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Warnstreick – 22 Flüge fallen aus

APA/dpa
Der Großteil des übrigen Flugplans mit 130 Flügen bleibt aufrecht.
Der Großteil des übrigen Flugplans mit 130 Flügen bleibt aufrecht.

Ein Verdi-Warnstreik in Berlin hat etwa 3.000 Easyjet-Passagiere getroffen. Deshalb fallen am Freitag 22 Flüge von und zum deutschen Hauptstadtflughafen aus, wie der britische Billigflieger mitteilte. Der Flugverkehr am Flughafen Wien ist davon nicht betroffen. 

Die Gewerkschaft Verdi hat die rund 450 Kabinen-Beschäftigten von easyjet in Berlin zwischen 05:00 und 10:00 Uhr zur Arbeitsniederlegung aufgerufen und dies mit den laufenden Tarifgesprächen begründet.

"Wenn wir kein vernünftiges Angebot bekommen, müssen wir noch mal einen Warnstreik machen", sagte Verdi-Verhandlungsführer Holger Rößler der Nachrichtenagentur Reuters. Verdi und Easyjet erklärten, es gebe derzeit keinen neuen Verhandlungstermin. "Wir wollen ein Angebot mit der Gewerkschaft besprechen", sagte eine Easyjet-Sprecherin. Die Airline sei gesprächsbereit. Eine Airport-Sprecherin ergänzte, die Passagiere seien vorher informiert worden. "Wir haben kein Chaos am Flughafen."

Die Gewerkschaft fordert einen Ausgleich der aktuellen Preissteigerungen, jedoch mindestens fünf Prozent mehr Gehalt sowie eine Einmalzahlung in Höhe einer Monatsvergütung samt Schicht- und sogenannter Sektorenzulage. Der Tarifvertrag soll bis zum 31. Dezember 2022 laufen. "Die exorbitant gestiegenen Preise sowie die große Mehrbelastung an Bord wegen der chaotischen Restart-Phase der ganzen Branche zeigen, dass unsere Forderungen mehr als berechtigt sind", sagte Rößler. Easyjet erklärte, man sei äußerst enttäuscht über den Streik "in dieser für die Branche kritischen Zeit".

Easyjet hat jüngst angekündigt, seine in Berlin stationierte Flotte ab Oktober von 18 auf elf Maschinen zu verkleinern. Als Gründe nannte die Airline eine unerwartet schwächere Erholung der Nachfrage und steigende Flughafengebühren. Easyjet wolle sich auf profitable Routen konzentrieren. Womöglich müssten rund 275 Cockpit- und Kabinenbeschäftigte gehen. Easyjet war seit der Air-Berlin-Pleite 2017 größte Airline in der Hauptstadt, hatte aber bereits nach Ausbruch der Coronakrise 2020 die Flotte von 34 auf 18 Flieger fast halbiert.

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