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Wien feiert Auftakt der Ballsaison

Pressekonferenz zum Start der Ballsaison am 11.11. mit (v. l.) Markus Grießler (WKÖ-Obmann der Sparte Tourismus & Freizeitwirtschaft), Vertreter der Wiener Rauchfangkehrer, Maria Smodics-Neumann (WKÖ-Obfrau der Sparte Gewerbe & Handwerk) sowie Karin Lembe
Pressekonferenz zum Start der Ballsaison am 11.11. mit (v. l.) Markus Grießler (WKÖ-Obmann der Sparte Tourismus & Freizeitwirtschaft), Vertreter der Wiener Rauchfangkehrer, Maria Smodics-Neumann (WKÖ-Obfrau der Sparte Gewerbe & Handwerk) sowie Karin Lembe

Alles Walzer: Die Ballsaison in Wien ist ein Umsatzbringer für Hotellerie und Gastronomie.

"Für viele internationale Gäste - insbesondere aus Deutschland, aber auch vermehrt aus Japan und Amerika - ist die Ballsaison ein willkommener Anlass nach Wien zu kommen. Sie genießen das besondere Ambiente und den weltberühmten Wiener Flair", ist Markus Grießler, Spartenobmann der Tourismus- und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Wien, erfreut. Die Ballsaison (bis 28. Februar) dauert heuer fast drei Wochen länger als im Vorjahr.

Für diverse Branchen bedeutet die Ballsaison ein wichtiges Zusatzgeschäft. Laut einer Studie der KMU Forschung Austria gibt ein Ballgast (inklusive Gastronomie, Kleidung, Friseur etc.) pro Tag 270 Euro aus. Die gesamten Ausgaben, die im Rahmen einer Ballveranstaltung direkt am Ball sowie auch in Vorbereitung auf den Ball getätigt werden, belaufen sich für die Saison 2016/17 auf insgesamt etwa 131 Millionen Euro. Mehr als drei Viertel der Ballbesucher stammen dabei aus Wien, gefolgt von rund 60.000 Gästen aus den Bundesländern und 55.000 Personen aus dem Ausland. Heuer führt der Kaffeesiederball, vor dem Vorjahressieger - dem Zuckerbäckerball - das Ranking der beliebtesten Bälle an. Der Opernball sowie die Studentenbälle (TU-, WU- und BOKU-Ball) rangieren ebenfalls weit oben auf der Beliebtheitsskala. Auch der Ball der Wiener Wirtschaft wurde aktuell häufiger als in den Vorjahren als beliebtester Ball genannt.

"Sehen und gesehen werden"

Erstmals führt das Motiv "Freunde/Bekannte treffen" das Ranking der wichtigsten Gründe für einen Ballbesuch an. Damit zeichnet sich ein Trend zum Ball als gesellschaftliches Ereignis ab, da auch "GeschäftspartnerInnen treffen" und "gesellschaftliche Verpflichtungen wahrnehmen" zunehmend als Motive Bedeutung gewinnen. Die Möglichkeit zu tanzen tritt von Jahr zu Jahr etwas weiter in den Hintergrund. Die Wiener Bälle werden also nicht nur als traditionelle Tanzveranstaltungen gesehen. Maßgeblichen Einfluss auf die Auswahl des Balls spielt der Veranstaltungsort, auch die Bedeutung der Balleröffnungen und der Mitternachtseinlagen nimmt zu.

Ballbesucher sind in dieser Saison - insbesondere auch aufgrund des Motives "Sehen und gesehen werden" und der steigenden Tendenz "repräsentieren" zu wollen - bereit, mehr Geld in einen gelungenen Ballabend zu investieren. Besonders große und damit kostspielige Bälle werden heuer wieder einen sehr großen Zulauf verzeichnen. Dementsprechend wird auch mehr in die Ballgarderobe investiert.

Internationale Gäste begeistern

Viele Ballveranstalter betreiben auch im Ausland Marketing. Kooperationen mit Hotels oder Tourismusbüros stellen neben Social Media Plattformen eine beliebte Möglichkeit dar, ausländisches Publikum anzusprechen. Knapp die Hälfte des Ballpublikums sind Stammgäste. Allerdings wollen auch viele Gäste aus dem Ausland ein rauschendes Fest in der "Stadt der Bälle" erleben. Neben Ballbesucher aus Deutschland gibt es steigendes Interesse von Gästen aus Übersee - insbesondere aus Japan und Amerika. "Für viele dieser Gäste ist ein Ball in Wien eine 'once in a lifetime experience'", betont Grießler.

Ein interessantes Erlebnis wird sicher auch der "Silent Waltz", der am 14. Jänner ab 15 Uhr in der Herrengasse stattfinden wird. Interessierte können mit Kopfhörern zu Walzerklängen das Tanzbein schwingen und eine Quadrille tanzen. Eine Übersicht über die Wiener Bälle finden sie hier.

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