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Tunesien

Buchungen eingebrochen

Nach dem Anschlag in Tunesien sind die Neubuchungen österreichischer Touristen komplett eingebrochen, ergab ein APA-Rundruf unter Reiseveranstaltern.

Urlauber, die ihre Tunesien-Reise bereits gebucht hatten, buchten auf ein anderes Land um – primär auf die Türkei. Manche warteten auch noch ab, ob sich die Lage verbessere, hieß es. Praktisch alle Reiseveranstalter – von TUI, Neckermann und Thomas Cook bis zum Verkehrsbüro – haben ihren Kunden kostenlose Storno- und Umbuchungsmöglichkeiten angeboten. Bei den meisten kann man bis 15. September umbuchen. Tunesien sei aber insgesamt nicht so eine wichtige Destination für heimische Veranstalter, sagte der Präsident des Österreichischen Reiseverbandes (ÖRV), Josef Peterleithner. Im Sommer fliegen die Österreicher am liebsten nach Griechenland, gefolgt von der Türkei, Spanien, Ägypten und Tunesien. Während etwa 400.000 Österreicher jährlich nach Griechenland reisen, seien es nach Tunesien nur rund 30.000. Auch beim Verkehrsbüro spiele Tunesien eine untergeordnete Rolle, so Walter Krahl, Chef der Ruefa-Reisebüros. Die Aussichten für die tunesische Tourismusbranche sind jedenfalls düster. In Folge des Anschlags am Strand von Sousse, bei dem 39 Menschen getötet wurden, werde ein beträchtlicher Teil der zuletzt 2,9 Mio. Urlauber aus Europa das Land meiden, sagte Angelo Rossini, Reisefachmann bei der Marktforschungsfirma Euromonitor, laut Reuters. Die Touristen dürften erfahrungsgemäß mindestens zwei Jahre weg bleiben – bei neuen Anschlägen auch länger. Daran ändern auch die verschärften Sicherheitsmaßnahmen vor Ort nichts. "Stellen Sie sich vor, Sie liegen am Strand und vor Ihnen patrouillieren Sicherheitsleute mit einem Maschinengewehr", sagte Tourismusprofessor Volker Böttcher zu Reuters. Ein entspannter, sorgenloser Urlaub sehe anders aus. "Die Bilder von dem Anschlag werden noch lange in den Köpfen bleiben."
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