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Buchen im Reisebüro hilft!

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Dynamic Packaging ist in den Reisebüros längst etablierte Buchungspraxis. Wenn man bei der Online-Buchung allerdings nicht weiß, was das ist, kann es eben schnell teuer werden.

„Ein X für einen Urlaub vormachen“ – unter dieser wenig vertrauenserweckenden Headline greift der KURIER in seiner Sonntagsausgabe v. 21. August 2022 den vermeintlich neuen und bei heimischen Schnäppchenjägern angeblich jüngsten Trend der dynamischen Reisepaketierung auf. Dabei ist das tagesaktuelle Mixen einzelner Reiseleistungen keine neumodische Erfindung der Reisemacher und Dynamic Packaging in den Reisebüros längst etablierte Buchungspraxis. Nur dort wird dem Kunden eben kein X für einen Urlaub verkauft.

Grundsätzlich stimmt, was im KURIER-Beitrag am Beispiel einer Familie, die online einen Urlaub buchen wollte und das letztlich auch tat, wie folgt dargestellt wird (Quelle: KURIER): Innerhalb kürzester Zeit schwankte der Gesamtpreis um über tausend Euro auf und ab. Bei rund 3.800 Euro schlug die Familie zu und buchte. Bereits nach fünf Minuten bekam man ein E-Mail, dass sich der Preis erhöht habe. Eine Stunde später kam ein weiteres Mail. Dann noch eines. Und nach 24 Stunden war der Preis bereits bei knapp 4.200 Euro. Ein Plus von ungefähr zehn Prozent.

Dass diese erheblichen Preissteigerungen im Stundentakt beim Kunden reine Profitgier des Reiseveranstalters am Buckel des Konsumenten vermuten und alles andere als unbeschwerte Urlaubsfreuden aufkommen lassen, ist verständlich. Jedoch, auch wenn’s den Anschein hat, unlautere Machenschaften verbergen sich nicht dahinter nicht. Denn Dynamic Packing ist keine neue Praxis findiger Reiseveranstalter. Auch nicht von LMX – über diesen deutschen Veranstalter hat die Familie ihre Reise online gebucht. Möglicherweise ohne zu wissen, was diese Buchungsform konkret bedeutet.

Dass nämlich bei sogenannten X-Reiseprodukten die jeweiligen Leistungen – Flug, Hotel usw. – tagesaktuell kalkuliert und zu einem Pauschalprodukt paketiert werden. Was so viel bedeutet, dass sich die Preise von der Angebotserstellung bis zur effektiven Fixbuchung ständig ändern können und auch tun. Und, dass die Preiskurve in Zeiten wie diesen dabei nicht nach unten geht, ist auch im Reisegeschäft eine leider unverrückbare Tatsache. Von dieser zwar wenig konsumentenfreundlichen, aber rechtlich korrekten Praxis, weiß der online buchende Kunde wenig bis nichts. Denn er sieht nur den günstigen Preis, vergisst darob oft aufs Lesen der Geschäftsbedingungen und vor allem darauf, dass er eigentlich besser beraten wäre, die Erfüllung seiner Urlaubswünsche den Profis in den Reisebüros als dem Selbstbuchen auf Onlineportalen zu überlassen.

Denn im Reisebüro kennt man nicht nur die ganze weite Reisewelt mit all ihren Besonderheiten sowie reisetechnischen Möglich- und Unmöglichkeiten, sondern auch das auch schon seit mehr als zehn Jahren praktizierte dynamische Paketieren von Reiseleistungen. Ist also alles andere als ein neumodischer Trend, denn X-Produkte sind längst ein wesentlicher Bestandteil des Portfolios aller klassischer Reisemacher. Ohne die es keine dynamische X-Produktion und – nur am Rande angemerkt – auch die Steigerungsstufe der Y-Paketierung gäbe. X-Veranstalter, ob Kinder der traditionellen Veranstalter oder rein dynamisch, gehen nicht ins Risiko, verfügen über keine Kataloge, keine eigenen Hotel- oder Flugkontingente, sind ausschließlich online bzw. über Portale präsent und verbinden erst zum Zeitpunkt der Kundenanfrage über einen rein elektronischen Prozess die unterschiedlichen Leistungen einer Flugpauschalreise zu einem tagesaktuellen Gesamtpaket. Hotels und Flüge werden direkt angefragt, und gerade im Flugbereich sehen viele Branchenprofis auch den „Verursacher“, dass die X-Produkte überhaupt reüssieren konnten. Denn, so deren Begründung, hätten die traditionellen Veranstalter in den letzten Jahren ihre Flugsteuerung im Griff gehabt, würde es keinen Markt für die virtuellen Kollegen geben. Und der scheint enorm, vor der Pandemie lukrierten alleine im deutschen Raum mehr als 40 X-Veranstalter einen Jahresumsatz von rund zwei Milliarden Euro. Und spätestens mit der technischen Weiterentwicklung, die die Möglichkeit eröffnete, Flug-Player zu installieren und diese Kontingente mit Hotelbetten-Playern zu verbinden, wurde aus der klassischen Katalog-Pauschalreise eine topaktuelle, halt kataloglos.

Das gefällt dem Kunden, der sich ja gerne und lange im Netz bewegt, ist aber für ihn nicht risikolos. Preisschwankungen, höhere Anzahlungen und Stornokosten und kaum Änderungsmöglichkeiten von bestehenden Buchungen können eine dynamisch gebuchte Reise – wie eben im Fall der Familie aus der KURIER-Geschichte – rasch zu einem monetär unerfreulichen Erlebnis machen.

In den Reisebüros weiß man um den Hund im Detail und um die Komplexität der dynamischen Reiseprodukte. Jedoch ist im Reisebüro die dynamische Buchung einmal fix durchgebucht, hält mit ganz wenigen Ausnahmen auch der Preis. Eigentlich wird aber die klassische Pauschalreise, die vielleicht um ein paar Euro teurer ist, aber eben nicht das Risiko der sich bis zur Buchung ständig ändernden Tarife birgt – der Kunden holt ja zuerst einmal „nur“ Angebote ein – wieder lieber als die unflexibleren X-Produkte gebucht.

Zusammengefasst

Kunden die online buchen, gerade bei X-Veranstaltern, müssen einfach immer mit laufenden Preisänderungen rechnen. Denn auf den Portalen sind meist Angebote eingespielt, die oft nicht tagesaktuell, sondern minutenaktuell sind.  

Grundsätzlich wird beim Durchbuchen der Preis geprüft, bei Online-Portalen fällt dieser fast immer höher aus. In der Regel wird hier erst im Hintergrund der Prozess der Durchbuchung und Ticketausstellung gestartet, wodurch es gerade bei dynamischen Produkten immer wieder zu Preisänderungen kommen kann.

Bei den Reisebüros hingegen sind die Systeme immer konsumentenfreundlich und bedarfsorientiert aufgebaut. Wie man auch genau weiß, worauf man achten muss, wo man bucht und wo nicht. Gewisse Kombinationen von X-Produkten mit Billigfluglinien und Bettenbankhotels über manch rein dynamischen Veranstalter werden oft gar nicht gebucht wie auch renommierte Veranstalter zur Qualitätssicherung eben nicht alles mit allem mischen.

Nur von all dem ist im KURIER Beitrag leider nichts zu lesen. Dass, wer ins Reisebüro geht, sicher sein kann, dass seine Urlaubswünsche von Reiseprofis mit profunder Ausbildung und viel Erfahrung transparent, kompetent, sicher und preisstabil erfüllt werden. Dass eben kein X für einen Urlaub vorgemacht wird. 

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