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Motel One leidet und expandiert

APA/Franz Pfluegl
Motel One beim Prater in Wien
Motel One beim Prater in Wien

Corona macht auch der Münchener Hotelgruppe Motel One schwer zu schaffen, die in Österreich mit aktuell sieben Häusern vertreten ist.

Nimmt man das Vor-Corona-Halbjahresergebnis von 2019 mit einem Nettogewinn von 37 Mio. Euro als Grundlage, so habe die Pandemie – selbst nach Abzug der Covid-Hilfen – bei der Hotelgruppe alleine für die beiden ersten Halbjahre 2020 und 2021 zu Ertragseinbußen von 157 Mio. Euro geführt..

Die Auslastung der derzeit insgesamt 77 Motel One Hotels mit 21.847 Zimmern hat sich alleine heuer im ersten Halbjahr gegenüber der Vorjahresperiode von 31 auf 12 Prozent mehr als halbiert. Der Umsatz sackte von 119,7 auf 42,5 Mio. Euro um fast zwei Drittel ab. Der Nettoverlust wurde aber von 51,3 auf 31,9 Mio. Euro eingedämmt, wie das Unternehmen bekanntgab.

Vor Zinsen Steuern und Abschreibungen vervielfachte sich der Verlust (EBITDA) der Budget-Design-Hotelgruppe mit Hauptsitz in München gegenüber dem ersten von der Pandemie nur zur Hälfte geprägten Halbjahr 2020 von 14,1 auf 60,9 Mio. Euro.

Vorsichtiger Optimismus

Für das zweite Halbjahr 2021 rechnet Motel One mit etwas besseren Geschäften. Die Auslastung soll sich weiter verbessern, erwartet das Management. Immerhin waren die Hotels im zweiten Quartal 2021 mit durchschnittlich 16 Prozent bereits etwas stärker gebucht als im Quartal davor.

Zwar habe sich die Nachfrage ab Mitte Juni nach dem monatelangen Lockdown erholt, allerdings fehle der Stadthotellerie nach wie vor die elementare Basis des Messe-, Kongress- und weiteren Eventgeschäfts. Auch eine größere Nachfrage bei international Reisenden sei bisher noch ausgeblieben. Attraktiv und somit kleine Lichtblicke für den Inlandstourismus in Deutschland und Österreich sind den Unternehmensangaben zufolge Städte wie Salzburg, Lübeck, Rostock oder Freiburg.

Neue Motel One Hotels

Dennoch bleibt Motel One auf Expansionskurs. Im Jahresabstand kamen mitten in der Pandemie drei neue Häuser hinzu – zwei in Deutschland (Köln und Hamburg) sowie eines in Linz. Das Hotel in der oberösterreichischen Landeshauptstadt wurde vergangenen November gleich zu Beginn des Lockdowns eröffnet, die beiden deutschen Hotels heuer im zweiten Quartal. 2022 sollen hierzulande zwei weitere Häuser hinzukommen – eines in Graz und eines in Innsbruck.

Das Unternehmen blickt jedenfalls laut Eigenangaben "positiv gestimmt in die zweite Jahreshälfte" 2021. Im dritten Quartal werde je ein Hotel in Nürnberg, Stuttgart und Aachen in Betrieb genommen. Zudem habe Motel One jüngst einen Mietvertrag für ein Hotel in New York, Downtown Manhattan, unterschreiben und damit den Markteintritt in die USA sichern können. Nach einem umfangreichen ReDesign soll das Haus mit 326 Zimmern spätestens im Februar 2022 seine Türen öffnen.

Um für weitere Unwägbarkeiten der Krise gerüstet zu sein, seien Darlehen in Höhe von 170 Mio. Euro abgerufen worden, davon das im Vorjahr bereits vertraglich fixierte Darlehen von der deutschen staatlichen Förderbank KfW in Höhe von 162 Mio. Euro. Nach Investitionen in neue Hotelprojekte von 13 Mio. Euro in Immobilien und 11 Mio. Euro in FF&E (Furniture, Fixtures and Equipment, also Möbel, Einrichtungsgegenstände und Ausrüstung) wuchs der Cash-Bestand heuer im ersten Halbjahr den Angaben zufolge um 149 (Vorjahr: 21) Mio. Euro. Mit einem Cash-Bestand von 312 (Vorjahr: 204) Mio. Euro fühlt sich Motel One "sicher aufgestellt".

Das Eigenkapital sei im Jahresabstand coronabedingt allerdings von 487 auf 431 Mio. Euro gesunken. Die Eigenkapitalquote verringerte sich von 71 auf 61 Prozent und verbleibe damit "auf einem soliden Niveau".

(APA/Red)

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