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Was Reedereien beim Umweltschutz erreicht haben - Teil 2

MSC Rights
Die MSC World Europa wird ihre erste Saison im Winter 2022/23 in den Emiraten verbringen
Die MSC World Europa wird ihre erste Saison im Winter 2022/23 in den Emiraten verbringen

Die Diskussion um nachhaltige Kreuzfahrten nimmt oft nur Treibstoffe und Luftverschmutzung in den Blick. Doch es gibt viele weitere Initiativen der Reedereien, die auch ökologische und soziale Faktoren verbessern sollen.

Die Unternehmen haben in großen Teilen wohltätige Stiftungen und Organisationen gegründet, die nicht nur am Unternehmenssitz, sondern auch und vor allem in den Zielgebieten die lokalen Gemeinden unterstützen. So gibt es beispielsweise zahlreiche Schulen, die mit Hilfe der Reedereien gegründet wurden. Auch das Thema Female Empowerment ist für viele Kreuzfahrt-Unternehmen eine Herzensangelegenheit.

In sensiblen Regionen wie etwa den polaren Gewässern sind die Reedereien besonders für den Tierschutz aktiv. Hinzu kommen Initiativen für den Küstenschutz – und das weltweit. Aber es gibt noch einige positive Effekte, die die Reedereien direkt an Bord oder auf der Route für eine nachhaltigere Kreuzfahrt bewirken.

Es geht nicht nur um saubere Luft

MSC Cruises erhält erst in diesem Jahr mit der MSC World Europa ein LNG-betriebenes Schiff. Doch die Schweizer engagieren sich auch anderweitig: MSC ist die erste Reederei, die entlang der Westküste Griechenlands ihre Fahrtrouten zum Schutz von Pottwalen verlegt. Damit will sie Kollisionen ihrer Container- und Kreuzfahrtschiffe mit den Tieren vermeiden, die für die Wale tödlich enden können.

Pottwale gelten im östlichen Mittelmeer als stark gefährdet. Die Population umfasst gerade noch 200 bis 300 dieser Tiere. Mehr als die Hälfte der Pottwale, die tot an griechische Küsten gespült werden, sind Opfer von Kollisionen mit Schiffen.

Die norwegische Reederei Hurtigruten verbucht mehrere Rekorde für sich: Sie verzichtete zuerst auf Schweröl, baute die ersten Hybrid-Kreuzfahrtschiffe und war die erste, die im Juli 2018 beschloss, komplett auf Einwegplastik zu verzichten. Das Verbot von Einwegplastik begann als Idee in einem der Expeditionsteams und wurde dann auf alle Schiffe der Flotte ausgeweitet. Hurtigruten spart nach eigenen Angaben jedes Jahr fast 30 Tonnen Plastikmüll ein. Um etwa Mikroplastik zu reduzieren, verzichten die Norweger darauf, Fleece-Bekleidung in ihren Shops zu verkaufen. Und die Helly-Hansen-Jacken, die den Gästen und der Crew zur Verfügung gestellt werden, sind nicht mehr einzeln in Plastik eingeschweißt, sondern als größere Gebinde. Das spart ebenfalls 90 Prozent an Verpackung ein.

Auch Costa setzt eine Strategie um, die von den Gästen mitgetragen werden kann: Das 4GoodFood-Programm, das 2018 initiiert wurde, soll die Lebensmittelverschwendung an Bord um die Hälfte reduzieren. Bereits in den ersten anderthalb Jahren konnte die Reederei nach eigenen Angaben die Essensabfälle um 35 Prozent verringern.4GoodFood ist ein Projekt, das bei der Zubereitung der Gerichte beginnt und bei Crew und den Gästen endet. Ein wesentlicher Bestandteil des Programms ist die Kampagne "Taste don't waste", durch die Passagiere aufgefordert werden, verantwortungsvoll die Menge an Speisen zu überprüfen, die sie aus dem Büfett wählen.

Auch Spenden gehören dazu: Seit Dezember 2020 bis heute wurden etwa 4900 Mahlzeiten von der Costa Diadema in Civitavecchia, der Costa Deliziosa in Brindisi und der Costa Magica in La Spezia an Land gebracht, die über Lebensmitteltafeln und die Wohltätigkeitsorganisation Caritas verteilt wurden. Über 18 Tonnen überschüssige Lebensmittel – das entspricht etwa 32.000 Mahlzeiten – wurden aus den Depots von Costa an die Lebensmitteltafeln der Regionen Latium und Piemont gespendet.

Dieser Artikel erschien zuerst auf fvw.de

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