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London

Schlafen und chillen in der Wombat-Höhle

Wer mit einer Schulklasse auf Reisen geht, der landet oft in der Matratzenlagerhölle eines Hostels. Dass es auch anders geht und man Kids und Lehrkräfte gleichermaßen glücklich machen kann, beweisen die Wombat’s Hostels.

London: Schlafen und chillen in der Wombat-Höhle

Wombats sind australische Beuteltiere, die für besondere Knuffigkeit, Wohnhöhlen und würfelförmige Kacke bekannt sind. Letztere Tatsache hat sicherlich nichts mit der Namensgebung der vielfach ausgezeichneten Hostels (mehrfache Hoscar-Gewinner) zu tun. Die besondere Gemütlichkeit und der Schutz der Wombat-Höhlen schon eher. Auch sind Wombats Einzelgänger, die aber über ihre Höhlensysteme immer wieder aufeinander treffen. Ob sie dann ebenfalls Party machen, ist nicht überliefert.

Reliably unexpected

Ähnliches trägt sich in den Wombat’s Hostels (Wien, London, Budapest und München) zu. Hier steigen alljährlich mehr als 300.000 Reisende ab, die nicht nur ein Bett, sondern auch die besondere Atmosphäre suchen und gerne neue Leute aus aller Welt treffen. Laut Co-Gründer Marcus Praschinger ist der typische Wombat’s-Gast zwischen 20 und 30, open-minded, kosmopolitisch, sieht Reisen als das, was er oder sie immer schon machen wollte und schätzt Qualität. „Wir sind reliable und gleichzeitig unexpected“, erklärt Praschinger die Philosophie. Gute Lage, guter Staff, Design und Sauberkeit sind die Zutaten zum Erfolg. Ein Hostel zum vernünftigen – wenn auch nicht allertiefsten – Preis soll es aber immer bleiben. Da gibt es auch Geschäftsreisende, die lieber im Wombat’s absteigen als in der Vertreterbude: „Es sind der Vibe, die Stimmung und auch das Lokalkolorit.“

Und natürlich Schulklassen – denn, was wäre besser für einen pädagogischen Städtetrip geeignet, als „Jugendherbergen“. Mit denen hat die österreichische Hostel-Kette aber rein gar nichts zu tun. Vielmehr hat man das Missing Link zum Hotel gefunden: Denn wären nicht die Mehrbett-Zimmer, die Platz für bis zu acht Personen bieten, man würde sich in einem vernünftigen Mittelklasse-Hotel wähnen. Wer – wie die Lehrerinnen – ins Zweier-Zimmer zieht, der sieht praktisch keinen Unterschied. Blitzeblank, stylisch und durchgehend mit eigenem Bad und WC ausgestattet, muss man nur wenige Abstriche machen. Betten am Abreisetag abziehen oder Handtücher und Föhn an der Rezeption holen sind keine Herausforderung. 

Party on

Den Kids gefällt es hier im Londoner Wombats im angesagten East End dafür umso besser: In den Gruppenzimmern kommt Zeltlagerstimmung auf, man kann sich überall frei bewegen und es stehen jede Menge Facilities zur Verfügung. Das Kronjuwel: die Wombar im Souterrain. Die ist auch für die Begleitlehrerinnen ein Segen, denn jeder, der schon einmal so einen Trip geplant hat, weiß, dass der Tag mit dem Abendessen noch nicht vorbei ist, ganz im Gegenteil. Und wie eine Horde Halbwüchsiger, die man nicht ins Nachtleben entlassen kann und darf, beschäftigen? Am besten in der Sicherheit der Wombat-Höhle. Hier gibt es – alkoholfreie! – Cocktails, die legendären Wombat’s-Toasts in den städtetypischen Varianten (Teenager haben rund um die Uhr Hunger) und Animation: Karaoke, Beer-Pong (nach Bedarf mit Wasser) oder Jenga-Rekordversuche bringen auch die hyperaktivsten Rabauken irgendwann zur nötigen Bettschwere. 

Die optimale Starthilfe für den nächsten Tag bietet dann das Wombat’s-Frühstück. Auch hier gilt: Mehr ist mehr. Denn Auswahl und Qualität des Angebots erfreuen nicht nur Budget-Traveller und Bettelstudenten, sondern auch erwachsene Menschen, die gerne guten Kaffee trinken – auch in London. Das alles ist um einen bescheidenen Zuschlag von 4,90 Pfund zu haben.

Überhaupt haben es die österreichischen Betreiber gastronomisch drauf: In Wien dürfen sich Besucher unter anderem über ein lässiges Café mit breitem Angebot an Wein, Bier, Kaffeespezialitäten und feinen Snacks freuen.

What to do in London

Egal ob ein, zwei oder ein Dutzend Jugendlicher, Städtetrips können zur veritablen Herausforderung werden. Geschichte und Kultur dürfen natürlich sein, dazwischen muss es aber – wie bei 6-Jährigen – auch Spiel, Spaß und Spannung geben.
Für ein erstes Kennenlernen der Stadt – und in jeder Gruppe sind „Auskenner“ und Novizen – empfehlen sich ein paar lockere Stadtspaziergänge. 

  • Der Klassiker: vom Piccadilly Circus zum Trafalgar Square und The Mall hinunter bis zum Buckingham Palace. Garantiert Must-have-Fotomotive en masse. Am Weg lohnt sich auch ein Abstecher in den St. James’s Park. Speziell um die Mittagszeit kann man hier mit einer Schülergruppe ein entspanntes Picknick mit vorher eingekauften Sandwiches (Eis gibt es vor Ort) veranstalten. Macht Spaß und schont das Geldbörsel.
     
  • Eine andere Möglichkeit ist eine Tour vom Tower Hill über die Tower Bridge und entlang des Südufers der Themse. Dabei empfiehlt sich ein Zwischenstopp am Borough Market – nicht nur, weil sich hier der Leaky Cauldron aus den Harry Potter-Filmen befindet, sondern auch wegen der Atmosphäre und des Streetfood-Angebots. Überhaupt sind die vielen Londoner Märkte ein heißer Tipp, sowohl zum Bummeln als auch zum Essen – günstig und es ist für die verschiedenen Geschmäcker garantiert das Passende dabei. Der Klassiker – und natürlich Touristenfalle – ist Camden. Mehr London als auf der Camden High Street geht fast nicht. Der dortige Streetfood Market ist einer der größten und die Katakomben des Camden Lock Markets sind eine Sehenswürdigkeit für sich.
     
  • Bei Stadtbesichtigungen sind Tagesdistanzen von 20 Kilometern keine Seltenheit. Dazwischen einen Tag mit weniger Meilen einzuplanen, schont nicht nur die Nerven. Günstiger und im wahrsten Sinne des Wortes flüssiger als mit den (teuren) Sightseeing-Bussen kann man bei einer Themsefahrt durch die Stadt cruisen. Vom Wasser aus sieht man wichtige Landmarks mal aus einer anderen Perspektive und die launigen Geschichten der Bootsbegleiter bleiben bei den Kids erstaunlich gut hängen. Empfehlenswert ist eine Fahrt nach Greenwich. Dort gibt es ein Schiff, das Royal Observatory und den Nullmeridian zu bestaunen. Der Spaziergang den Hügel hinauf bietet zudem einen ungewöhnlichen Ausblick auf die Stadt. Und natürlich gibt es auch in Greenwich einen kleinen, aber feinen Markt.
     
  • Nicht fehlen dürfen auch eine Fahrt mit dem London Eye und ein Besuch im London Dungeon, der sich unmittelbar daneben befindet. Der Dungeon ist eine Art Geisterbahn mit historischem Kontext, der verlässlich alle ab 12 Jahren unterhält. Beide Attraktionen können zudem online zum Schultarif gebucht werden und sind damit echte Schnäppchen. Denn London bietet viel, aber billig ist es wahrlich nicht.
     
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