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Verkauf an französisches Vertriebssystem Orchestra

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Freude nach dem Vertragsschluss: Jens Muskewitz (Traffics), Morgann Lesné (Cambon), Salim Sahi (Traffics), Christian Sabbagh (Orchestra) und Jan Valentin (Ennea). Cambon Partners und Ennea begleiteten den Verkauf.
Freude nach dem Vertragsschluss: Jens Muskewitz (Traffics), Morgann Lesné (Cambon), Salim Sahi (Traffics), Christian Sabbagh (Orchestra) und Jan Valentin (Ennea). Cambon Partners und Ennea begleiteten den Verkauf.

Die traffics-Gesellschafter Salim Sahi und Jens Muskewitz verkaufen ihr Unternehmen an das führende französische Vertriebssystem. Sie bleiben aber als Geschäftsführer an Bord. traffics soll weiter unabhängig agieren und will Synergien in der IT-Entwicklung nutzen.

Travelsoft, die Holding-Gesellschaft von Orchestra, übernimmt 100 Prozent des Berliner Travel-Tech-Unternehmens. Die Gründer von traffics, Salim Sahi und Jens Muskewitz, die bislang jeweils 50 % der Anteile besaßen, erhalten neben einer Barkomponente Minderheitsanteile an Travelsoft. Mehrheitsgesellschafter von Travelsoft bleibt Gründer und CEO Christian Sabbagh.

"Nach 25 Jahren Entwicklung von Traffics ist das ein emotionaler Moment", sagt Sahi gegenüber fvw|TravelTalk. "Es hat in den vergangenen Jahren immer wieder Anfragen aus dem In- und Ausland gegeben, aber Orchestra passt von den Produkten, der IT und vor allem vom unternehmerischen Spirit sehr gut zu uns." Der Marktführer unter den Reisevertriebssystemen in Frankreich sei kein Konzern, sondern ebenfalls ein mittelständisches Unternehmen.

Synergien trotz weiter getrennter Systeme

Sabbagh betont ebenfalls, traffics und Orchestra seien "beide sehr stark unternehmerisch geprägte Unternehmen, was es beiden ermöglicht hat, sich in Deutschland und Frankreich agil und auf sehr ähnliche Weise zu entwickeln – auch während der Krise." Die Kombination der Firmen schaffe einen Akteur mit kritischer Masse.

Sowohl Sahi als auch Jens Muskewitz bleiben bei traffics an Bord. "Für die Mitarbeiter und Kunden ändert sich nichts", sagt Sahi. Da der französische Reisemarkt eine ganz andere Struktur als der deutsche besitze, würden auch die jeweiligen Systeme weiter getrennt betrieben.

Im Hintergrund sieht Sahi aber zahlreiche Möglichkeiten für Synergien. So sei Orchestra bei der Einbindung von NDC-Flug-Content sehr weit, traffics verfüge mit der digitalen Plattform Connected Destination über umfangreiche Hotelangebote. Gemeinsam könne man auch weitere europäische Märkte, etwa in Osteuropa, besser erschließen.

Traffics mit Rekordwerten bei Umsatz und Ergebnis

Der Verkauf erfolge auch, um die Zukunft des Berliner Travel-Tech-Hauses langfristig unabhängig von den Gründern zu sichern. "Wir haben eine Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und unseren Partnern in der Branche", sagt Sahi. Traffics beschäftigt in Berlin 45 Menschen, bei Orchestra in Paris sind es nach Firmenangaben mehr als 70.

traffics erhalte zu einem Zeitpunkt einen neuen Gesellschafter, in dem man bei Umsatz und Ergebnis Rekordwerte erziele. Der Umsatz 2021 betrug laut Sahi 4,7 Mio. Euro. In diesem Jahr seien 5,6 Mio. Euro geplant, davon sei bereits mehr als die Hälfte erreicht.

Der Umsatz wachse vor allem durch neue Kunden wie zum Beispiel Check24 und TLT Urlaubsreisen, aber auch mittelständische Reiseveranstalter. Den vermittelten Umsatz über die eigenen Systeme wie das Reisebüro-Buchungssystem Cosmonaut und die Internet Booking Engine (IBE) Evolution beziffert Sahi auf 1,5 Mrd. Euro.

Mehr als drei Milliarden Euro Buchungsvolumen

Laut Travelsoft automatisiert die Unternehmensgruppe inklusive traffics nun Buchungen von mehr als drei Milliarden Euro Umsatz von fast 100 Reiseveranstaltern, die mit 500 Produzenten in zehn Ländern verbunden sind, vor allem in Frankreich und Deutschland.

Der gemeinsame Umsatz liegt den Angaben zufolge bei mehr als 18 Mio. Euro, davon seien 16 Mio. Euro jährlich wiederkehrender Umsatz. Die Zahl der Mitarbeitenden beträgt insgesamt etwa 120 Personen.

Der Zusammenschluss wurde den Angaben zufolge von französischen Banken und der Private-Equity-Gesellschaft Andera Partners auf der finanziellen Seite unterstützt. Auf der Verkäuferseite leitete Ennea Capital Partners den Prozess und Cambon Partners fungierte als Berater auf der Käuferseite von Travelsoft.

Dieser Artikel erschien zuerst auf fvw.de

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