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Arbeitsmarkt

Mehr Lehrlinge im Reisebüro

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Von einem wahren "Ansturm" an Bewerbungen berichten Betriebe. Für WKÖ-Fachgruppenobmann Gregor Kadanka sind das "good news". Angesichts des erhöhten Fachkräftebedarfs in der Reisebürobranche kommt diese Nachricht gerade recht. 

Reisebüros verzeichnen ein merkbar gestiegenes Interesse an einer Lehre im Reisebüro. WKÖ-Kadanka: Angesichts des erhöhten Fachkräftebedarfs in der Reisebürobranche sind das ‚good news‘ und ein wichtiges Signal: "Mitgliedsbetriebe, die aktuell Lehrstellen ausgeschrieben haben, berichten von einem wahren Ansturm an Bewerbungen. Dass das Interesse an einer Lehre im Reisebüro nach einer coronabedingt harten Zeit spürbar steigt und wir wieder auf Vor-Corona-Niveau liegen, zeigt auch der Blick Richtung Berufsschule", so Gregor Kadanka, Obmann des Fachverbandes der Reisebüros in der Wirtschaftskammer.


In diesem Herbst starten vier erste Klassen für Lehrlinge mit dreijährigem Lehrvertrag und eine Lehrlings-Klasse mit verkürzter zweijähriger Lehre. Ein Grund dafür ist, so Kadanka, dass die Branche enorm breit aufgestellt sei, ob nun Incoming-, Messe- und Kongresstourismus oder klassisches Outgoing mit Geschäfts- oder Urlaubsreisen. Somit sind auch Jobchancen in der Reisebürobranche weit gestreut.

Die klassische Kraft am Counter, die Urlaubsträume wahr werden lässt, ist die wohl bekannteste, aber bei weitem nicht die einzige Fachkraft, die im Reisebüro gefragt ist. Auch beispielsweise im Bereich E-Commerce, im Einkauf oder im Produktmanagement sind Expert:innen in der Branche immer gesucht. "Mit der Lehre zum Reisebüroassistent bzw. zur Reisebüroassistentin stehen einem also vielfältige Berufswege in einem internationalen Umfeld offen", resümiert Kadanka.

Moderne Ausbildungen und neue Lehrangebote

Günter Moser, Berufsschuldirektor der Berufsschule für Handel und Reisen unterstreicht die unzähligen Entwicklungsmöglichkeiten nach der Lehre und berichtet von zahlreichen Absolvent:innen, die ihre internationale Karriere – etwa als Hoteldirektor, Airline- oder Destinationsmanagerin bzw. in Führungspositionen bei namhaften Reiseveranstaltern – auf einer Reisebürolehre aufgebaut haben.

Warum sich viele junge Menschen für eine Lehre im Reisebüro interessieren, liegt für ihn auf der Hand: "Der Lehrberuf Reisebüroassistent bzw. Reisebüroassistentin wurde vor kurzem umfangreich überarbeitet. Die jungen Menschen erwartet also ein moderner, zeitgemäßer Unterricht, der sich inhaltlich an den aktuellen Anforderungen orientiert und auch Schwerpunkten wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit im Tourismus und Social Media ausreichend Raum bietet. Die regelmäßige Teilnahme an Branchenevents, Fachexkursionen, Lehrausgänge und Gastvorträge von Expert:innen aus allen Bereichen der Touristik gehören ebenso zum Unterrichtsalltag wie Erasmus+ Projekte und Workshops mit Partnerschulen und NGOs aus unserem internationalen Netzwerk."

Die Reisebürobranche konnte in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer wieder ihre Resilienz unter Beweis stellen. Der Tourismus war und ist eine Wachstumsbranche und er ist zudem "mehr denn je eine internationale, dynamische Branche. Fast täglich dringen neue Geschäftsideen und Start-ups auf den Markt", so Kadanka. Die vielfältigen Jobchancen werden nun auch vermehrt wieder von Talenten erkannt.

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