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Das Ende der Minibar

In den 35 Hotels der Vienna House-Gruppe werden Sie eine Minibar oder internationale Küche in Zukunft vergeblich suchen. Falls es Ihnen wirklich abgeht.

Das Ende der Minibar

Rupert Simoner hat Ernst gemacht. Als er 2014 die Leitung der Vienna International Hotels übernommen hat, wollte er Schluss machen. Und zwar mit all den Dingen, die eigentlich keiner braucht, schon gar nicht die Gäste seiner Hotels. Die größte österreichische Hotelgruppe, die seit Februar Vienna House heißt, hat sich einer Generalüberholung verschrieben, die DNA soll geschärft werden. Es soll alles einfacher werden, aber schlau. Unnützes und Kompliziertes soll verbannt werden: gut schlafen, gut essen und gut trinken soll zeitgeistig im Vordergrund stehen. Soviel zu den Worten. 

22 Millionen für Easy-Linie

Doch Rupert Simoner ist ein Mann der Tat. Die vier Linien heißen, wie Ende Jänner bei der Aussendung versprochen, Vienna House, Andel´s by Vienna House (Designlinie) angelo by Vienna House (Businesslinie) und die unkomplizierte "Vienna House Easy". Letztere heißt absichtlich nicht Budget, da Rupert Simoner den Begriff nicht mehr stimmig findet. Das Konzept von Easy wirkt auch, als wäre es sein besonderes Herzensprojekt. 22 Millionen Euro wurden und werden in den kompletten Umbau der 11 Häuser gesteckt, Simoner denkt sich für jeden Standort ein individuelles Paket aus. Dabei legt er ein Hauptaugenmerk auf das Frühstück, angesagte Bakery-Konzepte lockern die Lobby auf, laden den Gast ein, auch wirklich zum Frühstück zu bleiben, Neues zu entdecken, sich überraschen zu lassen. 

Minibar? Kommen Sie doch runter!

Und Rupert Simoner, der von der Kempinski-Gruppe zu Vienna House gekommen ist, räumt mit eingefleischten Sitten auf. Die Minibar, so hat er von seinen Gästen und bei Marktbeobachtungen erfahren, ist überholt. Wenn ein Gast etwas braucht, lädt Vienna House ihn ein, den kleinen Laden in der Lobby zu besuchen, wo er lokale Kleinigkeiten und Brauchbares von Zahnbürste bis Nähzeug bekommt. Falls doch jemand die Minibar vermissen sollte, der schicke kleine rote Kühlschrank rollt auf Bestellung mit Wunschfüllung ins Zimmer. 

Schluss mit internationaler Küche

Und so ergeht es auch der früher mal so hochgelobten "internationalen Küche". Denn wenn ein Koch von Filet Wellington bis Szegediner Gulasch über Sushi alles können muss, "kann er in keinem Bereich wirklich gut sein, maximal mittelmäßig". Und das ist etwas, das Simoner gar nicht ausstehen kann. Internationale Küche ist nichts, was einen Gast heute noch in ein Restaurant locken kann. Viel lieber sieht er in seinem Hotel in Bukarest das neue Steakhouse, für das auch Nicht-Gäste einen Umweg machen, und das, obwohl das Haus am Flughafen liegt, und nicht in der Stadt. Und manchmal ist auch gar kein Restaurant mehr notwendig, dann konzentriert sich das Haus auf ein sensationelles Frühstück und kleine Snacks. Dann ist Rupert Simoner auch sehr zufrieden. 

Wie sich das anhört, wenn Rupert Simoner zufrieden ist, können Sie auf unserer neuen Facebookseite anhören, denn da wendet er sich sogar an Norbert Kettner, den Chef von WienTourismus.

Hier gehts zum Video.
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