Schweiz Tourismus: Reiseerlebnisse „swi... Plus Artikel
 
Schweiz Tourismus

Reiseerlebnisse „swisstainable“ 

Der Schweiz Tourismus mit Geschäftsführer Martin Nydegger machte in Wien Werbung für den Urlaub mit der Bahn. Die ÖBB ist ein wichtiger Partner.

Schweiz Tourismus: Reiseerlebnisse „swisstainable“ 

Der Blick über Wien aus der Skylobby der ÖBB Unternehmenszentrale am Hauptbahnhof mag beeindruckend sein, wie Martin Nydegger in seiner Begrüßung vor Pressevertretern betonte, aber mit dem Ausblick von den Schweizer Bergen doch nicht vergleichbar. Mehr Gäste als anderswo reisen in die Schweiz mit der Bahn und vor allem auch im Land: 31,7 Prozent aller Touristen in der Schweiz reist ausschließlich im Zug. Eine besonders nachhaltige Lösung, denn eine Zugreise verbraucht rund 27-mal weniger CO2 pro Person als eine vergleichbare Autofahrt. „Nachhaltigkeit ist in der Schweiz ganz tief verankert, genauso wie die Glaubwürdigkeit“, betont der Tourismuschef. Die von Schweiz Tourismus ins Leben gerufene Initiative heißt daher passend swisstainable. Die Initiative fasst die besten, bestehenden Beispiele zusammen und unterstützt neue, vielversprechende Projekte bei der Kommunikation. 

Sämtliche Branchenbereiche sind bei dieser Initiative mit an Bord, als Ziel wurden bis zu 10.000 einzelne Tourismusakteure ausgegeben. Wichtig sei, diese Initiative nun mit Inhalten zu füllen. Der öffentliche Verkehr, ein zentraler Baustein des Schweizer Tourismus, gehört schon seit über hundert Jahren zu den nachhaltigen Treibern in der Branche. „Die Schweizer lieben ihre Bahn, sie hat einen unglaublichen Stellenwert“, betonte Nydegger.

Die großen Anbieter nachhaltiger Mobilität 

Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) generiert den Strom für ihre Züge bereits heute zu 90 Prozent aus Wasserkraft. Bis 2025 sogar komplett. Weitere energiesparende Maßnahmen wie die adaptive Lenkung, auch „Grüne Welle“ genannt, tragen zum Umweltschutz bei. Das System liefert Fahrempfehlungen an das Lokpersonal, damit dieses ungeplante Stopps vor Haltesignalen vermeiden kann. Somit fahren die Züge flüßiger, energieeffizienter und materialschonender. Reisende genießen damit auch ein angenehmeres Fahrempfinden. 

Bei der Rhätischen Bahn (RhB), der Betreiberin des weltberühmten Bernina Express, wird großer Wert auf die Herkunft der bezogenen Energie und die Weiterentwicklung im Bereich Nachhaltigkeit gelegt. Die RhB bezieht bereits seit 2013 100 Prozent der elektrischen Energie für ihre Triebfahrzeuge und Immobilien aus Wasserkraft. Und die Gornergrat Bahn in Zermatt beim Matterhorn sorgt für Energieproduktion bei der Talfahrt, die Züge sind nämlich mit einer Rekuperationsbremse ausgestattet. 

Travel Pass und Grand Train Tour

Die Schweiz verfügt über eines der bestausgebauten öffentlichen Verkehrsnetze weltweit. Auf 28.550 Kilometern erschließen Bahn, Bus, Schiff und Bergbahn das Land engmaschig. Die Gehdistanz zur nächsten Haltestelle des öffentlichen Verkehrs beträgt im Durchschnitt lediglich 360 Meter. Treiber der Beliebtheit des Angebots auch bei internationalen Gästen – mit 75 Prozent fahren der Gäste aus Korea am häufigsten in der Schweiz mit der Bahn vor 72 Prozent der Chinesen – ist der Swiss Travel Pass. Damit fährt man unbeschränkt auf dem ganzen Bahn-, Bus- und Schiffsnetz der Schweiz. Der Swiss Travel Pass ist für 3, 4, 8 und 15 Tage erhältlich und beinhaltet den kostenlosen Eintritt zu über 480 Museen & Ausstellungen. Und es gibt bis zu 50 Prozent Ermäßigung auf weitere Bergausflüge. Im ersten Halbjahr boomt das Geschäft mit europäischen Gästen, erklärt man bei Schweiz Tourismus gegenüber dem traveller. So stieg der Umsatz aus Österreich im Swiss Travel System um 11 Prozent, noch mehr wuchsen die Märkte Frankreich (+188 Prozent) und Spanien (+123 Prozent). Aus Übersee verzeichnet man einen starken Zuwachs aus Singapur, Malaysia sowie den USA. Diese Märkte befinden sich zurzeit ebenfalls schon über dem 2019er-Niveau. Und die Vorbuchungen zeigen, dass der Sommer sowie Herbst vielversprechend wird und teilweise die Zahlen aus 2019 getoppt werden können.

Ein Highlight ist die Grand Train Tour of Switzerland (GTToS), die „Route 66 der Schweiz auf Schienen“, wie Nydegger sie bildhaft beschreibt: Sie verbindet alle Panoramastrecken zu einer atemberaubenden Route, darunter elf große Seen, fünf UNESCO-Welterbestätten und dazwischen 1.280 Kilometer schönste Aussicht auf acht Etappen und vier Sprachen. Enthalten sind die bekannten Panoramazüge wie der Bernina- oder Glacier Express oder die steilste Zahnradbahn der Welt auf die Rigi, die CabriO-Bahn aufs Stanserhorn oder der Belle-Époque-Wagen der Schynige Platte-Bahn auf den Gipfel. Dank der Routenführung über Bergpässe und durch zahlreiche Täler ermöglicht die Tour die perfekte Kombination von Stadt und Bergort. Jederzeit kann ein Stopp eingelegt werden 

Beste Verbindungen aus Österreich in die Schweiz

Zahlreiche Direktverbindungen aus Österreich vereinfachen die Anreise per Bahn. Der ÖBB Railjet bringt Reisende von Wien, Linz, Salzburg oder Innsbruck mehrmals täglich, im Zweistundentakt nach Zürich. Mit dem Eurocity „Transalpin“ können Gäste von Graz im Panoramawagen bereits bei der Anreise die Alpen-Landschaften genießen. Die günstigsten ÖBB-Sparschiene-Tickets starten bereits bereits ab 19,90 Euro.

Eine immer beliebter werdende Möglichkeit in die Schweiz zu reisen ist der ÖBB Nightjet. Zürich ist derzeit der zweitgrößte Hub für Nachtverkehr in Europa, gleich nach Wien. In die Schweiz gelangen mit Komfort Gäste direkt aus Wien und Graz, aber auch aus den europäischen Metropolen Budapest, Prag, Zagreb, Hamburg und Berlin. Je nach Reiseklasse profitieren die Gäste von unterschiedlichen Leistungen wie z.B. Frühstück, gratis Mineralwasser, Service am Platz oder unterschiedlichem Sitzkomfort. „Durch den Ausbau des europäischen Nachtzugnetzes in den letzten Jahren sind wir nicht nur zum größten Nachzuganbieter Europas geworden, sondern der Nachtzug ist mittlerweile eine klare Alternative zum Flugzeug geworden“, so ÖBB Personenverkehr AG-Vorständin Sabine Stock. „Hier hat auch Zürich mit seinen vielen Verbindungen maßgeblich dazu beigetragen, dass man als Einwohner:in der Schweiz, Deutschlands, der Niederlande oder Österreichs getrost auf das Flugzeug für den Europatrip verzichten kann.“ Dazu reist man besonders umweltfreundlich: Eine Fahrt mit dem Zug stößt 51 Mal weniger CO2 aus als bei der gleichen Reise mit dem Flugzeug. Die Nachfrage gibt den ÖBB recht, Nightjet-Fahrten in einige Destinationen sind schon längerfristig ausgebucht. Die ÖBB plant, das Angebot weiter auszubauen und Verbindungen auch in den Süden auszubauen mit mehrtägigen Reisen. Zürich spielt für die Idee eines wirklich europaweiten Nachtzugnetzes eine zentrale Rolle, betont Stock.

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