlässlicher werden", erklärte BDL-Chef Matthias von Randow gegenüber Medienvertretern.

Dieser Artikel erschien zuerst auf fvw.de

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