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Griechenland

Tourismus soll Strom bezahlen

Alvaro Martin - stock.adobe.com
Griechenland benötigt im Winter viel Strom. Die steigenden Preise führen zu erheblichen Kosten für das verschuldete Land.
Griechenland benötigt im Winter viel Strom. Die steigenden Preise führen zu erheblichen Kosten für das verschuldete Land.

Die griechische Regierung will mit den unerwartet hohen Einnahmen aus dem wieder boomenden Tourismus die Energierechnungen subventionieren. Die Einkünfte dürften in diesem Jahr das bisherige Rekordergebnis von 18,2 Milliarden Euro im Jahr 2019 übertreffen, sagte Regierungssprecher Giannis Oikonomou am Montag in Athen.

"Trotz der Energiekrise ist zusätzlicher finanzieller Spielraum entstanden", erklärte er. "Natürlich hat auch die beeindruckende Leistung des Tourismus erheblich dazu beigetragen." Das Bruttoinlandsprodukt könnte heuer wegen des gut laufenden Tourismus und steigender Exporte zwischen 3,5 und 4,0 % wachsen, wie das Institut IOBE schätzt.

Viel Strom für den Winter gebraucht

Ein großer Teil der griechischen Haushalte heizt in den kalten Wintermonaten traditionell mit Strom statt mit Heizöl. Da die Strompreise in den vergangenen Monaten aber stark gestiegen sind, werden viele Haushalte dadurch finanziell enorm belastet. Finanzminister Christos Staikouras kündigte an, dass die Regierung in diesem Jahr mehr als zehn Milliarden Euro an zusätzlichen Hilfen ausgeben werde, um die Verbraucher vor den steigenden Gas- und Stromrechnungen zu schützen. Zunächst waren hierfür nur 8,5 Milliarden Euro vorgesehen.

Reformprogramm hat Priorität

Der Minister warnte aber zugleich vor der Gefahr, dass die zusätzlichen Ausgaben die Etatziele untergraben könnten. "Wir sollten bei der Erreichung der Haushaltsziele sehr vorsichtig sein, denn die Märkte nehmen das ernst", sagte er einem griechischen Radiosender. Griechenland war vor mehr als zehn Jahren ins Zentrum der Schuldenkrise in Europa geraten. Inzwischen gaben die europäischen Finanzminister grünes Licht, die verstärkte Überwachung des Reformprogramms zu beenden. Die Spar- und Reformauflagen gingen in den vergangenen Jahren mit den riesigen Hilfen für das hoch verschuldete Land einher und haben in Griechenland immer wieder zu massiven Protesten geführt.

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