Colorado: Ungeschoren kommt keiner davo... Plus Artikel
 
Colorado

Ungeschoren kommt keiner davon

(c) Colorado Tourism Office
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Hochwertige Vliesstoffe aus Schafwolle oder feinen Alpakahaaren sind das Ergebnis eines komplizierten und langwierigen Herstellungsverfahrens, das sich durch Kreativität und Leidenschaft auszeichnet.

In Colorado kann man an vielen Orten den ganzen Prozess oder auch nur einzelne Produktionsabschnitte des Faserhandwerks kennenlernen. Da sich das Klima zur Aufzucht von Wolle liefernden Tieren hervorragend eignet, können sich interessierte Reisende sowohl in den höher gelegenen Regionen der Rocky Mountains als auch in den von Gletschern geschaffenen Tälern zu diesem Thema informieren und fortbilden, und gleichzeitig die herrliche Landschaft des höchstgelegenen Bundesstaates der USA genießen. Im Süden von Colorado in Rush liegt Alpaca Angel Acres. Wie der Name schon sagt, hat sich diese Farm auf Alpakas spezialisiert. Das weiche Haar der zur Kamelfamilie gehörenden Tiere wird auch das Vlies der Götter genannt und häufig mit Kaschmir verglichen. Gäste der Farm erleben, wie man mit den Tieren umzugehen hat und eine Herde gemanagt wird. Wer möchte, kann auch selber mit anpacken. Darüber hinaus erfährt man viel über das Fell der Alpakas, seine Vielseitigkeit und die vorteilhaften Eigenschaften der Fasern bei der Textilproduktion. Die Farm ist ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in die Rocky Mountains. Auf Jefferson Farms im Großraum von Colorados Hauptstadt Denver leben über 300 Paco-Vikunjas und über 100 Alpakas. Paco-Vikunjas sind eine relativ neue Kreuzung aus Vikunjas und Alpakas und gehören ebenfalls zur Familie der Kleinkamele. Sie sind sehr schlau und wollen stets mit dem Menschen interagieren. Die Wolle der Vikunjas gilt als die seltenste und teuerste der Welt, und auch das Haar der Paco-Vikunjas ist unglaublich dicht, so dass es eher wie Fell als Haar anmutet, wenn es geschoren wird. Das aus ihm gesponnene Garn ist extrem fein und gleichmäßig und fasst sich wunderbar an. Übernachtungsgäste auf Jefferson Farms erfahren viel Wissenswertes sowohl über die Alpakas als auch über ihre seltenen und entzückenden Artverwandten. Die nordöstlich von Durango gelegene De GoatsnSheep Ranch in Bayfield hat sich von ihren Wensleydale Schafen und Angoraziegen inspirieren lassen. In Seminaren und Kursen zur Garnherstellung lernen Besucher, deren Wolle zu spinnen und zu stricken, oder können sich in der Webkunst der Navajo Ureinwohner unterrichten lassen. Wer lieber nur entspannen und übernachten möchte, kann auch dies tun, und einfach Schäfchen zählen oder die Ruhe und Schönheit der Ranch genießen. In der näheren Umgebung locken der Vallecito Lake und der Mesa Verde Nationalpark als sehenswerte Ziele für einen Tagesausflug. Mountain Flower Dairy in Boulder ist eine Ziegenfarm, auf der allerdings auch Lamas leben. Lamas sind sehr intelligente, neugierige und soziale Tiere, und kommen gut mit Menschen zurecht. In erster Linie werden sie zwar wegen ihrer Wolle oder als Lasttiere gehalten, aber ihr großer Beschützerinstinkt macht sie auch zu ausgezeichneten Wachtieren für Ziegen-, Schaf- und Alpakaherden. Erkennt ein Lama eine Gefahr, stellt es sich zwischen den Räuber und die zu bewachende Herde, greift ihn mit Tritten an und  gibt einen schrillen Warnruf von sich. Auch auf Mountain Flower Dairy ist es Aufgabe der Lamas, die Ziegen vor Kojoten, Füchsen und Hunden zu schützen. Besucher erhalten Informationen über Tierfasern und ihre Anwendungsmöglichkeiten zur Herstellung von Garnen. Dazu wird ihnen gezeigt, wie man die unverarbeiteten Lamafasern mit der Hand gewinnt, sie wäscht und für das Spinnen vorbereitet. Mit einer Handspindel lernen sie anschließend Garn herzustellen und erhalten einen Überblick über Techniken, um auf dem Spinnrad zu spinnen. Informationen unter www.colorado.com
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