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Tunesien

Bangen nach britischer Reisewarnung

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Nach der verschärften Warnung Großbritanniens vor Reisen nach Tunesien befürchtet die Regierung des nordafrikanischen Landes negative Folgen für den Tourismus.

Die Entscheidung Londons werde Auswirkungen auf andere Länder haben, sagte Ministerpräsident Habib Essid vor dem Parlament, wie der tunesische Radiosender Mosaique FM berichtet. Sein Land habe nach den Terroranschlägen in diesem Jahr seine Hausaufgaben gemacht und Anstrengungen unternommen, ausländische Touristen zu schützen. Ein Student hatte vor zwei Wochen in dem tunesischen Badeort Sousse 38 Urlauber erschossen, bevor er selbst getötet wurde. 30 der Opfer waren Briten, zwei Deutsche. Bereits im März waren bei einem Angriff auf das Nationalmuseum Bardo in Tunis mehr als 20 Touristen ums Leben gekommen. Die tunesische Regierung verhängte nach dem Attentat in Sousse den Ausnahmezustand. Außerdem sollen mehr als 1.000 zusätzliche Polizisten Touristenorte besser schützen. Der britische Außenminister Philip Hammond forderte dennoch alle Briten zum Verlassen des Landes auf. Weitere Anschläge in Tunesien seien "hochwahrscheinlich", sagte er. Die von Tunesien aufgestockten Sicherheitsmaßnahmen böten nicht ausreichend Schutz. Deutschland hat noch keine generelle Reisewarnung für Tunesien erlassen, aber das Auswärtige Amt rät von Reisen in bestimmte Landesteile wie beispielsweise die Gebirgsregion nahe der algerischen Grenze oder die tunesische Wüste ab.
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