Wiener Ballsaison: 500.000 Gäste erwart... Plus Artikel
 
Wiener Ballsaison

500.000 Gäste erwartet

Alles Walzer und sehr viel Geld: Mit der traditionellen Quadrille am Graben ist am 11.11. die Wiener Ballsaison gestartet worden.

Dabei handelt es sich um einen wichtigen Wirtschaftsfaktor für die Stadt. Denn rund 500.000 Gäste aus dem In- und Ausland werden erwartet, die 128 Mio. Euro in die Kassen der Unternehmen spülen sollen, wie eine Studie der Wiener Wirtschaftskammer zeigt. Damit soll das Vorjahresniveau trotz verkürzter Saison gehalten werden. Traditionell beginnt die Ballsaison jedes Jahr am 11. November und dauert bis zum Faschingsdienstag. Dieser fällt 2016 sehr früh auf den 9. Februar. Die meisten Ballbesucher, nämlich rund 75 %, stammen aus Wien, berichtete Markus Grießler, Spartenobmann für Tourismus und Freizeitwirtschaft, bei der Präsentation der Studie, die bei der KMU-Forschung Austria in Auftrag gegeben worden war. Dazu kommen noch 65.000 Ballbegeisterten aus den Bundesländern und 55.000 ausländischen Touristen, die eigens für eine Tanzveranstaltung nach Wien reisen. Auch interessant: "Jeder zweite Wiener geht zumindest auf einen, wenn nicht auf zwei Bälle", berichtete Grießler. Im Durchschnitt gibt ein Ballgast 255 Euro aus, etwa für die Ballkarte (65 Euro), Speis und Trank am Event (70 Euro), Taxi (10 Euro) oder die passende Garderobe (65 Euro). Die Erhebung zeigt, dass die Ausgaben direkt auf der Veranstaltung steigen, im Vorfeld hingegen leicht rückgängig sind. Fragt man die Wiener, warum sie einen Ball besuchen, zählen vor allem der schöne Abend, der mit dem Partner verbracht werden kann, sowie das Genießen des Ambientes. Auch das Treffen mit Freunden oder der besondere Musikgenuss wurden als Gründe genannt. Eine untergeordnete Rolle spielen hingegen gesellschaftliche Verpflichtungen oder das Treffen von Geschäftspartnern. Mit dem Kartenvorverkauf seien die Veranstalter zufrieden, berichtete Grießler. Neben den Stammgästen sollen heuer auch neues Publikum und vermehrt junge Gäste angesprochen werden, was meist über verbilligte Karten geschieht. Besonders beliebt sind übrigens der Zuckerbäckerball, der Ärzteball, der Kaffeesiederball, der Bonbonball und der Blumenball. Neben den klassischen Veranstaltungen gibt es mittlerweile auch junge Events. Heuer findet zum Beispiel erstmals ein Hip-Hop-Ball statt. Die Ballsaison belebt laut Wirtschaftskammer die umsatzschwache Zeit im Jänner und Februar und ist damit wichtig für die Wiener Unternehmer. Denn es profitieren zahlreiche Branchen – von der Hotellerie über die Gastronomie bis hin zu Floristen, Tanzschulen und Friseuren. So sei beispielsweise die Auslastung der Tanzschulen sehr gut, wie Karin Lemberger, Präsidentin des Verbands der Tanzlehrer Wien, berichtete. Auch die beliebtesten Tänze stehen schon fest: Wiener Walzer, die lateinamerikanischen Tänze, Disco Fox und Boogie.

Friseure werden zu kurz kommen

Was die Optik der Ballgäste anbelangt, so wollen laut Wirtschaftskammer nicht ganz so viele Ballbesucher extra zum Friseur gehen, wie schon in den Jahren zuvor. Lange Haare werden dieses Saison hochgesteckt getragen – entweder hoch im Wirbelbereich oder als großer Dutt im Nacken, berichtete Maria Smodics-Neumann, Spartenobfrau für Gewerbe und Handwerk. Modemutige flechten, kreppen oder drehen Locken und kombinieren die unterschiedlichen Strukturen. Beim Make-up sind weiterhin Smokey-Eyes gefragt – nunmehr in Beerentönen oder Rauchblau. Auch die noble Blässe liegt im Trend – kombiniert mit schwarzem Lidstrich am Oberlid, betonten Augenbrauen und roten Lippen. Gefragt sind außerdem Wimpernverlängerungen und -verdichtungen. Nichts falsch macht Frau außerdem, wenn sie diese Saison auf bodenlange und fließende Abendkleider setzt - in Schwarz oder Nude-Tönen. Im Kommen seien außerdem Petrol-Töne. Was das Schuhwerk anbelangt, so müssen die Trägerinnen heuer tapfer sein: Angesagt sind nämlich superhohe High Heels.
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