Polen: Mehr als eine Reise wert Plus Artikel
 
Polen

Mehr als eine Reise wert

Bei einer Roadshow von Polen Tourismus in der polnischen Botschaft in Wien präsentierten sechs Regionen ihre große Angebotsvielfalt, von lebendigen Städten, beeindruckender Kultur und authentischen Köstlichkeiten bis zu atemberaubenden Naturlandschaften – Wüste inklusive.

Polen: Mehr als eine Reise wert

Marcin Płachno, Direktor des Polnischen Fremdenverkehrsamtes, sagte den Gästen „Witaj w Polsce!“, also herzlich willkommen in Polen. Denn eines der größten Länder der Europäischen Union hat in den letzten Jahren nicht nur wirtschaftlich und hinsichtlich Modernität einen großen Aufschwung erlebt, auch touristisch lockt es mit vielen Attraktionen. 2019 wurden 21,4 Million ausländische Touristen gezählt. Aktuell leidet die Branche wirtschaftlich sehr unter dem Ukraine-Krieg. Incoming-Agenturen verzeichneten zuletzt Stornos von 50 Prozent und mehr. Am Ende der Präsentationen von sechs Regionen ergriff daher Leszek Ostaszewski von der Reiseagentur Travel Projekt das Wort für einen Appell an die anwesenden Medienvertreter, Lust auf Reisen nach Polen zu machen. „Polen ist ein sicheres Reiseland“, betonte er und erzählt von positiven Signalen der Solidarität. 

Auf der Bühne standen davor Vertreter:innen aus Swietokrzyskie (Heiligkreuz), Malopolskie (Kleinpolen), Pomorskie (Pommern), Wielkopolskie (Großpolen), Dolnoslaskie (Niederschlesien) und Slaskie (Schlesien). Neben Wien macht(e) die Roadshow auch in Prag, Bratislava und Budapest Station.

Swietokrzyskie / Heiligkreuz

Namensgeber der Woiwodschaft (Verwaltungsbezirk) Swietokrzyskie ist das Heiligkreuz-Gebirge, das älteste Gebirge Europas, deren Gipfel aber nicht höher als 600 Meter liegen. Der Name des Gebirges stammt vom über 1.000 Jahre alten Kloster Święty Krzyż (Heiligkreuz), wo Reliquien des Heiligen Kreuzes aufbewahrt werden. Natur-Highlights sind u.a. der Świetokrzyskie Park Narodowy (Nationalpark des Heiligkreuz-Gebirges) oder die Tropfsteinhöhle Jaskina Raj (Paradies-Höhle). Hauptstadt ist Kielce, eine bedeutende Industriestadt und zweitgrößtes Messezentrum Polens. Die Bergbau- und Industriekultur wird an mehreren Standorten der Woiwodschaft erlebbar. Die 5.000 Jahre alte Bergbaulandschaft von Krzemionki ist UNESCO Weltkulturerbe der Menschheit. Aktivitätssuchende werden auf dem 200 km langen Teilabschnitt des Green Velo, der fünf Woiwodschaften verbindet, glücklich.

Malopolskie / Kleinpolen

Touristisch keine Unbekannte ist Kleinpolen mit der Hauptstadt Krakau (Krakow). Karol Wojtyła, langjähriger Bischof der Stadt und späterer Papst Johannes Paul II., hinterließ hier seine Spuren. Neben der Kulturstadt, die lange Zeit auch Hauptstadt Polens war, locken Gäste vor allem die Gebirge im Süden und die sechs Nationalparks. Im Westen der Region befindet sich die größte Sandwüste Mitteleuropas, die Błędów-Wüste (Pustynia Błędowska). Einen Besuch wert ist auch Zakopane, Polens Wintersporthauptstadt. Der Kalvarienberg von Kalwaria Zebrzydowska steht ebenso auf der UNESCO-Welterbeliste wie das mehr als 700 Jahre alte Salzbergwerk von Wieliczka, die Holzkirchen oder als mahnendes Beispiel dafür, aus der Geschichte zu lernen, das ehemalige deutsche Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. 14 der 30 UNESCO-Stätten Polens befinden sich in Malopolskie. Aus Wien ist die Region mit Austrian und Ryanair bestens erreichbar und per Flugzeug mehrmals wöchentlich angebunden. 

Pomorskie / Pommern

300 Kilometer Küstenlandschaft bzw. Sandstrände locken in den Norden Polens. Die alte Hansestadt Gdańsk (Danzig), die moderne Hafenstadt Gdynia (Gdingen) und das traditionsreiche Seebad Sopot (Zoppot) bilden ein Städtetrio, das sich zu entdecken lohnt. Südöstlich von Danzig befinden sich zahlreiche sehenswerte Burgen und Schlösser. Die bekannteste ist die Marienburg in Malbork, das ehemalige Machtzentrum der Ordensritter. Pomorskie ist auch die Heimat der rund einer halben Million Kaschuben mit ihrer vom Polnischen abweichende slawische Sprache und kulturellen Eigenheiten. Die klaren Gewässer der Region laden zum Baden aber auch zu Kajaktouren ein.

Wielkopolskie / Großpolen

In einer der größten Woiwodschaften des Landes und bevölkerungsreichsten steht die Wiege des Staates Polen. In der Gegend zwischen der ersten Hauptstadt Gniezno (Gnesen) und Poznań (Posen) errichtete der westslawische Stamm der Polanen im 10. Jahrhundert ein erstes Herzogtum. Die historische Altstadt Posens mit Renaissancebauten lädt zum Shoppen ein, auch als Kongressstandort ist die Stadt bekannt. Die beliebte St. Martin's Day Parade zum Namenstag des Stadt-Patrons findet heuer wieder am 11. November statt. In Großpolen finden Gäste u.a. die größte Kirche Polens, die Bazylika Matki Boskiej Bolesnej Królowej Polski (Basilika der Schmerzensreichen Muttergottes und Königin von Polen), in Licheń Stary. Zahlreiche Bauwerke der kirchlichen und weltlichen Herrschaft zeugen von der reichen Historie der Region. Rogalin etwa gilt als eines der eindrucksvollsten Palastensembles in Zentralpolen.

Dolnoslaskie / Niederschlesien

Niederschlesien liegt im Südwesten Polens mit der Hauptstadt Wrocław (Breslau).  Das Riesengebirge zählt zusammen mit dem angrenzenden Isergebirge zu den größten Ferienzentren im Süden Polens. Die im Norden Tschechiens entspringende Odra (Oder) prägt zusammen mit ihren Nebenflüssen die Region. Rund um Kłodzko gibt es in traditionsreichen Kurorten die größten Mineral- und Heilwasservorkommen Polens. Mit 800 Burgen und Schlössern bietet die Region eine unvergleichliche Vielfalt. Wie die Friedenskirche von Schweidnitz - sie fasst 7.500 Besucher und gilt als größter sakraler Fachwerkbau in Europa - gehört auch die zur gleichen Zeit errichtete Friedenskirche von Jawór (Jauer) heute zum Welterbe der UNESCO. Bei einem Besuch der Region nicht verpassen darf man Bolesławiec (Bunzlau), Heimat der berühmten Bunzlauer Keramik.

Slaskie / Schlesien

Die Woiwodschaft ist die am dichtesten besiedelte Region Polens mit rund 4,7 Millionen Einwohnern. Die technischen Denkmäler des 19. Jahrhunderts sind heute beliebte Touristenziele der ehemaligen Bergbauregion. Hauptstadt ist Katowice, Städte wie Gliwice, Zabrze oder Bytom sind mit der Schwerindustrie verbunden. Fördertürme und Abraumhalden noch das Bild der Landschaft. Im Norden der Region liegt Częstochowa (Tschenstochau), das geistliche Zentrum Polens und jedes Jahr Ziel von Millionen Pilgern und Besuchern. Den Süden der Woiwodschaft bilden die Schlesischen Beskiden und sind ein beliebtes Erholungs- und Wintersportzentrum. Berühmtester Sohn der Region und der Stadt Wisła (Weichsel) ist Skisprungstar Adam Małysz. 

www.polen.travel/de-at

stats