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Besondere Reiseziele

Bhutan - wo das Glück zu Hause ist

Zwischen den Bergmassiven Tibets und Indiens liegt eingebettet in eine wahrlich atemberaubende Landschaft das kleine Königreich Bhutan, das nach zwei Jahren Abgeschottetheit mit September wieder seine Grenzen für ausländische Besucher öffnet und dennoch kein Massenreiseziel werden wird. Der traveller stellt in einer neuen Serie besondere Reiseziel vor und macht mit dem glücklichsten Land der Welt den Anfang.

Besondere Reiseziele: Bhutan - wo das Glück zu Hause ist

“If the government cannot create happiness for its people, then there is no purpose for government to exist.” Wenn die Regierung also kein Glück für ihr Volk schaffen kann, gibt es auch keinen Grund für die Existenz einer Regierung. Diese Weisheit ist keine eines modernen Politwissenschaftlers, sondern entstammt dem Rechtskodex Bhutans, in dem bereits im 17. Jahrhundert das Glück der Bevölkerung als Ziel von Entwicklung und Politik definiert und festgeschrieben wurde. Und daran hat sich bis ins heutige moderne Zeitalter nichts geändert, im Gegenteil. Jigme Dorje Wangchuck, dritter König von Bhutan, erklärte in den 1960er Jahren, das Entwicklungsziel des Landes ist, sowohl Wohlstand als auch Glück für die Bevölkerung zu erreichen, was in weiterer Folge vom vierten König Bhuthans, Jigme Singye Wangchuck, mit dem Begriff Bruttonationalglück (BNG) auch eine entsprechende Definition fand.

Auf die Frage eines Journalisten, wie hoch denn das Bruttoinlandsprodukt des Landes sei, antwortete der Monarch damals wie folgt: „In Bhutan ist das Bruttonationalglück wichtiger als das Bruttoinlandsprodukt“, und damit war die Veranschaulichung und Messbarkeit für das Streben nach einer Wirtschaftsentwicklung, die Bhutans Kultur und ihren buddhistischen Werten gerecht wird, geboren. Aus einer Idee wurde in weiterer Folge eine politische Leitlinie, die eine ausgewogene und nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft nur im Zusammenspiel von materiellen, kulturellen und spirituellen Maßnahmen sieht und auf vier Säulen basiert:

  • Förderung einer sozial gerechten Gesellschafts- und Wirtschaftsentwicklung um unabhängiger vom Ausland zu werden und sich gesellschaftlich weiterzuentwickeln.
  • Bewahrung und Förderung kultureller Werte, Religion und Kultur haben in Bhutan einen hohen Stellenwert.
  • Umweltschutz und eine nachhaltige Entwicklung, da der Planet Erde eine immer höhere Bedeutung gewinnt. Nachkommende Generationen sollen die Umwelt so behandeln, dass auch zukünftige Generationen die eigenen Bedürfnisse noch befriedigen können.
  • Gute Regierungs- und Verwaltungsstrukturen – die Politik legt Bedingungen und Regeln fest, die das Leben der Einwohner Bhutans positiv beeinflussen. 
Ziel des Bruttonationalglücks ist, die Lebensbedingungen der weniger glücklichen Bewohner des Landes zu verbessern, denn möglichst viele Bhutaner sollen als glücklich gelten. 

Glückliches Land, glückliche Gäste

Mit 23. September sollen also Reisen in das einzige Land der Welt, das einen Index fürs Glücklich sein eingeführt hat, möglich sein. Massentourismus, wie man ihn von anderen Traumzielen dieser Welt kennt, wird Bhutan nicht zulassen, wie Außenminister Tandi Dorji und Vorsitzender des Tourismusrates des Landes erklärt: „COVID-19 hat uns ermöglicht, einen Reset durchzuführen und zu überdenken, wie der Reisesektor am besten strukturiert und künftig betrieben werden kann.“
(Quelle).

Man will das Glück der Menschen und des Landes also nicht durch Reiseströme gefährden, setzt daher auf geringes Volumen und hochwertigen Tourismus, was sich auch in einer veritablen Erhöhung der Touristengebühr von vormals 65 auf nunmehr stolze 200 US-Dollar pro Besucher zeigt. Diesen Betrag müssen nämlich alle internationalen Besucher bezahlen, der zweckgebunden für die nachhaltige Entwicklung eines CO₂-neutralen Tourismus verwendet wird. Denn Bhutan will eine zu hundert Prozent CO₂-neutrale Reisedestination werden, in der auch die schon sehr selten gewordenen Schneeleoparden, Tiger, Asiatischen Elefanten oder Roten Panda sowie mehr als 700 Vogel- und 200 Säugetierarten in ihrem gewohnten Lebensraum weiter ebenso glücklich sind, wie die Einwohner Bhutans und all seine Besucher. 

Eine, die dieses wundervolle Land besonders gut kennt und in ihrem Studien- und Rundreisenportfolio anbietet, ist Elisabeth Kneissl. Und auch wenn Bhutan für Reiseveranstalter, wie sie sagt, ein bisserl ein „Alptraumland“ ist, bleibt es doch ein Traumland und ein ganz besonderes Reiseziel. Warum und was es alles zu beachten gilt, erklärt die Geschäftsführerin von Kneissl Touristik:

2020 war Bhutan nach China das erste Land, das wir aufgrund der Corona-Pandemie absagen mussten. Angeblich öffnet man jetzt im September für den Tourismus – es gab schon vorab Ankündigungen, dass es vielleicht früher der Fall ist. Nun, wir werden sehen …

Warum Traumland?
Weil Bhutan in seiner „Winzigkeit“ (weniger als die Hälfte Österreichs) nicht nur vielfältigste Landschaften am Fuße der 7.000er des Himalayas bereithält, sondern auch durch eine sehr restriktive Politik Traditionen und Bräuche besser bewahren konnte als alle Nachbarn. Die eindrucksvollen Klöster, die Holzschnitzereien, die traditionelle Kleidung – man hat das Gefühl, in eine längst vergangene Zeit einzutauchen. Ganz besonders bei den Klosterfesten, die vor allem im Winter zahlreiche Dorfbewohner anziehen. Sakrale Tänze der Mönche zeigen Gut und Böse und lehren die Menschen, nach dem Buddhismus zu leben.


Warum Alptraumland?
Bhutan war immer ein teures Reiseland. Bis dato hat man für den Betrag von 250 pro Tag im Rahmen einer Paketreise Transport, Unterbringung in einfachen 3-Sterne-Hotels, Guide, Verpflegung und Eintritte bekommen. Davon gingen 65 US-Dollar an die Regierung als „nachhaltige Entwicklungsgebühr“. Ab 23.09. wird es anders – statt der 65 US-Dollar pro Tage bezahlen wir jetzt 200 US-Dollar als Entwicklungsgebühr und müssen zusätzlich Unterkunft, Transport, Guide, Verpflegung entrichten. Anfang Juli wurde diese Erhöhung angekündigt, und auch wenn man bereits reserviert ist, muss der neue Preis bezahlt werden. Bis dato hat eine zwölftägige Reise rd. 4.100 Euro gekostet. Es gibt zwar nun die neue Entwicklungsgebühr, die Hotel- und Transportpreise werden aber noch immer verhandelt. Das macht die Angebotslegung „schwierig“, denn es gibt sie, die Kunden, die eine Reise nach Bhutan buchen möchten.


Fliegen, speziell über Delhi, ist schwierig. Nur wenige Plätze werden für Touristen freigegeben – manchmal hat man Glück und bringt eine ganze Gruppe unter. Bis dato bleibt auch die Quarantäne-Zeit von 24 Stunden aufrecht (bezahlt), um den PCR-Test, den man selbst machen will, auswerten zu können.
 
Die Kneissl Touristik Empfehlung
Aus unserer Sicht sind neun bis zehn Tage das Minimum, damit man einen halbwegs vernünftigen Eindruck vom Paro-Tal und der Region um Punakha bekommt. Will man mehr vom Bumthang-Tal sehen, muss man zwölf Tage anberaumen. 
Besonders schön waren für uns immer die Kombinationen mit Sikkim, dem kleinen Nachbarn, der ein langsames Annähern an die Besonderheiten dieser Region ermöglicht. Unbedingte Empfehlung ist der Besuch eines Klosterfests, wobei ich eher zu den weniger bekannten im Bumthang-Tal neige als zum Paro-Fest. Aber egal wo – diese religiösen Feste sind unvorstellbar eindrucksvoll und die Einheimischen und Touristen gleichermaßen überwältigt von den Eindrücken.
 
Unbedingt auch eine ordentliche Krankenversicherung abschließen – die medizinische Versorgung ist nicht besonders gut" Und was man auch wissen muss: Dienstleistung und Service sind noch nicht so ausgeprägt wie in den Nachbarstaaten, denn Dienstleistung ist eine noch junge Erscheinung in der Gesellschaft Bhutans.
 

Wollen Sie mehr über dieses besondere Reiseziel oder eines der vielen anderen aus dem Portfolio von Kneissl Touristik erfahren:

E-Mail an: e.kneissl@kneissltouristik.at
Web: www.kneissltouristik.at

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