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Willys Gastro-Wochenrückblick

Major an Fleisch, bitte kommen!

Sabine Klimpt

Österreichische Polizisten am Funkgerät - legendär. Man denke da zum Bleistift nur an die genialen Dialoge „Gustav ans an Gustav zwa“ oder „Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, wär ich doch daheim geblieben“ aus Rainhard Fendrichs „Razzia“, aus Qualtingers und Bronners Satiren-Juwelen oder der unerreichten Fernsehserie „Kottan ermittelt“. Das Funkgerät an sich und die militärbasierende Funkdisziplin sorgte eigentlich immer schon für zumeist ungewollte Lacher. Das war und ist beim Militär so, bei den Blaulicht-Institutionen und selbstverständlich auch bei den privaten CB-Funkern.

Dabei ist die Kommunikation via Funkgeräte durchaus sinnvoll, vorausgesetzt kein Feind hört mit. Ich könnte mir definitiv sehr gut vorstellen, dass davon auch die Gastro profitieren kann. Stellen Sie sich einmal vor, Sie arbeiten in einem ziemlich weitläufigen Lokal. Weitläufig insofern, weil Küche und Gastraum respektive Gastgarten sehr weit auseinander liegen. Gut, manche verwenden Rollerskates, um die Distanzen leichter zu überwinden oder setzen auf ein Förderband. Running Sushi, Hausmannskost oder mehlige Speisen, je nachdem. Wobei man die Rollschuhe auf den Schotterwegen im Gastgarten auch wieder vergessen kann, es sei denn, Sie haben optimal profilierte Traktorreifen aufgezogen. Aber wer hat das schon?

Wesentlich einfacher ist da schon die oben bereits erwähnte Idee mit den Funkgeräten. Der Oberkellner ist tarnnamenmäßig "der Major" und der Küchenchef "der Fleisch". Bei der in Stoßzeiten automatisch sehr intensiven und etwas angespannten Kommunikation kann es da schon des Öfteren zu folgenden Dialogen kommen:

Major an Fleisch, bitte kommen!
Hier Fleisch, liegt was an außer den Ohren?
Rostbraten ist ein zäher Hund, Bugl 3 bekam soeben einen Anschiss, bitte kommen!
Wegn an zachn Rostbrotn valoss i sicha ned mei Kuchl, guada Oida. Sog eam des, dem Nörgler!
Es handelt sich dabei um zwei Nörglerinnen, bitte kommen!
I geh a ned weng zwa Problemkindern aussi zu eich, sog eana, die Fischstäbchen waratn gaunz zoat!
Major an Fleisch, ich glaube, das ist keine brauchbare Alternative. Die Damen sind bereits am Gehen, bitte kommen!
Fisch äh Fleisch an Major, i wüsst ned, wos i do jetzt nu tuan kennt. Sog eana, a Rostbrodn ghert a bissl zach. Im Gegnsotz zu Soizburga Nockerl, de ghern flaumig, bitte kommen! Ah, do bist eh scho. Wos bistn so aggressiv?

Sie sehen also, teaminterne Spannungen lassen sich per Funk wesentlich eleganter lösen als direkt vor dem Gast. Bitte kommen!

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