René Gabriel stellte seine Weinbibel vor Plus Artikel
 

René Gabriel stellte seine Weinbibel vor

Der Schweizer Weinexperte, der das Bordelais zu seinem „Wohnzimmer“ zählt, war zu einer Stippvisite auf Einladung des Handelshauses „Wein & Co“ in Salzburg und gab bei einem erlesenen Kulinarium im Schlossgasthof Aigen Einblicke in seine vinophile Gedanke

René Gabriel stellte seine Weinbibel vor



Wenn René Gabriel in Österreich auftritt, gerät die Szene der Weingenießer in Wallung. Der Grund hierfür dürfte in seiner einzigartigen Mischung aus Lakonie und größtem Weinwissen liegen, die er in einer ebenso singulären Art und Weise aus Präzision und Hemdsärmeligkeit seinem Publikum nahebringt.

Gabriel-Auftritte versprechen meistens eine Anreicherung des Weinwissens, immer jedoch gute Unterhaltung. Entsprechend gut gebucht sind seine Termine. Den Grund für seinen jüngsten Besuch in Österreich hatte der Schweizer mit im Gepäck. Sein aktuelles Buch, das den bescheidenen Titel „Weinbibel“ trägt. Es wiegt gute drei Kilo und enthält so ziemlich alles, was Gabriel im Bordelais gesehen, erlebt und verkostet hat.

Nun hatte das Weinhandelshaus Wein & Co nicht nur die glorreiche Idee, 300 dieser Wälzer für seine Kunden zu bestellen, sondern garnierte das Angebot (das Buch kostet in den Wein & Co-Filialen 98 Euro) gleich mit einem persönlichen Auftritt des Autors – wenn man so will, in Form einer kulinarischen Lesereise. Erste Station war Salzburg, und zwar der Schlossgasthof Aigen der Familie Berger. Küchenchef Kurt Berger jr. – weit über die Grenzen der Stadt hinaus wegen seiner formidablen Rindfleischküche geschätzt – kreierte ein feines und ausgewogenes Menü, das Gabriels Weinwahl perfekt unterstützte und den Weinpapst so richtig in Fahrt brachte. Zu gebeiztem Alpensaibling, Rosa Milchskalbsrücken, Zweierleih vom Reh und Mousse von der Valrhona-Schokolade wurden reihenweise Kapazunder geköpft: Château Leoville Barton 2006, Château Gazin 2005, Château Valandraud 1998, Château Margaux 1998 sowie Château d’Yquem 1999. Man hörte es regelrecht, wie der gelernte Koch mit der Zunge schnalzte und noch eine Schnurre seiner Bordeaux-Erlebnisse zum Besten gab. Eduard Gerner, ein Salzburger Weingenießer, zu HGV PRAXIS: „Bei einem Abend mit René Gabriel muss man einfach dabei sein. Auch wenn man glaubt schon vieles zu wissen, erfährt man doch immer wieder was Neues. Außerdem ist Gabriel – obwohl voll Leidenschaft für Bordeaux, nicht darauf fixiert, sondern ein ebenso profunder Kenner der österreichischen Weinszene. Das und seine Art, wie er seine Qualitätsphilosophie zum Ausdruck bringt, ist einzigartig und gefällt mir sehr.“ Trotz angeregter Diskussion bis tief in die Nacht setzt der Schweizer seine Rundreise am nächsten Tag mit einem Auftritt in Wien fort.
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