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DRV kritisiert angekündigte Nullprovision

Tobias Arhelger - stock.adobe.com

Die Deutsche Bahn streicht den Reisebüros mit DB-Lizenz zum kommenden Jahr die komplette Provision. Massive Kritik an dieser Entscheidung kommt nun vom DRV. Der Schritt sei strategisch falsch, so der Reiseverband.

Betroffen von dem Provisionswegfall sind die noch etwa 800 "Classic Agenturen" der Deutschen Bahn. Sie erhielten bislang für den DB-Fahrscheinverkauf eine Vergütung von bis zu sechs Prozent. Für Fernverkehrstickets gab es noch eine Extra-Incentive on Top. Beides fällt 2023 weg. Die Reisebüros müssen dann im Bahnverkauf ganz auf eine Service Fee setzen – wenn sie denn weiter DB-Tickets verkaufen.

Dies sei insbesondere mit Blick auf den Klimaschutz beim Reisen eine strategisch komplett falsche Entscheidung, beklagt der Deutsche Reiseverband (DRV). Die Bahn werbe intensiv damit, dass sie im Fernverkehr klimaneutral unterwegs ist. Dies sei in der Tat ein großer Vorteil von Reisen mit der Bahn.

Vor diesem Hintergrund könne die Bahn als klimaneutraler Mobilitätspartner auch bei Urlaubsreisen eine sehr große Rolle spielen – insbesondere beim grenzüberschreitenden Urlaubsverkehr beispielsweise zu Zielen in Österreich, Italien und Frankreich.

"Dass die Deutsche Bahn sich ausgerechnet jetzt, wo Urlaubsreisen mit der Bahn aufgrund von Klimaschutz-Überlegungen stärker nachgefragt werden, den Zugang zu den Reisebüros versperrt, ist nicht nachvollziehbar und falsch", heißt es in einer Mitteilung des Verbandes.

Ruf nach der Politik

Für den DRV entsteht der Eindruck, dass in diesem Fall Controller eine Entscheidung herbeigeführt haben, die sich als langfristig unklug erweisen werde. Wieso sollen Reisebüros künftig DB-Fahrkarten verkaufen, wenn sie dafür keinerlei Vergütung erhalten, fragt der Verband.

Die aufsichtführenden Bundesministerien Finanzen, Verkehr und Wirtschaft sollten im Dialog mit der Tourismuskoordinatorin Claudia Müller prüfen, ob das Management des Staatskonzerns hier eine richtige und zukunftsweisende Entscheidung getroffen hat, schlägt der DRV vor.

Dieser Artikel erschien zuerst auf fvw.de

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