Tschechien: Stadt der Kohle und des Eise... Plus Artikel
 
Tschechien

Stadt der Kohle und des Eisens

Jiří Částka - stock.adobe.com
Der sogenannte Bolt Tower ist ein einzigartiger Aussichtsturm und der höchste geografische Punkt der Stadt auf dem Hochofen in Dolní Vítkovice.
Der sogenannte Bolt Tower ist ein einzigartiger Aussichtsturm und der höchste geografische Punkt der Stadt auf dem Hochofen in Dolní Vítkovice.

Ostrava, die nach Einwohnerzahl und Fläche drittgrößte Stadt Tschechiens, ist für Technik-Fans und Festival-Freaks gleichermaßen interessant und liegt nur drei Bahnstunden von Wien entfernt.

Es ist die Geschichte einer Stadt, die von 1836 bis 1998  das absolute Zentrum der Stahlindustrie war. Abertausende mährische und polnische Arbeiter wurden hierher gebracht, ein paar Reiche wurden noch reicher. Nahezu 200 Jahre industrieller Ausbeutung sind naturgemäß nicht spurlos vorübergegangen. Die früher „schmutzigste Stadt der EU“ ist rein und sauber geworden. Die alten Gründerzeit-Häuser sind bestens renoviert, die Kirchen glänzen, die Technische Universität (Schwerpunkt Maschinenbau) ist international anerkannt und die Studenten beleben die Restaurants und Pubs.

Auch die Backsteinbauten der ehemaligen Arbeiterviertel samt Kirche und Schulen sind revitalisiert und lebhaft. Das Neue Rathaus wurde 1930 im Stil der damaligen Zeit gebaut und vom eindrucksvollen 75 Meter hohen Glasturm geht der Blick über die Stadt und die hügelige Umgebung. Besonders auffallend ist der 300 Meter hohe „EMA-Hügel“, der aus 28 Millionen Tonnen Abraum-Material aufgeschüttet wurde. Heute ist er locker bewaldet, es herrscht ein subtropisches Klima und er "lebt" wohl noch immer im Inneren, was sich am Geruch und im heißen Boden bemerkbar macht.

Ein Eisenwerk vermittelt hochinteressant Industriegeschichte

Magisch angezogen wird der Blick vom stillgelegten Witkowitzer Eisenwerk (Dolni Vitkovice). Die spektakuläre Industriearchitektur ist nicht unbegründet ein europäisches Kulturerbe und wurde ab 2012 von der DOV-Gesellschaft in eine „Welt der Technologie“ umgestaltet. Mehr als eine Million Besucher haben bereits die Führungen mitgemacht und ihr Wissen erweitert.

Seit 2002 findet auf diesem Areal immer Mitte Juli für vier Tage das renommierte Multigenre-Festival „Colours of Ostrava“ statt. Bis zu 20.000 Menschen aller Altersgruppen erfreuen sich von 12 Uhr mittags bis 24 Uhr nachts an hochkarätigen Bands auf sieben Bühnen, Jubel und Trubel und geschätzten 200 Fressbuden. 

www.visitczechrepublic.com

Klassische Fassaden eines historischen Stadtkerns.
Olivia - stock.adobe.com
Klassische Fassaden eines historischen Stadtkerns.
stats