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Die Landwirtschaft im Spannungsfeld

Mit ihrer ersten Küchenleitertagung traf die AGÖ Sektion Mitte gleich ins Schwarze. In der Landwirtschaftskammer auf der Gugl war auch die zuständige Landesrätin zu Gast.

Die Landwirtschaft im Spannungsfeld

Die erste fachliche Zusammenkunft der oberösterreichischen Küchenleiter innerhalb der AGÖ litt noch etwas unter Geburtswehen, ging aber dann doch Mitte Juni planmäßig über die Bühne. Eigentlich plante Obmann Manfred Ahorner eine Tagung mit dem Landwirtschaftslandesrat Max Hiegelsberger, der aber auch bekannten Gründen sich nicht mehr in dieser Position befindet. Nach der Landtagswahl in Oberösterreich im Herbst letzten Jahres wechselte Hiegelsberger als Präsident in den Landtag. An seine Stelle trat Michaela Langer-Weninger, bis dahin Präsidentin der Landwirtschaftskammer Oberösterreich.

So war es für die Neo-Landesrätin ein Heimspiel, dass sie als ressortzuständiges Regierungsmitglied an ihre Heimstätte auf der Gugl zurückkehrte.

Weizen – ein gefragtes Nahrungsmittel

LK-Vizepräsident Karl Grabmayr, der die Delegation begrüßte, kam gleich zur Sache, in dem er auf die Verfügbarkeit von Lebensmitteln und die teilweise enormen Preissteigerungen einging: „Obwohl der frische Weizen noch auf den Feldern wächst, wissen wir jetzt schon, dass ein Viertel der Mengen nicht geliefert wird.“ Grabmayr, der selbst Landwirt ist und beispielsweise das KH in Wels beliefert, beschwor die Verbundenheit der Landwirtschaft mit der GV: „Wir als Bauern schätzen sehr, dass Großküchen unsere Waren abnehmen und verarbeiten. Auch in schwierigen Zeiten, wie sie jetzt gerade herrschen, ist es wichtig, auf Augenhöhe zu agieren. Nur so können wir auf ein für beide Seiten zufriedenstellendes Ergebnis kommen.“

Großes Plus bei Direktvermarktern

Margit Steinmetz-Tomala erläuterte im Anschluss die Philosophie der Initiative „Genussland Oberösterreich“. Strikt eingebettet in die AMA-Hierarchie (Bio, Gütesiegel und Genussregion) ist das Genussland Teil dieser AMA-Einteilung und alles anderen Siegel sind sogenannte private labels, also Siegel, da nach ihren eigenen Statuten funktionieren. Steinmetz-Tomala verwies darauf, wie stark die Nachfrage nach Genussland-Produkten gestiegen ist, während der Pandemie: plus 24 Prozent bei den Direktvermarktern und plus 15 Prozent bei den Manufakturen.

Landwirtschaft auf der Seite der Großküchen

Landesrätin Michaela Langer-Weninger verwies in ihren Worten auf die bevorstehende Herkunftskennzeichnung in der GV, deren drei erforderliche Verordnungen aktuell zur Begutachtung in Brüssel lägen. Der AGÖ-Forderung nach einer praktikablen Umsetzung der Details, wie etwa der Kennzeichnungspflicht über Aushang oder online, pflichtete die Landesrätin bei und kündigte bereits einen heißen Herbst an: „Uns ist natürlich klar, dass die aktuellen Preissteigerungen in den laufenden Kalkulationen der Tagessätze nicht unberücksichtigt bleiben können. Das wird aber erst im Herbst entschieden und es gibt ressortübergreifenden Konsens, dass die Budgets in den öffentlichen Küchen deutlich angehoben werden müssen.“Die Tagung endete im gemütlichen Beisammensein in der LK auf der Gugl, in der sich Küchenleiter Kristian Barac als exzellenter Gastgeber präsentierte, der nicht nur für ausreichend Speis und Trank sorgte, sondern den Kollegen den Blick hinter die Kulissen in der Küche nicht verwehrte.

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