Willys Gastro-Wochenrückblick: Im Spital Plus Artikel
 
Willys Gastro-Wochenrückblick

Im Spital

Sabine Klimpt

Krankenhausessen - ein ewiges, vielfältiges und stets emotional diskutiertes Thema. Ein Thema, das gleichermaßen aufregt, für Unverständnis sorgt und immer wieder thematisch auf die Kosten reduziert wird.

Selbstverständlich sollte man darüber diskutieren, warum zum Beispiel der Stadt Wien die Verpflegung der Patienten in ihren Spitälern nicht mehr als 3,60 Euro wert ist. Wohlgemerkt pro Patient und für drei Mahlzeiten täglich. Nein, das ist wahrlich nicht viel und es grenzt tagtäglich an ein Wunder, dass die jeweiligen Spitalsköche respektive Küchenleiter in den die Krankenhäuser beliefernden Großverbraucherküchen mit diesem Betrag dennoch Essbares auf die Teller zaubern.

Klar könnte man jetzt auch über das qualitative Niveau der jeweiligen Speisen diskutieren, aber was willst du erwarten, wenn die essenziellen Ingredienzen der Speisen von der Gemeinde Wien auf Jahre international ausgeschrieben werden und zumeist der billigste Anbieter aus dem Ausland den Zuschlag erhält? Bulgarische Tiefkühlputen werden immer günstiger sein als heimische Bioputen aus AMA-zertifizierten Betrieben.
Und genau da beginnt besagte Zauberei der Küchenchefs, nämlich mit dem zugewiesenen, vorhandenen Material eine halbwegs schmackhafte Speise zu kreieren. Somit geht leider das von vielen Seiten geforderte - und durchaus auch in der Öffentlichkeit gezielt verbreitete - Featuren der heimischen Produzenten voll in die Hosen.

Umso mehr ziehe ich den Hut vor den Krankenhaus-Küchenchefs, bewundere ihre zumeist wirklich kulinarisch anspruchsvollen Kreationen und freue mich nicht nur auf traditionelle Hausmannskost wie Schweinsbraten mit Kraut und Knödel, Rindsgulasch mit Salzkartofferl oder Kaiserschmarren mit Zwetschkenröster, sondern auch auf internationale Klassiker wie Spaghetti Bolognese und Parmesan, ein griechisches Moussaka oder eine französische Fischsuppe. Auch wenn man ein bisserl nachsalzen muss, was aber jeder von uns irgendwie schaffen sollte. Allerdings: Nicht so fesch haben Sie es, wenn Sie Patient mit Diabetes sind. Aber das ist eine völlig andere Baustelle.

redaktion@hotelundtouristik.at

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