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Comeback

Thailand ohne Gebrauchsanweisung

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Weil starke Quellmärkte fehlen, sind viele Sehenswürdigkeiten weniger besucht.
Weil starke Quellmärkte fehlen, sind viele Sehenswürdigkeiten weniger besucht.

Schluss mit Thailand-Pass und Covid-Versicherung – seit Juli ist das Land für Geimpfte ohne Einschränkungen bereisbar. So kämpft sich das Fernreise-Ziel zurück.

Alles auf Anfang. Nach zwei Jahren können Geimpfte wieder nach Thailand einreisen und sich im ganzen Land frei bewegen. Das ist eine gute Nachricht für alle Veranstalter.

Zwar hat sich Thailand während der Pandemie seit Juli vergangenen Jahres mit seiner sogenannten Sandbox-Strategie zumindest wieder touristisch ins Gespräch gebracht. Aber das Sandbox-Modell mit seinen vielen Bedingungen und Einschränkungen zur Eindämmung von Corona war schon recht beratungsintensiv. "Wir sind froh, Thailand wieder ohne Gebrauchsanweisung anbieten zu können", bringt es Jörn Krausser, Direktor Asien bei DER Touristik, auf den Punkt.

Steigende Buchungszahlen

Mit dem Ende der Reisebeschränkungen hat sich die touristische Lage entspannt und das Land erfreut sich wieder großer Beliebtheit. "Die Buchungszahlen steigen von Woche zu Woche", berichtet Melanie Hansch, Produktmanagerin bei Schauinsland-Reisen.

FTI-Asien-Managerin Gunnel Burri sieht für den Winter vor allem für beliebte thailändische Ferienziele wie Phuket, Koh Samui oder Khao Lak eine gestiegene Nachfrage. Noch buchten die Kunden vornehmlich Badeferien. "Rund- und Kombinationsreisen werden derzeit noch nicht so stark nachgefragt wie vor der Pandemie", beobachtet Burri.

Kurzfristiger und höherwertiger

Was sich derzeit für andere Fernreiseziele herausschält, gilt auch für Thailand: Zum einen buchen die Kunden kurzfristig, zum anderen entscheiden sie sich für höherwertige Unterkünfte. "Viele Thailand-Urlauber legen mehr Wert auf Privatsphäre, deshalb werden vermehrt Swim-Up-Zimmer und solche mit eigenem Pool gebucht", erklärt Schauinsland-Managerin Hansch. Damit nicht genug. Auch die durchschnittliche Aufenthaltsdauer steigt, beobachtet Christian Leonhardy, Thailand-Experte bei TUI.

Für die Besucher scheint somit alles gerichtet. Dabei haben vor allem auch Hoteliers unter der Pandemie gelitten. Viele haben allerdings die Zeit genutzt und ihre Anlagen renoviert. Glück für die Veranstalter, die ihr Portfolio halten konnten.

Mehr Hotels in den Programmen

FTI hat das Angebot an Resorts und Hotels etwa um das Grand Mercure Khao Lak oder das Pullmann Khao Lak mit Swim-Up-Zimmern und Suiten erweitert. Schauinsland hat exklusiv The Village Coconut Island auf Ko Maphrao mit renovierten Poolvillen neu im Programm.

Dertour hat das Hotelangebot etwa um das Nai Yang Beach Resort und Spa auf Phuket erweitert, das Asien-Direktor Krausser als "günstig und gut" empfiehlt. TUI-Manager Leonhardy freut sich über eine "wirklich sehenswerte Neueröffnung" des Centara Reserve Samui, nachdem das Bauprojekt verschoben werden musste.

Fehlende Flüge, gestiegene Ticketpreise

Ein Hemmschuh – wie in vielen anderen Fernreisezielen – sind derzeit die Flugkapazitäten. Sie reichen noch längst nicht an das Niveau von vor der Pandemie heran. Immerhin steuern Fluggesellschaften wie Thai Airways, Singapore Airlines, Qatar Airways oder auch Emirates die wichtigen Flughäfen wie Bangkok, Phuket oder Chiang Mai an. Allgemein gehen die Veranstalter davon aus, dass mit steigender Nachfrage der noch reduzierte Flugplan ausgebaut wird.

Das empfehlen die Profis

Christian Leonhardy, Thailand-Experte bei TUI: "Mein Geheimtipp ist das wunderschöne Design Hotel Tree House Villas auf der Insel Koh Yao. Es liegt direkt an einem einsamen Hotelstrand, fernab jeglichen Trubels. Für dieses Hotel ist Instagram erfunden worden."

Gunnel Burri, FTI Strategic Destination Officer Asia: "Ein Hoteltipp ist das The Shore at Katathani – eine traumhafte Villenanlage an der Kata Noi Beach in Südthailand. Die Aussicht über die Bucht zusammen mit dem herzlichen und hochwertigen Service überzeugen mich bei jedem Besuch."

Jörn Krausser, Direktor Asien bei DER Touristik:
"Ich empfehle einen Streifzug durch Bangkoks angesagteste Rooftop-Bars. Sehr cool ist Sky Beach, die laut eigener Aussage höchste Bar Bangkoks im Fünf-Sterne-Haus The Standard Mahanakhon."

Anders sieht es mit den Ticketpreisen aus. Die aktuelle Energiekrise und die Inflation peitschen die Kerosinpreise hoch. Doch eine Prognose ist schwer abzugeben. Die Veranstalter hoffen auf eine kluge Preispolitik der Airlines. Schauinsland rechnet 2023 mit ähnlichen Preisen wie sie aktuell sind. "Ein Flug nach Phuket kostet derzeit etwa zwischen 800 und 900 Euro pro Person", bringt Schauinsland-Managerin Hansch ein Beispiel.

Langfristige Buchung ratsam

DER Touristik rät wegen der Unwägbarkeiten bei den Ticketpreisen dazu, den Thailand-Urlaub langfristig zu planen und zu buchen. Das sichert Preisstabilität: "Für bereits gebuchte Pauschalreisen wird es keine nachträglichen Preiserhöhungen etwa durch Kerosinzuschläge geben", verspricht Asien-Direktor Krausser.

Trotz gestiegener Flugpreise steht Thailand nach wie vor für ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Zudem tummeln sich derzeit viel weniger Besucher an Traumstränden und Sehenswürdigkeiten als noch vor der Pandemie. Das allerdings zum Leidwesen des extrem wichtigen thailändischen Tourismussektors, dem derzeit die riesigen Märkte Russland und China fehlen.

Nachholbedarf bei den Gästezahlen

International will das für seine herrlichen Strände, Tempel und Dschungel bekannte Land in diesem Jahr etwa zehn Millionen Gäste begrüßen – vor der Pandemie waren es 40 Mio. Besucher. In Sachen Corona zeigen sich Veranstalter zuversichtlich. Sie gehen davon aus, dass Reisen im Winter gut möglich sein werden.

Dieser Artikel erschien zuerst auf fvw.de

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