Tirol: Mehr Nächtigungen als vor der Pan... Plus Artikel
 
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Mehr Nächtigungen als vor der Pandemie

Tirol Werbung / Frank Bauer
Aufwärtstrend bei den Nächtigungen in Tirol, aber der Weg bleibt beschwerlich (im Bild: Aufstieg am Adlerweg zur Stüdlhütte, Kals am Großglockner)
Aufwärtstrend bei den Nächtigungen in Tirol, aber der Weg bleibt beschwerlich (im Bild: Aufstieg am Adlerweg zur Stüdlhütte, Kals am Großglockner)

Positive Bilanz für Tirols Tourismus nach der Sommersaison: Plus bei den Nächtigungen und der Wertschöpfung.

Urlaub in Tirol bleibt gefragt. 22,4 Millionen Nächtigungen im Sommer 2022 bedeuten ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr und von 1,3 Prozent im Vergleich zu 2019. Bei den Gästeankünften stehen von Mai bis Oktober 6,0 Millionen zu Buche. Das entspricht einer Zunahme von 21,8 Prozent gegenüber 2021 und einem Minus von 2,7 Prozent gegenüber der Vorcoronazeit. Damit einhergehend beträgt die durchschnittliche Aufenthaltsdauer für den diesjährigen Sommer 3,7 Tage und ist damit zwar niedriger als im Vorjahr (4,0 Tage), allerdings leicht höher als 2019 (3,6 Tage).

Nahmärkte bilden die Basis

Fast 83 Prozent der Übernachtungen stammen aus den vier Ländern Deutschland, Österreich, Niederlande und der Schweiz. Gerade deutsche Gäste haben in diesem Sommer mit 13,2 Millionen Übernachtungen um 6,0 Prozent mehr in Tirol genächtigt als im Vorjahr und um 8,9 Prozent mehr als 2019. Damit beträgt der Anteil deutscher Urlauber:innen an den Gesamtnächtigungen im heurigen Sommer rund 59 Prozent.
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Gemischt bilanziert hingegen der Heimmarkt. 2,3 Millionen Übernachtungen bedeuten ein Minus von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, aber ein leichtes Plus von 0,2 Prozent verglichen mit 2019. Der drittwichtigste Markt Niederlande weist mit 1,7 Millionen Nächtigungen sowohl Zuwächse verglichen mit 2021 (11,9 Prozent) als auch mit 2019 auf (7,7 Prozent). 

Qualitätstourismus im Sommer muss weiter steigen

Steigerungen bei Ankünften und Nächtigungen seien erfreulich, stünden allerdings nicht im Vordergrund, betont Tirols Tourismuslandesrat Mario Gerber das Ergebnis: "Viel wichtiger ist eine angemessene Wertschöpfung." Diese liegt laut einer Berechnung des MCI Tourismus für die diesjährige Sommersaison bei 2,2 Milliarden Euro, nach 1,8 Milliarden im Vorjahr. Und der Sommer berge noch einiges an Potenzial, das zeige der Vergleich der durchschnittlichen Tagesausgaben. "Unsere Wintergäste geben pro Tag im Schnitt 188 Euro aus, die Tiroler Sommergäste 147 Euro. Um dieses Potenzial zu heben, müssen wir uns weiterhin verstärkt in Richtung Qualitätstourismus entwickeln", so Gerber.
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Dem schließt sich auch Tirol Werbung-Geschäftsführerin Karin Seiler an: "Für eine wirtschaftlich solide Entwicklung des Tiroler Tourismus ist es wichtig, die Chancen für ein hochwertiges Wachstum in der Sommersaison auch in den nächsten Jahren wahrzunehmen." Sommerurlaub in den Alpen werde sicherlich an Attraktivität gewinnen. Das gelte es zu nutzen und eine höhere Preisdurchsetzung zu erzielen. "Immer wichtiger wird für Gäste einfache Erreichbarkeit sowie eine stressfreie An- und Abreise. Daher ist verstärkt auf ein qualitativ gutes öffentliches Verkehrsangebot als echte Alternative zur An- und Heimreise mit dem eigenen Auto sowie zu dessen Nutzung im Urlaub zu setzen", so Seiler.

Zu verdanken sei das Ergebnis dieses Sommers übrigens nicht einer Steigerung der Betten. Im Gegenteil, denn deren Zahl ist in den vergangenen 20 Jahren um 13 Prozent auf rund 333.000 gesunken.

Gemischte Bilanz im Tourismusjahr

Nicht nur die Sommersaison, sondern auch das Tourismusjahr endet traditionell mit Oktober. Da fällt die Bilanz zwiespältig aus, denn darin steckt eine herausfordernde Wintersaison 2021/22 inklusive anfänglichem Lockdown. Von 1. November 2021 bis 31. Oktober 2022 verzeichnete Tirol 43,4 Millionen Übernachtungen. Das entspricht einem Minus von 12,7 Prozent gegenüber dem Tourismusjahr 2018/19. Ein Vergleich mit dem vergangenen Tourismusjahr ist aufgrund des vollständigen Lockdowns im Winter 2020/21 nicht repräsentativ. Bei den Gästeankünften bedeuten 10,5 Millionen im aktuellen Tourismusjahr ein Minus von 15,5 Prozent im Vergleich zu 2018/19. Leicht gestiegen ist die Aufenthaltsdauer – von 4,0 Tagen im Tourismusjahr 2018/19 auf aktuell 4,1 Tage.

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