Innsbruck: Tirol bilanziert Sommersaison... Plus Artikel
 
Innsbruck

Tirol bilanziert Sommersaison positiv

fottoo - Achensee

Das Bundesland war von Mai bis September besser gebucht als im Vorjahr und auch als 2019, dem letzten Sommer vor der Coronapandemie, teilte die Tirol Werbung am Sonntag in einer "Zwischenbilanz" nach fünf von sechs Monaten der Sommersaison mit.

So verzeichnete man 20,1 Mio. Übernachtungen (Plus von 14,9 Prozent gegenüber 2021 und von 1,5 Prozent gegenüber 2019). Etwas differenzierter stellte sich die Lage bei den Gästeankünften dar: In diesem Bereich kam das Bundesland auf 5,4 Millionen Ankünfte - zwar ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem noch von Corona geprägten Sommer 2021, aber ein Minus von 2,4 Prozent im Vergleich zu 2019. Die Aufenthaltsdauer liege indes im bisherigen Sommer bei durchschnittlich 3,8 Tagen und sei damit zwar niedriger als im Vorjahr (4,1 Tage), aber weiterhin höher als 2019 (3,6 Tage).

Das Nächtigungsplus ist laut den Verantwortlichen zu einem großen Teil auf die deutschen Gästen zurückzuführen. Fast sechs von zehn Nächtigungen gingen auf das Konto der nördlichen Nachbarn. Ihre Übernachtungen nahmen im Vergleich zum Vorjahr um rund 800.000 (plus 7,3 Prozent) und gegenüber 2019 um 1,1 Mio. (plus 10 Prozent) auf 11,9 Mio. zu. Ebenfalls positiv habe sich der niederländische Markt entwickelt: 1,7 Mio. Nächtigungen bedeuteten ein Plus von 13,4 Prozent zum Vorjahr und von 7,8 Prozent zu 2019. Bei den Gästen aus Österreich gab es hingegen mit zwei Millionen Nächtigungen einen leichten Rückgang um 2 Prozent verglichen mit dem Vorjahr und um 0,5 Prozent im Vergleich zu 2019, hieß es.

Gestiegen ist laut Tirol Werbung nach bisherigen Berechnungen die Wertschöpfung - und zwar von 1,8 Mrd. Euro im Vorjahr auf 2,2 Mrd. heuer. Für den designierten Wirtschafts- und Tourimuslandesrat Mario Gerber (ÖVP) besonders wichtig, wie er betonte. Denn diese Kennzahl würde etwas über den wirtschaftlichen Erfolg des Tourismus aussagen.

Wirtschaftlich zum Winter aufschließen

Zufrieden zeigte sich auch die Geschäftsführerin der Tirol Werbung, Karin Seiler. Man wolle jedenfalls "den Sommer weiter stärken, damit er vor allem wirtschaftlich zum Winter aufschließt", ließ sie wissen. Denn sechs von zehn Euro seien im Tiroler Tourismus bisher im Winter verdient worden. Eine positive Bilanz zogen auch die Unternehmen. 61 Prozent der Beherbergungsbetriebe hätten in einer repräsentativen Befragung angegeben, mit dem wirtschaftlichen Erfolg der aktuellen Sommersaison zufrieden zu sein, 25 Prozent sogar sehr zufrieden.

Nach Sommer und Herbst ist indes vor dem Winter. Und dahingehend zeigten sich die Tourismusverantwortlichen ebenfalls zuversichtlich. Die gute Entwicklung solle sich fortsetzen. "Laut Tourismusbarometer sind fast drei Viertel der Betriebe mit der Buchungslage für die kommende Wintersaison sehr zufrieden oder zufrieden", erklärte Bald-Landesrat Gerber. Die größten Erwartungen würden auch hier auf dem deutschen Markt liegen: 85 Prozent der Befragten gaben an, mit der Buchungslage deutscher Gäste zufrieden bzw. sehr zufrieden zu sein.

Etwas weniger optimistisch zeigten sich die Unternehmungen offenbar, was die Umsatzerwartung betrifft: Immerhin 30 Prozent rechneten laut Befragung mit Einbußen. Gerber führte dies insbesondere auf die "massiven Steigerungen bei den Energiekosten" zurück. "Ich bin mir dieser großen Belastung für die Betriebe selbstverständlich bewusst und werde mich mit vollem Elan für die Branche einsetzen", versprach er.
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