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Schweiz

Entschleunigung im Bilderbuch

Carvingschwünge auf nicht endenwollenden Abfahrten, Fernblick von Eiger, Mönch und Jungfrau bis hin zum ikonischen Matterhorn, idyllische Ruhe - in der Aletsch Arena im Wallis erwartet Sie ein Skierlebnis der anderen Art. 

Schweiz: Entschleunigung im Bilderbuch

Die Walliser Bergkulisse auf die vier genannten Berge zu begrenzen wird bestenfalls einer Einleitung gerecht, denn besonders imposant ist der Aletsch Gletscher - mit einer Länge von 23 Kilometern der längste der Alpen -, der dem 360°-Bergpanorama zwischen den vielen 4.000ern das Tüpfelchen auf dem i verleiht. Als Österreicher ist man - was imposante Bergkulissen angeht - durchaus verwöhnt, für ein Panorama von diesem Format muss man allerdings zu unseren äußerst gastfreundlichen Nachbarn in die Schweiz reisen!

Das Skigebiet der Aletsch Arena, das unter anderem die Orte Riederalp, Bettmeralp und Fiesch-Eggishorn umfasst, bietet insgesamt 104 Pistenkilometer mit besonders langen Abfahrten. Diese bedeuten lange, aber definitiv nicht langweilige Liftfahrten, auf denen man gar nicht mehr aus dem Staunen kommt über den Ausblick. Der Großteil der Pisten ist blau und daher eher leicht, beziehungsweise rot und ein wenig anspruchsvoller. Wer pickelharte und vor allem steile Pisten sucht, der wird hier nur im kleinen Rahmen fündig. Die Aletsch Arena zeichnet sich vor allem als Carving-Paradies mit perfekt präparierten und sehr breiten Pisten aus, die zum Beschleunigen in einer entschleunigten Umgebung einladen.

Balanceakt zwischen Ent- und Beschleunigung

Allgemein kann man behaupten, dass hier alles auf Entschleunigung und idyllische Ruhe ausgelegt wurde. Ein Highlight der hochgelegenen Orte ist die Verbannung von Autos, was sich positiv einerseits auf die Luftqualität und andererseits auf die Ruhe auswirkt. Auf den kleinen Gassen und Straßen gilt daher die Devise: links gehen, rechts Skifahren! Nach einem ausgedehnten Frühstück, bei dem die zahlreichen Käsesorten der Schweiz natürlich nicht fehlen dürfen, schnallt man die Ski vor der Unterkunft an und gleitet durch den Ort direkt zum Skilift. Schneebedeckte Dächer, die berühmte Kapelle Maria zum Schnee und urige Hütten garantieren eine märchenhafte „Anfahrt“ zum Skigenuss. 

Dicke Protz-Hotelburgen und Wellnesstempel sucht man hier glücklicherweise ebenfalls vergeblich. Das bodenständige und umweltbewusste Skigebiet setzt auf kleine Familienbetriebe, um den einzigartigen Charme zu behalten - ein Winter ganz wie damals.

Die Schweiz muss nicht immer teuer sein. Wir haben die Rechnung gemacht und erstaunt festgestellt, dass der Skipass für eine Woche im Jänner bei rund 40 € pro Tag liegt, und auch die Ferienwohnungen locken ganzjährig Familien mit preiswerten Angeboten.

Käse, Käse und nochmal Käse 

In den Schweizer Alpen gehört zu jeder Mahlzeit, sei es als Hauptspeise oder nur zum Abrunden, prinzipiell auch ein Käse. Für den Hauptgang empfiehlt sich beispielsweise ein Käsefondue, ein Raclette oder ein ausgefallenes Gericht wie Cholera! Nein, hierbei handelt sich nicht um einen Schreibfehler, denn man vermutet, dass das Gericht vor rund 200 Jahren mit der Krankheit eng verbunden war. Da man während der Seuche die eigenen vier Wände kaum verlassen konnte, musste man auf all das zurückgreifen, was der Speicher zu bieten hatte. Entstanden ist dabei dieser mit Käse durchzogene und köstlich schmeckende Gemüsekuchen, der genügend Kalorien für die nächsten 30 Ski-Abfahrten oder Tage im „Cholera Lockdown“ spendet.

Für das besondere kulinarische Rund-um-Erlebnis im einzigartigen Flair muss man unbedingt im Gläcktricka in Bettmeralp vorbeischauen. In der kleinen, auf den ersten Blick schwer definierbaren Gaststube passt vieles nicht zusammen. Von alten Kronleuchtern lächeln kitschige Weihnachtsmänner in Gestalt von Christbaumkugeln, aus den Lautsprechern tönt neben lang nicht gehörten Klassikern, die zum Mitsingen hinreißen, Musik à la Suzi Quatro, und die Speisekarte liest sich wie ein Schweizer Bergabenteuer mit Weltformat. Auf den zweiten Blick erkennt man die perfekt synchronisierte Inszenierung, die diese wohltuende Stimmung erzeugt, die heutzutage oft gesucht und nur selten gefunden wird.

Für beste Unterhaltung sorgt die Gastgeberin und Inhaberin Lisa, die uns mit viel Witz und Charme kurzerhand unsere Smartphones abnahm. Gleichzeitig versorgte sie uns mit dem hauseigenen Rätsel Flip-Buch, um die Unterhaltung am Tisch anzuheizen. Außergewöhnliche Unterhaltung trifft hier auf extravagante und doch bodenständige Kulinarik. So finden sich auf der Karte neben der Spezialität Cholera unter anderem ein „Bättmer Hirsch-Curry-Ragout mit Ofen-Blumenkohl und Papadam“, oder auch „Spring ins Maul vom Schottischen Hochlandrind von hier, dazu Steinpilzrisotto“ neben vielen einheimischen Feinheiten. Die Erwartungen waren hoch - und sie wurden mit jedem Gang übertroffen. Unbedingt zum Desert auch ein, zwei Kugeln vom hausgemachten und womöglich cremigsten Eis der Welt probieren. 

Das Off-Pisten-Programm

Die Kalorien, die man in der Arena jeden Tag in Form von viel Käse und anderen Köstlichkeiten zu sich führt, müssen jedenfalls wieder abgebaut werden. Dazu laden neben traumhaften Skipisten 72 Kilometer präparierte Wanderwege ein. Wer es ein bisschen abenteuerlicher haben will, der wählt eine Schneeschuhtour im unberührten Tiefschnee. Es lohnt sich, denn nach jedem Baum und jeder Schneewehe wird man mit einem unvergleichlich schönen Ausblick auf die Bergkulisse belohnt. Es empfiehlt sich, diese Touren mit einem einheimischen Guide zu erleben, der die „geheimen“ Winkel mit der besten Aussicht selbstverständlich alle kennt.

Bahntradition und Premium-Airline

Für Bahn-Liebhaber ist die Anreise ein Traum. WLAN gibt es in den sonst bestens ausgestatteten Zügen kaum. Man vermutet fast, dass man absichtlich auf die Internetanbindung verzichtet, um die Leute zum Aus-dem-Fenster-blicken zu animieren. Kaum sonst wo auf der Welt hat das Bahnfahren so viel Tradition wie in der Schweiz. Dieses stolze Bewusstsein spürt man auch heute noch im Komfort der Züge. Mit dem Swiss Travel Pass reist man mit allen Zügen ganz entspannt und ohne sich für weitere Tickets anstellen zu müssen durch die gesamte Schweiz - Eintritte in viele Museen sind ebenfalls enthalten.

Um die Anreise aus Österreich dennoch zu verkürzen, empfiehlt sich - vor allem für die Gäste aus dem Osten - ein Flug mit der Premium Airline Swiss nach Zürich. Swiss bietet ab Wien sowohl Business Class als auch Economy Class Tickets. Am Heimweg lässt sich die Wartezeit mit dem Business Class Ticket in der Senator Lounge im Terminal A versüßen. Ein optimaler Abschluss, um einen bodenständigen Trip in privater Atmosphäre mit extravaganter Aussicht in idyllischer Abgeschiedenheit exklusiv abzurunden. 

 
Aletsch Arena (www.aletscharena.ch):
Strom: Adapter empfohlen 
Währung: Schweizer Franken 
Anreise: Swiss International Air Lines (www.swiss.com) 
Empfehlung Nahverkehr: Swiss Travel System (www.swisstravelsystem.com)
Skiverleih: Bestens ausgestattet direkt vor Ort


Information, Beratung und Buchung:
Schweiz Tourismus
Tel.: 00800 100 200 30 (kostenlos)*
Mail: info@myswitzerland.com
Web: MySwitzerland.com
www.swissinfo.ch

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