Wien: Es könnte was werden mit der besse... Plus Artikel
 
Wien

Es könnte was werden mit der besseren Kinderbetreuung

Jenny Sturm - stock.adobe.com

Staatssekretärin Susanne Kraus-Winkler kündigte im Nationalrat eine Förderaktion für innovative Kinderbetreuungsprojekte im Tourismus an.

Zum Abschluss der viertägigen Plenarwoche hat der Nationalrat auf Empfehlung des Tourismusausschusses eine Entschließung gefasst. Damit Beschäftigte in der Tourismusbranche Familie und Beruf besser unter einen Hut bringen können, soll Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Kocher die Konzipierung innovativer Pilotprojekte durch adäquate Maßnahmen gezielt unterstützen. Es brauche auch im ländlichen Raum bedarfsgerechte Kinderbetreuungsangebote, waren sich die Abgeordneten einig. Damit wird nicht nur einem Antrag der Koalitionsparteien, sondern auch ähnlichen Anliegen der SPÖ und der NEOS Rechnung getragen. Eine Frist wurde dem Wirtschaftsminister entgegen der Forderung der SPÖ nicht gesetzt.

Laut Tourismus-Staatssekretärin Susanne Kraus-Winkler steht die erste Förderaktion aber ohnehin schon in den Startlöchern. Die internen Vorarbeiten dafür seien bereits abgeschlossen, informierte sie die Abgeordneten. Der Startschuss ist für kommenden Montag geplant. Unter dem Titel "Innovative Konzepte zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Tourismus" suche das Ministerium Leuchtturmprojekte. Die für den "Leuchtturm-Call" bereitgestellte Fördersumme bezifferte die Staatsekretärin mit 2 Mio. Euro. Bis 1. März 2023 wird man ihr zufolge Projekte über die Österreichische Tourismusbank (ÖHT) einreichen können.

Österreich liege bei der Betreuungsrate der unter Dreijährigen mit 29 % derzeit unter dem EU-Schnitt. Eine wichtige Aufgabe bei der Bereitstellung von Kinderbetreuungsangeboten misst ÖVP-Tourismussprecher Franz Hörl in der Debatte den Gemeinden zu, er kann sich aber auch Gemeinschaftslösungen mehrerer Betriebe vorstellen. Einen Ausbau der Betriebskindergärten erachtet auch Barbara Neßler (Grüne) für notwendig. Laut Melanie Erasim (SPÖ) würden bereits Konzepte von Unternehmen auf dem Tisch liegen, es brauche aber Geld für die Umsetzung, sagte sie. Wesentlich ist für die Abgeordnete außerdem, dass die Kinderbetreuungsangebote ganzjährig, ganztägig und gratis sind. FPÖ-Abgeordneter Gerald Hauser forderte die Wiedereinführung des reduzierten Umsatzsteuersatzes von 5 % für Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe bis mindestens Ende 2023. Ein entsprechender Entschließungsantrag fand jedoch keine Mehrheit. 

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