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Frisch serviert

Es weniger duschen lassen

© Andreas Kolarik

Die EU-Kommission will der Bevölkerung vorschreiben, fünf Prozent Strom zu Spitzenzeiten einzusparen. Wir hätten da gleich einen konstruktiven Vorschlag. Ein Kommentar von Axel Schimmel.

Die Hotellerie steht momentan mitten in einem Wettlauf um die besten Energiespar-Ideen. Einen richtigen Überblick, welche Maßnahmen wieviel Energie einsparen, hat niemand. Mir geht es ganz genauso, weshalb ich mich im Netz auf Suche machte. Und siehe da, an der Technischen Hochschule Ingolstadt bin ich fündig geworden. Klaus-Uwe Moll, der Dekan an der Fakultät für Maschinenbau, legt in einem zwanzigminütigen Youtube-Video dar, wieviel Energie zum Erhitzen von Wasser nötig ist. Moll macht das so anschaulich, dass sogar ich das verstehe, und das will was heißen.

Schon alleine einen Liter Wasser um 30 Grad zu erwärmen, benötigt laut Berechnungen genauso viel Energie wie das Anheben von 17 Tonnen Gewicht um einen Meter nach oben. Der Wissenschaftler nimmt nun an, dass der durchschnittliche Duschgang zehn Minuten bei einer Temperatur von 37 Grad dauert und dafür rund 150 Liter Wasser notwendig sind. Wer stattdessen nur 100 Liter bei 31 Grad verbraucht, würde den Energiebedarf glatt halbieren. In der Sprache Molls heißt das so: weniger großzügig, aber dennoch komfortabel duschen.

Moll liefert den statistischen Oberbau gleich noch frei Haus mit: Er geht bei angenommenen 40 Millionen Duschgängen pro Tag in Deutschland von einer Energieeinsparung von 33.000 Gigawattstunden aus. Das ist mehr als die Hälfte des gesamten Stromverbrauchs in Österreich im ganzen Jahr, der bei rund 63.000 Gigawattstunden liegt. Wenn wir das berühmte Zehntel für Österreich im Vergleich zu Deutschland bemühen, sind das immer noch über fünf Prozent Einsparung vom Gesamtbedarf ohne merkliche Entbehrung, geschweige denn Erfrierung.

Den Kinderschuhen entwachsen

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Herzlichst Ihr

Axel Schimmel
HGV PRAXIS Chefredakteur

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