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Keine Ölförderung vor den Balearen

(c) pixabay
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Der britische Ölkonzern Cairn Energy zieht seine vier Ölexplorationslizenzen für den Golf von Valencia vor den Balearen zurück. Es handelt sich dabei um den zweiten grossen Rückschlag für die Ölindustrie in Spanien binnen weniger Monate, nachdem Repsol seine Ölförderpläne vor den Kanaren gestoppt hatte.

Denn beide Entscheidungen erfolgten vor dem Hintergrund intensiver Bürgerproteste, getragen von zivilgesellschaftlichen Gruppen, Lokalpolitikern und dem Privatsektor, die sich in der Alianza Mar Blava (Balearen) beziehungsweise Save Canarias zusammenschlossen und von zahlreichen internationalen Umweltschutzgruppen unterstützt wurden, darunter OceanCare. Die Initiativen von OceanCare, NRDC und Alianza Mar Blava für den Schutz der Meerestiere vor den Balearen vor dem tödlichen Unterwasserlärm wurden unter anderem von der Kampagnenorganisation AVAAZ unterstützt. Im Sommer 2014 konnten mehr als 150 000 Protestunterschriften an das spanische Umweltministerium übergeben werden. Im Zuge der öffentlichen Begutachtung erhoben 128 000 Personen - davon 117 000 Bewohner der Balearen - schriftlich Einspruch gegen das Projekt von Cairn Energy. Diese Resonanz zeigt den grossen Widerstand der Inselbewohner gegen Ölsuche und Ölförderung in einer der weltweit attraktivsten Tourismusdestinationen. Die Gefahr ist allerdings noch nicht gebannt. Zwei weitere Ansuchen anderer Unternehmen, vor den Balearen und im Golfe du Lion nach Öl zu suchen, sind hängig. Auch Cairn Energy hat erklärt, weiterhin an der Suche nach Kohlenwasserstoffen im Golfe du Lion und im Golf von Biskaya interessiert zu sein und auch die Gewässer vor Senegal ins Visier zu nehmen. Daher bleibt das Problem bestehen, solange die Entscheidungsträger keine angemessene Regulierung der Aktivitäten der Ölindustrie auf globaler Ebene in die Wege leiten. Die zivilgesellschaftlichen Bewegungen und die lokalen Gemeinden blieben die Hüter der Meere, während gerade in Zeiten des Klimawandels über die Fortsetzung der Suche nach fossilen Brennstoffen diskutiert werden müsse, so Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare. Informationen unter www.oceancare.org
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