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Slowenien

Adriaküste und Hinterland

Es kommt nicht auf die Quantität an, sondern auf die Qualität. Auch im Tourismus und beim Reisen.

Slowenien: Adriaküste und Hinterland

Slowenien besitzt nur 42 Kilometer Mittelmeer- bzw. Adriaküste. Aber auf diesem Mini-Küstenstrich wird landschaftlich, kulinarisch, kulturell, historisch und – was die Lebensqualität anlangt – mehr geboten, als in manchen hochgelobten aber steril langweiligen „Hotspots“ von ganz anderer Dimension.
Neben den vielen sehens-, fühlens- und riechenswerten regionalen Kleinigkeiten, sind eine beachtliche Hotellerie und Gastronomie, die internationalen Vergleichen locker gewachsen sind, entstanden. Ein gutes Beispiel für diese Entwicklung sind die sieben Lifeclass-Hotels von Portoroz, mit einer breitgefächerten Palette hochqualitativer Angebote. Man setzt bewusst und gezielt auf Umwelt und Qualität und gerade das kommt auf kleinstem Raum besonders gut zur Geltung. Der Magnet schlechthin ist das malerische Hafenstädtchen Piran. Es liegt am Ende einer Landzunge, die sich zwischen zwei Buchten erstreckt. Man spricht slowenisch und italienisch und die venezianische Vergangenheit springt geradezu ins Auge. Die Spuren dieser Epoche (13. bis 18. Jahrhundert) sind in den engen, verwinkelten Gassen, mit ihren dicht aneinander gereihten Häusern, nicht zu übersehen. Das Städtchen ist von der Blechlawine des Autoverkehrs, die in früheren Zeiten eine arge Belastung darstellte, endgültig befreit. Wer mit dem Auto kommt, muss dieses außerhalb der Stadt in einer Parkgarage zurücklassen. Die Plätze mit ihren Kulturdenkmälern und die Gassen mit den vielen Galerien, Boutiquen und Geschäften gehören Fußgängern und Radfahrern. Das Kulturangebot, das den Besucher in der Geburtsstadt des Komponisten Giuseppe Tartini erwartet, ist das ganze Jahr über vielfältig und interessant. Die heutigen touristischen Attraktionen sind mit der Geschichte Pirans und Istriens eng verwoben. Im Laufe seiner Geschichte gehörte das stolze Städtchen nicht nur lange zu Venedig, sondern zeitweise auch zum Herzogtum Bayern und zum Herzogtum Kärnten. Letzteres ist wahrscheinlich nicht der Hauptgrund für die Tatsache, dass erstaunlich viele Kärntner in Piran einen Zweitwohnsitz besitzen. Seine wirtschaftliche Blüte erlebte Piran im 18. Jahrhundert als Teil der Habsburg Monarchie. Auf diese Zeit geht die Wiederbelebung der Salzproduktion in den Salinen zurück, deren Besichtigung sich kaum ein Besucher entgehen lässt. Auch die ehemalige Schmalspureisenbahn von Triest nach Porec wurde damals in Betrieb genommen. Sie war für den Güter- und Personenverkehr, aber auch die wirtschaftliche Entwicklung, von großer Bedeutung. Von 1902 bis 1935 verband sie 33 Orte in Istrien, darunter auch Piran, miteinander. Die 123 Kilometer Strecke der „Parenzana“, wie man die Schmalspurbahn nannte, wurde in eine der abwechslungsreichsten und spannendsten, drei Länder berührende, Radroute umgewandelt. Sie gehört für sportliche Besucher zu den meist frequentierten Attraktionen der Region. Portoroz, nur drei Kilometer von Piran entfernt, präsentiert sich ganz anders. Die beiden Orte ergänzen sich perfekt. Portoroz ist ein schicker und sehr zeitgemäß und modern wirkender Kur- und Badeort. Dabei kurte man dort schon im 13. Jahrhundert. Die vielen neuen oder neugestalteten Hotels verfügen über ein umfangreiches Gesundheits- und Wellmessangebot. Die Anwendungen reichen von Fango über Thai-Massagen bis Ayurvedabehandlungen. Jachthafen, Casinos und eigener Flugplatz verleihen dem Ort kosmopolitisches Flair. Portoroz und Piran locken auch in den Wintermonaten mit einer Vielzahl von Veranstaltungen. Der Weihnachtsmarkt im festlich beleuchteten Park des Kempinsky Palace Portoroz vermittelt mediterrane Wintergefühle und bietet alle kulinarischen Spezialitäten des slowenischen Karstes. Am 27. Dezember sorgen die drei berühmtesten slowenischen Tenöre für besinnliche Töne, während tausende Laternen in den Himmel schweben. Ein relativ neues Erlebnis der Sonderklasse ist ein Besuch im 2013 eröffneten Thalasso Spa „Lepa Vida“, das in einem stillgelegten Teil der Salinen von Secovilje liegt. Von Mai bis September genießen Gäste hier unter freiem Himmel alle Arten von Anwendungen und vor allem lokale „Spezialitäten“, wie Salzpeelings und Bäder in Salzlake. Auf Grund der Lage im Naturpark Salinen wird auf Ökostandards höchster Wert gelegt. So kommen nur unbehandelte Hölzer zur Anwendung und die Wasserbecken werden durch eine Solaranlage beheizt. Einen Besuch in der Fischfarm der Familie Fonda, unweit der Salinen, darf man sich nicht entgehen lassen. Dort werden „ökodynamisch“ Wolfsbarsche und Miesmuscheln gezüchtet. Die Begeisterung der Familie für ihren zukunftsweisenden Weg gesunde Lebensmittel anzubieten, wird durch die Begeisterung der Kunden bestätigt. Auch in ausgewählten Wiener Restaurants werden fast fangfrische Fonda Fische angeboten.
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