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Preisdumping fördert Overtourism 

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Das unverändert anhaltende Preisdumping von Lowcost-Carrier setzt regionale Fluggesellschaft massive unter Druck und stellt für den europäischen Binnenmarkt einen erheblichen Wettbewerbsnachteil dar, wie die European Regions Airline Association (ERA) mit Sorge berichtet.

Die ERA und ihre Mitglieder folgen zwar auch dem Grundsatz der freien Preisgestaltung, zeigen sich jedoch über die Folgen der anhaltenden Praktiken von Billigflugpreisen besorgt. Denn in einer Zeit, in der der gesamte Luftfahrtsektor mit großen betrieblichen Herausforderungen und exponentiell steigenden Kerosinpreisen konfrontiert ist, und in Verbindung mit den Aufgaben der Post-COVID-Erholung, ist es unverantwortlich, die Flugtarife unter die betrieblichen Kosten zu senken.

Preistransparenz unerlässlich

Während Billigfluglinien der Fragmentierung von Flugpreisen folgen, sind für traditionelle Airlines mit Preistransparenz weniger als zehn Euro für einen Flug wirtschaftlicher Selbstmord. Diese Praktiken erzeugen unnötigen wie erheblichen Druck und wirken sich direkt auf einen fairen Wettbewerb aus. Für die ERA sollte diese Praxis, insbesondere wenn sie von Fluggesellschaften angewandt wird, die staatliche Beihilfen erhalten haben, untersucht werden, da es sich hier um einen Missbrauch öffentlicher Mittel handelt. Kleine bis mittelgroße Fluggesellschaften unterstützen die Regionen Europas, indem sie die Vorteile des Tourismus durch die Schaffung von Arbeitsplätzen vor Ort, die Erhaltung des natürlichen und kulturellen Erbes und die Verbesserung der Infrastruktur zum Nutzen der Regionen maximieren. Wenn Flüge zu unverschämt niedrigen Preisen beworben werden, stelle dies eine Förderung von Overtourism dar. 

„Ein gesundes Maß an Wettbewerb ist für unsere Branche wichtig, aber die Aushöhlung der Gewinnspannen der Wettbewerber durch den Ticketverkauf zu extrem niedrigen Preisen, sogar unter Steuern oder direkten Kosten, wird Fluggesellschaften allmählich aus dem Markt drängen und letztlich die Auswahl für die Verbraucher und die Konnektivität in Europa verringern. Die ERA wird sich in den laufenden Diskussionen mit der Europäischen Kommission über die Überarbeitung der Luftverkehrsdienstleistungsverordnung 1008/2008 weiterhin für Preistransparenz und die Festsetzung von Preisen vor Steuern einsetzen. Angesichts der Auswirkungen der Pandemie ist die Erholung unserer Branche äußerst fragil, wie es von entscheidender Bedeutung ist, rasch neue Mitarbeiter zu gewinnen, um die dünne Personaldecke wieder zu stärken. Gänzlich kontraproduktiv ist jedoch, den Druck auf die Branche und ihre Beschäftigten zu erhöhen“, betont Montserrat Barriga, Generaldirektorin der ERA. 

Über die ERA

Die 1980 gegründete European Regions Airline Association (ERA) ist ein gemeinnütziger Wirtschaftsverband, der mehr als 55 Fluggesellschaften sowie rund 150 weitere am europäischen Luftverkehr beteiligte Unternehmen vertritt und der einzige Verband ist, der das gesamte Spektrum der an der europäischen Luftfahrt beteiligten Unternehmen zusammenführt. Der Verband unterstützt und verteidigt die Luftverkehrsbranche bei der Bereitstellung sicherer, effizienter und nachhaltiger Flugverbindungen in alle Regionen Europas. Durch Lobbyarbeit bei den europäischen Regulierungsbehörden in politischen Fragen fördert und schützt die ERA die soziale Verantwortung, die ökologische Nachhaltigkeit und die Entwicklung der regionalen Wirtschaft und der lokalen Gemeinschaften.

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